Ein zunächst chancenloser SC Paderborn verliert gegen Leipzig am Ende unglücklich mit 2:3 – mit Videokommentar Großer Kampf

Paderborn (WB/MR). Der SC Paderborn musste im Kampf um den Klassenerhalt einen weiteren Rückschlag hinnehmen: Im Heimspiel gegen RB Leipzig kassierte der SCP eine am Ende unglückliche 2:3 (0:3)-Niederlage. Die Sachsen setzten damit ihre imponierende Serie mit nun sieben ungeschlagenen Pflichtspielen mit 29:8 Toren und fort.

Foto: Thomas F. Starke

Der SCP war erst chancenlos, stemmte sich dann aber im zweiten Abschnitt mit aller Macht gegen die sechste Heimniederlage. Auch wenn es, anders als zuletzt in Dortmund, nicht zum Punktgewinn reichte, das war wieder Werbung für den SCP.

Ohne eine Veränderung im Vergleich zum 3:3 bei Borussia Dortmund schickte SCP-Trainer Steffen Baumgart seine Elf aufs Feld. Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann nahm dagegen vier Umstellungen in seiner Startelf vor: Nganoma Mvogo ersetzte Gulacsi (Schädelprellung) im Tor, darüber hinaus spielten Stefan Ilsanker, Nordi Mukiele und Patrik Schick anstelle von Ethan Ampadu, Marcelo Saracchi (beide auf der Bank) und Emil Forsberg (muskuläre Probleme).

Leipziger Blitzstart

Die Gäste legten einen Blitzstart hin und stellten mit einem Doppelschlag früh die Weichen in Richtung Auswärtssieg. Startelf-Debütant Patrik Schick war es in Minute drei, der nach einem Zuspiel von Timo Werner zum 1:0 einschoss. Keine sechzig Sekunden später erhöhte Marcel Sabitzer mit einem Distanzschuss auf 2:0. Der Ball hatte eine tückische Flugkurve, dennoch sah Leopold Zingerle im SCP-Tor da nicht gut aus. Kapitän Klaus Gjasula aber auch nicht, er hatte mit einem Fehlpass den Angriff der Leipziger eingeleitet.

In der Folgezeit kam der SCP etwas besser ins Spiel, strahlte in Person von Gerrit Holtmann (25.) auch mal so etwas wie Torgefahr aus, Treffer erzielte zunächst aber nur der Gast. Das 3:0 durch Nationalspieler Timo Werner (26.) war ein klassischer Konter, eingeleitet vom Ex-Paderborner Diego Demme. Der RB-Kapitän schickte Christopher Nkunku auf die Reise, dessen Zuspiel nahm Werner auf, umspielte noch Zingerle und schob locker ein. Nkunku (42.) hätte sogar noch auf 4:0 erhöhen können, verzog aber knapp.

Wie chancenlos der SCP zunächst war, zeigten zur Pause auch diese Zahlen: Leipzig hatte 10:3 Torschüsse, 57 Prozent Ballbesitz und gewann 62 Prozent der Zweikämpfe.

SCP kommt gut aus der Kabine

Pfiffe gab es zur Halbzeit dennoch nicht, der tapfer kämpfende aber völlig chancenlose SCP wurde sogar mit aufmunternden Beifall verabschiedet. Und kam gut aus der Kabine. Streli Mamba (47.) verkürzte nach Steilpass von Sebastian Vasiliadis auf 1:3, doch der Treffer zählte nach Videobeweis nicht. Mamba stand wenige Zentimeter im Abseits.

Werner (52.), Schick (53.) hätten noch erhöhen können, doch im zweiten Anlauf war es dann wieder Streli Mamba (62.), der auf 1:3 stellte. Sein Sprint nach einem Jans-Pass war diesmal nicht diskussionswürdig. Der Treffer zählte und setzte neue Kräfte frei. Paderborn wurde nun mutiger und besser. Nach einem Patzer von RB-Keeper Mvogo hatte Mamba (67.) sogar das 2:3 auf dem Fuß, doch diesmal war der Torjäger wohl zu überrascht und verzog.

Paderborn macht Druck

Doch der SCP blieb dran und kam weiter heran. Nach Zuspiel des eingewechselten Christopher Antwi-Adjei war es der Kapitän, der die Partie wieder völlig offen machte: Klaus Gjasula (73.) verkürzte auf 2:3. Was für eine Rückkehr des Neulings, der eine Halbzeit lang wie der sichere Verlierer aussah.

Paderborn machte weiter Druck, Leipzig wurde nervös. Upamecano (80.) köpfte eine Flanke des ebenfalls neu ins Spiel gekommenen Sven Michel fast ins eigene Netz. Werner (88.) hätte allerdings auf der anderen Seite auch alles klar machen können. Der SCP war dennoch mal wieder ganz nah dran, belohnte sich leider aber einmal mehr nicht.

Bibiana Steinhaus und Paderborn

Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus, die nur am Ende Probleme mit dem hektischen Spiel hatte, begann ihre Profi-Karriere übrigens in Paderborn. Die 40-Jährige pfiff am 21. September 2007 ihre erste Zweitligapartie im Hermann-Löns-Stadion, damals verlor der SCP gegen die TSG 1899 Hoffenheim mit 0:2. Der SCP stieg am Ende der Saison in die 3. Liga ab. In diesem Jahr leitete Steinhaus auch schon ein Spiel des SCP: Am 2. März die 0:1-Heimniederlage gegen den FC St. Pauli. Steinhaus steht auch für Doppel-Rot in Paderborn. Sebastian Schonlau und Schlussmann Leopold Zingerle schickte die Polizeibeamtin am 9. Februar 2018 bei der 0:1-Heimpleite gegen den späteren Absteiger RW Erfurt vom Feld.

Für den SCP geht es erst am kommenden Sonntag (Anstoß 18 Uhr) wieder weiter, dann ist Paderborn bei Werder Bremen zu Gast. RB Leipzig hat bereits am Samstag die TSG Hoffenheim zu Gast.

Statistik

Paderborn: Zingerle – Jans (85. Sabiri), Kilian, Schonlau, Collins - Pröger, Gjasula, Vasiliadis, Holtmann (60. Antwi-Adjei) - Mamba, Zolinski (73. Michel)

Leipzig: Mvogo - Klostermann, Ilsanker, Upamecano, Mukiele (56. Saracchi) - Demme, Laimer – Sabitzer (61. Haidara), Nkunku - Werner, Schick (75. Cunha)

Schiedsrichterin: Bibiana Steinhaus (Langenhagen)

Tore: 0:1 Schick (3.), 0:2 Sabitzer (4.), 0:3 Werner (26.), 1:3 Mamba (62.), 2:3 Gjasula (73.)

Zuschauer: 13.253

Gelbe Karten: Collins, Gjasula, Antwi-Adjei / Ilsanker, Schick, Werner

Kommentare

wie gehabt


wieder mal eine Niederlage - und wieder mal viele Gründe, stolz auf diese Truppe zu sein.

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