SCP: Baumgart fürchtet keine rassistischen Beleidigungen „auf Schalke“ „Eine einmalige Sache“

Paderborn (WB). Es war das große Thema des DFB-Pokal-Achtelfinals: die (angeblichen) Affenlaute aus dem Schalker Block gegen den Berliner Jordan Torunarigha. Doch der SC Paderborn reist am Freitag ohne Vorbehalte nach Gelsenkirchen. „Das Schalker Publikum ist emotional, aber fair“, sagt SCP-Trainer Steffen Baumgart vor dem Anpfiff am Samstag um 15.30 Uhr in der Veltins-Arena.

Von Peter Klute
Steffen Baumgart ist sicher, dass Streli Mamba „auf Schalke“ nicht angefeindet wird und stellt ihm einen Startelfeinsatz in Aussicht.
Steffen Baumgart ist sicher, dass Streli Mamba „auf Schalke“ nicht angefeindet wird und stellt ihm einen Startelfeinsatz in Aussicht. Foto: Thomas F. Starke

Baumgart war Augenzeuge

Baumgart war am Dienstag Augenzeuge der Partie und auch ihm blieben die Vorwürfe nicht verborgen. „Ich habe nichts gehört, aber gesehen, wie sich der Junge umgeguckt und dass ihn etwas beschäftigt hat“, erklärt Baumgart und fordert Zivilcourage: „Das sind Einzelne, da ist die Masse gefragt, sich dagegen zu wehren. Ich weiß, dass meine Spieler nicht von den gegnerischen Fans gefeiert werden und ich den einen anderen Spruch einstecken muss. Provozieren ist okay, aber die Frage ist immer, wie ich das mache. Rassismus gehört sich nicht“, sagt er und fährt fort: „Der Sport ist ein gutes Beispiel dafür, dass er Religionen und Hautfarben vereint und so etwas können und dürfen wir nicht tolerieren. Wer den Fußball liebt, hat damit nichts zu tun.“

Collins wird in die Abwehrkette zurückkehren

Klare Worte des Trainers, der dafür bekannt ist, seine Meinung deutlich zu formulieren. Ein Gespräch im Vorfeld mit seinen dunkelhäutigen Spielern Streli Mamba, Christopher Antwi-Adjei und Jamilu Collins hält er aber nicht für nötig: „Ich denke, das war eine einmalige Sache.“

Collins, so verriet Baumgart am Donnerstag, wird nach abgelaufener Gelb-Rot-Sperre auf seinen angestammten Posten links in der Viererkette zurückkehren. Erstens, weil er vorher gesetzt war; zweitens, weil sein Vertreter Gerrit Holtmann gegen Wolfsburg Rot sah und zwei Spiele aussetzen muss ; und drittens, weil Holtmann aufgrund einer Verletzung im Gesäßbereich eh nicht einsatzfähig gewesen wäre. Ob auch Klaus Gjasula, nachdem er in Freiburg seine zehnte Gelbe Karte gesehen und somit wie Collins gegen Wolfsburg gefehlt hatte, seinen Platz in der defensiven Mittelfeldzentrale wiederbekommt, ist dagegen unklar. Baumgart: „Das müssen wir sehen, weil die anderen es nicht schlecht gemacht haben. Es wird auch davon abhängen, für welches System wir uns entscheiden: 4-3-3 oder 4-4-2.“

Srbeny könnte eine Pause bekommen

Festgelegt hat sich der Coach, dass Christian Strohdiek in der Innenverteidigung weiterhin den verletzten Luca Kilian ersetzt und den Vorzug vor Uwe Hünemeier bekommt. Ebenso, dass Laurent Jans hinten rechts verteidigt, auch wenn Mo Dräger nach Wadenproblemen wieder trainiert. Im Sturm könnte Dennis Srbeny nach drei Einsätzen von Beginn an eine Pause bekommen. „Er hat zwei Jahre kaum gespielt und körperlich einiges aufzuholen“, sagt Baumgart. Zudem bescheinigt der Trainer dem zuletzt wenig berücksichtigten Streli Mamba „sehr engagierte Trainingsleistungen“. Daher sei er auf jeden Fall „eine sehr gute Option“. Die übrigen drei Winterzugänge Samuel Fridjonsson, Antony Evans und Dennis Jastrzembski kämen maximal für den Kader in Frage: „Sie müssen sich erst ranarbeiten.“

3570 Fans fahren mit ins Ruhrgebiet

Das gilt auch für den SCP. Das Tabellenschlusslicht wird von 3570 Fans ins Ruhrgebiet begleitet. Die wollen aus dem ausverkauften Gästerang nicht wieder ein 1:5 wie im Hinspiel erleben. Baumgart verspricht deshalb: „Auch wenn Schalke eine sehr hohe Qualität hat, wir fahren dahin, um zu punkten.“

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