Paderborns Sven Michel ist seit 2015 immer auf- oder abgestiegen – Mit Video
„Die Zeit wird knapp“

Paderborn (WB). „Diesmal bin ich eigentlich gekommen, um länger zu bleiben“, sagt Sven Michel. Der 29-Jährige meint den Aufstieg mit dem SC Paderborn in die 1. Liga. Doch Michels Karriere gleicht mehr einem Bungeesprung. Mal geht’s rasant runter, dann wieder steil rauf. Aktuell ist der Stürmer mit seinem SCP ganz unten und kommt am Sonntag (Anstoß: 18 Uhr) als Letzter der Liga zum SV Werder Bremen.

Freitag, 06.12.2019, 09:59 Uhr aktualisiert: 06.12.2019, 12:08 Uhr
So war es zuletzt: Joker Sven Michel (links) versucht sich gegen Leipzigs Stefan Ilsanker durchzusetzen Foto: Thomas F. Starke

“Ein perfekter Ort” für Auswärtssieg

„Ein perfekter Ort, um auch auswärts endlich mal zu gewinnen“, sagt Michel und hofft auf die etwas verloren gegangene Kon­stanz im Spiel der Paderborner: „Gegen den BVB war die erste Hälfte gut, gegen Leipzig waren wir im zweiten Abschnitt besser. Wenn wir das jetzt mal wieder über die gesamten 90 Minuten hinbekommen, dann können wir auch an der Weser etwas holen.“

Die Zeit drängt, das weiß auch Michel . Die Spiele bis zur Winterpause werden weniger, der Punktestand bleibt dagegen fast kon­stant schlecht. So war es in den vergangenen Wochen. Realistisch seien neun Punkte bis zur Pause, glaubt Michel. Das ist nicht viel, das wären sogar schon zehn weniger als noch vor fünf Jahren. Damals stieg der SCP nach einer guten Vorrunde trotzdem gleich wieder ab. Diesmal will Michel alles komplett umdrehen und die Rückrunde zur Aufholjagd nutzen: „Die zweite Saisonhälfte war bei uns in den vergangenen Jahren oft sehr viel besser, außerdem sind es nur sechs Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz.“

Klub werde sich Gedanken machen

Auf dem steht im Moment Hertha BSC mit dem neuen Trainer Jürgen Klinsmann und dem millionenschweren Investor Lars Windhorst. Da können die Ostwestfalen nicht mithalten, dennoch geht Michel davon aus, dass sein Verein im Winter auch noch einmal auf dem Markt aktiv wird. „Der Klub wird sich Gedanken machen“, sagt er, ist aber trotz der prekären Lage überzeugt, dass der eingeschlagene Weg beibehalten wird: „Es kommen Spieler mit Perspektive, die entwickelt werden müssen.“ Für alles andere wäre wohl auch kein Geld da.

Auf und Ab nervt Michel manchmal

Zwei Abstiege mit Energie Cottbus (2015, 2016), zwei Aufstiege mit Paderborn (2018, 2019) und dazwischen 2017 der zumindest sportliche Rutsch in die Regionalliga. „Dieses Auf und Ab gehört zum Fußball, aber manchmal nervt es“, sagt Michel und spielt damit auch auf die eigene Situation an: Die Stammkraft der letzten drei Jahre ist in die Jokerrolle gerutscht. Streli Mamba, im Sommer aus Cottbus gekommen, hat seinen Platz übernommen und trifft. In den vergangenen zwei Spielen dreimal. „Ich würde ihn auch nicht rausnehmen“, sagt Michel und ergänzt sehr deutlich: „Ich bin keiner, der nun miese Stimmung verbreitet. Aber es ist auch nicht mein Anspruch, von der Bank zu kommen.“

Bungeesprünge auch berauschend

Wobei Michel aufs Tempo drücken muss. „Die Zeit wird knapp“, sagt er selbst. Für den SCP im Kampf um den Klassenerhalt, für den Profi im Kampf um die Erstliga-Karriere. Denn die Chancen, Spiele in der Bundesliga zu beginnen, werden auch für den bald 30-Jährigen weniger. Wobei Bungee­sprünge eine berauschende Wirkung haben können. Michel ist jedenfalls überzeugt: „Ich konnte mich bislang fast überall durchsetzen. Über kurz oder lang bin ich wieder dabei.“

 

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7113925?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198358%2F
Gut gemeint ist nicht gut gemacht
Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU). Foto: dpa
Nachrichten-Ticker