Paderborns Sabiri über seine Schusstechnik, Sivasspor und Wolfsburg – mit Video
Wie einst Juninho

Paderborn (WB). Die Leistungen schwanken, die Ergebnisse auch, aber eine Konstante gibt es in dieser Saison beim SC Paderborn. Die heißt: Wenn Abdelhamid Sabiri trifft, gewinnt der SCP. So war es in der Hinrunde zu Hause gegen Fortuna Düsseldorf (2:0) und Eintracht Frankfurt (2:1), so war es am vergangenen Wochenende beim SC Freiburg (2:0) und so darf es aus Sicht der Ostwestfalen gerne auch an diesem Sonntag in der Benteler-Arena gegen den VfL Wolfsburg (18 Uhr, Sky) sein.

Samstag, 01.02.2020, 03:30 Uhr aktualisiert: 01.02.2020, 05:01 Uhr
Er kann auch Zweikampf: Abdelhamid Sabiri ist im Duell mit Leverkusens Julian Baumgartlinger obenauf. Foto: Oliver Schwabe

„Ich liebe die Rolle des Gamechangers, wie man in England sagt. Ich möchte da sein, wenn’s schwer wird, ob für meine Familie, Freunde oder Mitspieler. Ich freue mich, wenn ich ihnen helfen und Kraft geben kann“, sagt der gebürtige Marokkaner. Beim SCP durfte er das aber aus seiner Sicht noch zu wenig. „Es fällt mir sehr schwer, auf der Bank zu sitzen, daher überwiegt bei mir die Enttäuschung“, gibt Sabiri beim Blick auf seine Einsatzzeiten zu. Ende August aus Huddersfield gekommen, stand er in bislang zwölf Spielen fünfmal in der Startelf, ist aber mit drei Treffern nach Streli Mamba (5) bester Paderborner Torschütze. „Die Bilanz spricht für mich“, sagt der 23-Jährige.

Er ist ehrgeizig und selbstbewusst. Nach den Fehlschüssen von Jamilu Collins gegen Mainz und Klaus Gjasula gegen Augsburg war es in Freiburg Sabiri, der den ersten Elfmeter in der laufenden Saison verwandelte. Eiskalt und mit Verspätung. „Gegen Augsburg hatte ich den Ball ja auch schon in der Hand, aber da Klaus schießen wollte, habe ich natürlich an den pitän gegeben“, sagt Sabiri. Vor Freiburg nahm ihn Co-Trainer Daniel Scherning zur Seite und ernannte ihn zum Elferschützen.

Einer erneuten Startelfnominierung am Sonntag steht nichts im Weg. „Hamid hat es in Freiburg sehr gut gemacht und wird auch gegen Wolfsburg beginnen“, sagt Coach Steffen Baumgart. Am ersten Rückrundenspieltag hatte sich schon so mancher gewundert, warum Sabiri nach seiner guten Leistung und seinem Tor zum Hinrundenabschluss gegen Frankfurt wieder raus musste.

Das Frankfurter Waldstadion – ein Traum

Das Spiel gegen die Eintracht war für ihn etwas ganz Besonderes. Da wuchs er auf, da lebt sein gesamtes Umfeld. So wundert es nicht, dass Sabiri sagt: „Dort würde ich sofort für zehn Jahre blind unterschreiben.“ In der Jugend absolvierte er am Riederwald zweimal ein Probetraining – und wurde beide Male nicht genommen.

Im Frankfurter Waldstadion für die Eintracht aufzulaufen, wäre ein Traum, die Türkei ist es nicht. „Das ist keine Option für mich, ich möchte mein Ding hier zu Ende bringen“, sagt er über das Angebot des türkischen Tabellenführers Sivasspor in der Winterpause. Das Video im Internet, in dem er mit dem türkischen Trainer telefoniert und auf dessen Handy sein Gesicht zu sehen ist, kommentiert er so: „Ich habe das Gespräch angenommen, aber da ich den Anrufer nicht kannte, habe ich sofort wieder aufgelegt. Ich fand das Video witzig, weil ich nicht dorthin wechseln will und auch nie werde.“ Was die Zukunft bringt (Vertrag bis 2021), weiß niemand. Die Gegenwart heißt Kampf um den Klassenerhalt mit Paderborn in der Bundesliga. „Wir haben eine gute Mannschaft und sind gereift“, sagt er. Gegen Wolfsburg schließt sich für Sabiri der Kreis, denn im Hinspiel wurde er in der 68. Minute für Streli Mamba eingewechselt und stand die ersten Minuten für den SCP auf dem Platz. Diesmal werden es mehr.

„Alle Bälle im Winkel“

VfL-Keeper Koen Casteels wird dann ganz genau hinsehen. Denn: Die Torschusstechnik von Sabiri ist einzigartig. „Ich habe mir in meiner Jugend ganz viel abgeguckt, vor allem vom Brasilianer Juninho, der damals bei Lyon gespielt hat. Ich habe es nicht verstanden, wie man so schießen kann, dass der Ball erst hoch steigt und dann runterfällt. Ich habe das im Training immer wieder geübt und erst aufgehört, wenn alle Bälle im Winkel einschlugen. Ich brauche nicht viel Platz, kann das auch aus dem Stand und weiß sofort, ob er drin ist“, sagt er

Baumgart gibt anerkennend zu: „Solche Schüsse traue ich bei uns nur Hamid zu.“ Gegen Wolfsburg soll Sabiris rechter Fuß wieder zaubern, mit einem Grinsen im Gesicht erklärt er: „Ich erwarte ein torreiches Spiel.“

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