Paderborns Siegtorschütze Sven Michel spielte zuletzt wenig und freut sich umso mehr „Wir waren einfach mal dran“

Bremen (WB). Bevor sich Sven Michel in der Mixed-Zone den Fragen der wartenden Journalisten stellte, gab es erst einmal eine innige Umarmung vom Chef. Trainer Steffen Baumgart herzte seinen Matchwinner, der dem SCP durch das späte 1:0-Siegtor im Weserstadion den ersten Auswärtssieg beschert hatte, innig.

Von Peter Klute
Sven Michel schoss das erste Paderborner Saisontor in Leverkusen und machte in Bremen den ersten Auswärtssieg perfekt.
Sven Michel schoss das erste Paderborner Saisontor in Leverkusen und machte in Bremen den ersten Auswärtssieg perfekt. Foto: imago

Später schloss Baumgart die beiden anderen Einwechselspieler Cauly Souza und Gerrit Holtmann in sein Lob mit ein: „Alle drei haben es gut gemacht. Und was Svenni betrifft: Bei ihm wissen wir, was wir kriegen. Wir wissen, dass er manchmal unglücklich aussieht. Aber wir wissen auch, dass wir durch ihn den ersten Abwehrspieler bekommen, was Einsatz und Mentalität angeht.“ Baumgart freute sich in erster Linie für die gesamte Mannschaft, Manager Martin Przondziono aber besonders auch für Michel: „Der Trainer hat in den vergangenen Wochen vorne häufiger gewechselt und Sven hat nicht mehr so viele Minuten bekommen. Umso schöner ist es, dass er heute getroffen hat. Jetzt sind wir wieder im Geschäft, müssen aber am Samstag gegen Union Berlin unbedingt nachlegen.“

Euphorisch in Richtung Gästekurve

Große Freude empfand natürlich auch Michel, aber bis es soweit war, verging eine Menge Zeit. Schiedsrichter Sascha Stegemann hatte nach Zeichen seines Linienrichters zunächst auf Abseits von Vorbereiter Streli Mamba entschieden, zeigte dann aber nach Videobeweis auf den Anstoßpunkt. „Wir dachten erst, das Ding sei durch, aber vor uns stand ein Fernseher und da war uns relativ schnell klar, dass das Tor zählt“, sagte Przondziono. Während Michel nach der Korrektur euphorisch in Richtung Gästekurve rannte, hielt sich die Freude am Rand zumindest bei einem in Grenzen. „Wenn es gefühlte vier Minuten dauert, bis das Tor gegeben wird, ist es mit dem Jubeln so eine Sache“, sagte Baumgart.

Am Ende waren der Dreier und das zweite Saisonspiel ohne Gegentor Fakt. Dank Michel. „Ich freue mich für die gesamte Mannschaft. Es ist ein tolles Gefühl und es war ein ganz wichtiger Sieg für uns“, sagte der 29-Jährige, für den eine lange Zeit des Wartens zu Ende ging. Sein erstes Bundesligator hatte er am ersten Spieltag beim 2:3 in Leverkusen erzielt und seitdem nicht mehr getroffen.

Konterchancen vergeben

Zudem war er in den vergangenen Wochen nur noch Ersatz. „Bei uns kamen schon Pech und Unglück zusammen und gerade für mich war es eine schwierige Situation. Jetzt waren wir einfach mal dran“, sagte er und widmete seinen Treffer in der 90. Minute, wie schon gegen Bayer, seinem Vater Gerhard: „Er hat bald eine Operation vor sich, daher ist auch dieses Tor für ihn.“

Die Gewissheit, dass es zu drei Punkten reichte, gab es erst nach einer siebenminütigen Nachspielzeit. Doch Michel machte sich darüber überhaupt keine Gedanken, wie er später erklärte: “Wir haben so gut gestanden, daher war ich mir sicher, dass nichts mehr anbrennt.“ Dennoch kritisierte er das fahrlässige Umgehen mit den Konterchancen nach dem 1:0: “Da hätten wir den Deckel draufmachen müssen. Das sollten wir demnächst besser machen.“

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