SCP-Kapitän Gjasula über Freiburg, die vielen Karten und den Trainer
„Gelb für den mit dem Helm“

Paderborn (WB). Klaus Gjasula fällt in der Fußball-Bundesliga auf. Nicht nur wegen seiner selbstverordneten Helmpflicht, auch weil er die Gelben Karten anzieht wie kaum ein Zweiter. Am Samstag (15.30 Uhr, Sky) droht Paderborns Mittelfeldspieler die zehnte Verwarnung und damit die zweite Sperre in dieser Saison. Vor den 90 Minuten beim SC Freiburg spricht der 30-Jährige über...

Samstag, 25.01.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 25.01.2020, 08:20 Uhr
Klaus Gjasula fällt in der Fußball-Bundesliga auf. Foto: Jörn Hannemann

... Freiburg im Breisgau: „Meine Heimat, mein Zuhause. Ich bin zwar in Tirana geboren, aber mit sieben Monaten nach Freiburg gekommen. Dort habe ich meine ersten 20 Lebensjahre verbracht, hier wohnen noch meine Eltern, meine Schwester und natürlich auch meine Freunde aus Kindertagen.“

... den SC Freiburg: „Die Mannschaft ist gut drauf, aber im Hinspiel haben wir gezeigt, dass wir sie packen können. Zur Pause hätten wir klar führen müssen, lagen aber 1:2 zurück und verloren schließlich 1:3. Da waren wir noch zu grün, denn eigentlich hatten wir das Spiel im Griff.“

... über die Gelbflut: „Jeder Schiri weiß, dass der mit dem Helm oft Gelb bekommt. Deshalb zücken sie bei mir unterbewusst schneller die Karte, eine mündliche Ermahnung gibt es fast nie. Das ist leider seit Jahren so. Selbst wenn ich nur kurz am Trikot ziehen würde, wäre ich oft sofort dran.“

... Steffen Baumgart: „Für mich ist dieser Mann ein Phänomen. Wenn er morgens im Trainingszentrum das Licht anschaltet, dann brennt bei uns der Laden. Egal zu welcher Zeit, dieser Trainer ist immer on fire.“

... den SC Paderborn: „Im Rückblick mein bester Wechsel. Ich hatte 2018 auch konkrete Angebote von Jahn Regensburg und vom 1. FC Magdeburg, aber mein Bauchgefühl sagte mir sehr früh: Der SCP ist der richtige Klub.“

... den Klassenerhalt: „Ich glaube fest daran. Wir können uns nicht mit Mannschaften wie Bayer Leverkusen messen, schon eher mit dem SC Freiburg. Am Ende müssen wir aber die direkten Duelle im Abstiegskampf für uns entscheiden. Das ist uns in der Hinrunde leider viel zu selten gelungen.“

... sein schönstes Jahr: „In die Bundesliga aufgestiegen, Nationalspieler geworden, als Kapitän die Mannschaft angeführt – das Jahr 2019 müsste ich mir eigentlich einrahmen. Wenn da auch noch meine kleine Tochter geboren wäre, hätte ich mir 2019 tätowieren lassen.“

... das Kapitänsamt: „Eines vorweg: Eigentlich bin ich hinter Christian Strohdiek und Uwe Hünemeier als Spielführer nur die Nummer drei. Aber der Trainer stellt anders auf, deshalb habe ich ein Amt, das ich auch in Halle und Duisburg schon hatte. Wobei das nicht zu vergleichen ist: Vor mehr als 80.000 Zuschauern im Signal-Iduna-Park neben Marco Reus einzulaufen, das hat eine völlig andere Bedeutung.“

... die Nationalmannschaft: „Ich hatte fünf Einsätze für Albanien und auch wenn wir die Qualifikation zur Europameisterschaft verpasst haben, ist es immer eine Riesenehre für mich, für die Auswahl Albaniens auflaufen zu dürfen. Ich bin mittlerweile als Abräumer vor der Abwehr ein fester Bestandteil der Mannschaft und freue mich jetzt auf die Quali zur Weltmeisterschaft 2022 in Katar. Mal sehen, wie weit wir kommen.“

... die Bundesliga: „Wer mit 28 Jahren noch in der 3. Liga spielt, der rechnet damit nicht mehr. Aber der SC Paderborn hat es möglich gemacht. Ich saß gerade noch rechtzeitig im richtigen Zug und konnte mir einen Traum erfüllen. Etwas Schöneres gibt es nicht.“

... die Helmpflicht: „Der Riesenwirbel, der damals entstanden ist, hat mich überrascht. Ich habe allerdings nie eine Helmpflicht gefordert, sondern wollte lediglich auf die Gefahr von schweren Kopfverletzungen im Fußball aufmerksam machen. Am Ende muss jeder Spieler selbst entscheiden, ob er sich schützt.“

... die Rolle als Vater: „Sehr anstrengend, weil man das nicht vorher lernen kann und es deshalb alles völlig ungewohnt ist. Aber gleichzeitig ist es für mich auch die schönste Rolle, die es auf der Welt geben kann. Meine Kleine ist jetzt 15 Monate alt, und ich bekomme alles und noch viel mehr zurück, was ich geben kann. Das ist wunderbar.“

... die „Schwarzwaldklinik“: „Ich habe keine Ahnung, wie Oma in Albanien die deutsche Fernsehserie ‚Schwarzwaldwaldklinik‘ geschaut hat. Aber sie war ein großer Fan, besonders vom Hauptdarsteller Klausjürgen Wussow. So kam es, wie es jetzt ist: Mein Bruder heißt Jürgen, ich Klaus. Als Kind fühlte sich das nicht richtig an. Aber heute kann ich gut damit leben.“

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7216150?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198358%2F
Hygiene-Experten testen neue Filter bei Tönnies
Symbolbild. Foto: dpa
Nachrichten-Ticker