Paderborns Christopher Antwi-Adjei schwärmt für Königsblau – mit Video Ein Schalke-Fan im SCP-Trikot

Paderborn (WB). Keine Frage, das Auswärtsspiel beim FC Schalke 04 gehört neben den Partien in München und Dortmund zu den Auftritten, bei denen der Gänsehautmoment am Größten ist. Wenn der SC Paderborn am Samstag (15.30 Uhr, Sky) in die Gelsenkirchener Arena einläuft, dürfte der Adrenalinausstoß bei einem SCP-Kicker besonders hoch sein: Christopher Antwi-Adjei .

Von Peter Klute
Den Mund weit geöffnet, die Augen auf den Ball gerichtet: Paderborns Christopher Antwi-Adjei freut sich auf Schalke.
Den Mund weit geöffnet, die Augen auf den Ball gerichtet: Paderborns Christopher Antwi-Adjei freut sich auf Schalke. Foto: Jörn Hannemann

„Jimmy“ trug schon als Junge das Schalke-Trikot

Für ihn, den alle nur „Jimmy“ nennen, ist es ein nachträgliches Geschenk zu seinem 26. Geburtstag am morgigen Freitag. Denn der Außenstürmer des Aufsteigers ist seit der Kindheit ein glühender Anhänger von Königsblau, schon als kleiner Junge trug der gebürtige Hagener ein Schalke-Trikot. „Viele meiner Freunde waren Schalke-Fans, da habe ich mich anstecken lassen“, sagt er heute. Die damaligen Knappen-Profis Lincoln, Kevin Kuranyi oder Marcelo Bordon wurden zu Idolen seiner Jugend. „Ich fand sie irgendwie cool“, erinnert er sich.

Albtraum – 1:5 im Hinspiel

Die Schwärmerei ist geblieben. „Es ist ein Traum“, sagte Antwi-Adjei vor dem Hinspiel. Doch die 90 Minuten in der Benteler-Arena wurden zum Albtraum. Zwar führte der SCP früh mit 1:0, unterlag aber am Ende auch in der Höhe verdient mit 1:5 und kassierte die bis heute höchste Saisonniederlage. Das soll sich im Ruhrgebiet nicht wiederholen, vor 60.000 Zuschauern in der Veltins-Arena zu spielen, ist für Antwi-Adjei noch einmal eine Steigerung.

Klassenerhalt wäre Krönung

Dabei gleicht seine Karriere eh schon einem Märchen. 2017 vom Regionalligisten TSG Sprockhövel gekommen, schaffte er mit dem SCP den Durchmarsch von der 3. in die 1. Liga, wurde ghanaischer Nationalspieler und schoss vor zwei Wochen, beim 2:0-Erfolg in Freiburg, sein erstes Bundesligator: „In den vergangenen drei Jahren ist viel passiert. Das ist der Wahnsinn. Ich bin sehr stolz darauf und werde wohl erst in einigen Jahren realisieren, was wir hier geleistet haben.“ Die Krönung wäre der Klassenerhalt. Der Mann der Rückrunde („Das ist auch für mich ein Phänomen, aber ich treffe lieber spät als nie“) will seinen Teil dazu beitragen.

Auch Zwillingsbruder Christian würde sich freuen

Übrigens, ein Paderborner Sieg auf Schalke würde nicht nur Christopher Antwi-Adjei, sondern auch Zwillingsbruder Christian freuen. Der spielt noch für Sprockhövel in der Oberliga und ist leidenschaftlicher Anhänger des Schalker Erzfeinds Borussia Dortmund. „Natürlich ärgern wir uns mal gegenseitig, aber insgesamt verstehen wir uns sehr gut“, sagt „Jimmy“ mit einem Lächeln.

Solidarisch mit Torunarigha

Er ist meistens gut gelaunt, doch bei Szenen wie beim Pokalspiel am Dienstag, als der Herthaner Jordan Torunarigha von Schalker Anhängern rassistisch beleidigt worden sein soll, ist Schluss. „Das gehört sich nicht, da bin ich voll auf der Seite des Berliners“, sagt Antwi-Adjei. Dennoch freut er sich auf Samstag. „In dem Stadion herrscht eine super Atmos­phäre“, sagt er, will aber mehr: „Auch wenn wir wieder Letzter sind und Schalke eine starke Truppe hat, bin ich davon überzeugt, dass es auch dort eine Chance für uns gibt. Wir sind da und haben die Niederlage aus dem Hinspiel nicht vergessen.“

Ob S04 oder SCP; egal, wer gewinnt, ein Sieger steht schon vorher fest: Christopher Antwi-Adjei.

Das Video-Interview mit Christopher Antwi-Adjei

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