SCP-Linksaußen Gerrit Holtmann will auch gegen Leipzig Vollgas geben – Mit Video Fix und forsch

Paderborn (WB). Gerrit Holtmann ist für hohe Geschwindigkeit bekannt. Dortmunds Julian Weigl weiß ganz genau, wovon an dieser Stelle die Rede ist. Auch bei der Beantwortung von gar nicht so einfachen Fragen legt der Linksaußen des SC Paderborn 07 ein bemerkenswertes Tempo vor.

Von Elmar Neumann
Julian Weigl ist zu langsam, Roman Bürki geschlagen: Gerrit Holtmann stellt gegen BVB auf 3:0.
Julian Weigl ist zu langsam, Roman Bürki geschlagen: Gerrit Holtmann stellt gegen BVB auf 3:0. Foto: imago

Fünf Spiele gewinnen und dann weitersehen...

Wie viele Punkte der SCP denn in den vor Weihnachten noch ausstehenden fünf Bundesligapartien sammeln müsse, um mit realistischen Hoffnungen auf den Klassenerhalt ins neue Jahr starten zu dürfen, muss sich Holtmann fragen lassen und die prompte Antwort lautet wie folgt: „Wir gewinnen jetzt erst mal die nächsten fünf Spiele und dann sehen wir weiter!“ Wohlgemerkt: Als der 24-Jährige diese Frage wenig später vor laufender Kamera beantworten muss, gibt er sich etwas zurückhaltender („Wir wollen so viele Spiele wie möglich gewinnen“), aber: Gesagt ist gesagt und letztlich steht der Neuzugang zu seinem Wort. Ob das Heimspiel gegen RB Leipzig am Samstag (15.30 Uhr, Benteler-Arena/Sky) oder die sich anschließenden Auftritte in seinem Geburtsort Bremen, gegen Union Berlin, in Mönchengladbach sowie gegen Eintracht Frankfurt – für das komplette Quintett gelte: „Wir können jedes dieser Spiele für uns entscheiden. Definitiv. Unser Eingewöhnungsprozess ist mittlerweile derart weit vorangeschritten, dass ich ein richtig gutes Gefühl habe.“

Das Gefühl, zugelegt zu haben

Das klingt nach erstaunlich viel Selbstbewusstsein, in jedem Fall nach viel mehr, als der Blick auf das mit lediglich fünf Pünktchen gefüllte SCP-Konto vermuten ließe. Aber Holtmann, der auf den ersten 30 Metern tatsächlich jedem Weltklassesprinter Konkurrenz machen kann, sieht sich vor allem durch die erste Hälfte der spektakulären Darbietung gegen Dortmund bestätigt: Als die Leihgabe des FSV Mainz 05 den gleichaltrigen BVB-Verteidiger Weigl in Minute 43 so aussehen lässt, als habe dieser schon in jungen Jahren auf Walking Football umgesattelt, und auf 3:0 für den Gast stellt, scheint der Hochgeschwindigkeitszug aus Paderborn auf dem Weg zu Dreier Nummer zwei nicht mehr zu stoppen zu sein. Am Ende steht’s zwar doch lediglich 3:3, und Holtmann findet’s „merkwürdig, ein Spiel, das wir eigentlich hätten gewinnen müssen, nicht gewonnen zu haben“. Doch neben dem fünften Punkt nimmt der einstige U20-Nationalspieler das zuversichtlich stimmende Gefühl mit, weiter an Konkurrenzfähigkeit zugelegt zu haben: „Wie wir die Borussia in den ersten 45 Minuten zerpflückt und die Schwächen aufgedeckt haben, das sah schon richtig gut aus.“

Leipzig für Holtmann „das Nonplusultra“

Dass sich die meisten Medien hernach mehr mit Dortmunds Desaster als Paderborns Power befassten, hat Holtmann sogar gerne zur Kenntnis genommen: „Es ist doch normal, dass man eher den Großen schlechtredet als den Kleinen gut. Mir gefällt das, denn wenn wir weiter kleingeredet werden, unter dem Radar fliegen, fällt es leichter zu überraschen. Das haben wir auch gegen die Leipziger vor, obgleich die für mich aktuell das Nonplusultra im deutschen Fußball darstellen.“

Ampel steht auf Grün

Forsche Töne eines fixen Fußballers. Es ist kein Zufall, dass er – im Gegensatz zu seinem Vorbild Gareth Bale (Real Madrid) – nicht Golf spielt: „Dazu fehlt mir die Geduld.“ Der Sohn einer philippinischen Mutter kann nur langsam, wenn er langsam muss. Im Gegensatz zu Julian Weigl gelingt es Verletzungen regelmäßig, seinen Vorwärtsdrang zu stoppen. Nicht zuletzt deshalb hat es drei Jahre und zwei Monate gedauert, bis Holtmann nach seinem Bundesliga­debüt im September 2016 nun in Dortmund seine erste persönliche Saison, sein 34. Spiel, abhaken konnte. Auch am vergangenen Freitag im Signal-Iduna-Park war die Partie für ihn unfreiwillig früh (62. Minute) beendet. Muskuläre Probleme, noch resultierend aus den minimalen Einsatzzeiten in der Vorsaison, sind seine ständigen Begleiter. Mit Blick auf das Heimspiel gegen RB steht die Ampel für Holtmann jedoch längst wieder auf Grün: „Es reicht derzeit zwar nur für 60 bis 70 Minuten, aber für die bin ich bereit. Ich werde auch gegen Leipzig wieder Vollgas geben.“ Was auch sonst.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7099291?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198358%2F