Paderborn geht gegen Schalke trotz Führung noch mit 1:5 unter Das war eine Lehrstunde

Paderborn (WB). Neue Erfahrung für den Neuling SC Paderborn: Zum ersten Mal in dieser Saison war der Gegner klar besser: Der 5:1 (1:1)-Sieg des FC Schalke am Sonntagabend war hochverdient.

Von Matthias Reichstein
Fünf bittere Momente erlebte SCP-Schlussmann Jannik Huth.
Fünf bittere Momente erlebte SCP-Schlussmann Jannik Huth. Foto: Thomas F. Starke

»Wir hatten heute keinen Stich und haben eine richtige Reise bekommen. Die Niederlage war auch in der Höhe verdient. Wir können es besser, wir müssen es besser machen. Denn so können wir in dieser Liga nicht bestehen«, fand Paderborns Trainer Steffen Baumgart klare Worte.

Martin Przondziono sprach auch von einer »verdienten Niederlage«, schränkte aber dann ein: »Mir war sie zu hoch.« Der 50-Jährige sagte dann aber: »Wir haben es den Schalkern viel zu einfach gemacht. Die Fehlerquote war eindeutig zu hoch.« Von einer »Lehrstunde« wollte er aber nicht sprechen: »Bei jeder Niederlage nimmst du was mit.«

Hausherren wieder mit Traumstart

Die Hausherren erwischten wieder einen Traumstart. Wie gegen Freiburg und Wolfsburg gingen die Ostwestfalen in Führung. Wie beim VfL war es Cauly Souza (8.), der nach Flanke von Sven Michel zum 1:0 einköpfte. Der Brasilianer beschenkte sich selbst und markierte an seinem 24. Geburtstag sein Saisontor Nummer zwei.

Die Schalker antworteten mit Dauerdruck, hatten in der Folgezeit nicht nur mehr Ballbesitz, sondern gewannen auch die meisten Zweikämpfe. Paderborn zog sich zurück und reagierte nur noch. Jannik Huth konnte seinen Kasten zunächst trotzdem noch sauber halte.

Vor der Führung (Guido Burgstaller/9.) und danach, als er für Uth (28.) und erneut Burgstaller (30.) ein nicht zu überwindendes Hindernis war. »Wir sind gut in das Spiel reingekommen, haben nur unsere wahnsinnig guten Tormöglichkeiten nicht genutzt. Aber die Jungs haben immer an sich geglaubt und immer so weitergespielt«, freute sich Schalkes Trainer David Wagner.

Huth auf der Hut

In Minute 33 fiel Schalkes Treffer Nummer eins: Nach Flanke von Bastian Oczipka stieg der ohnehin schon riesige Salif Sané höher als alle SCP-Verteidiger und köpfte zum 1:1 ein. Schiri Schröder besprach sich noch kurz mit dem Videoassistenten (angeblich Abseits), blieb aber zurecht bei seiner Entscheidung.

Burgstaller (40/41.) hätte Schalke in Führung bringen müssen. Doch auch hier war Huth auf der Hut. Der Ausgleich der Königsblauen war hochverdient, da gab es in der Pause keine zwei Meinungen.

Auch wenn der SCP dem 2:1 in der Nachspielzeit von Durchgang eins nochmal ganz nah war. Sebastian Vasiliadis düpierte erst vier Schalker, schickte dann Sven Michel auf die Reise, der seine freie Schussbahn nicht nutzte.

Der bisher beste Gegner

Nach dem Wechsel bot sich das gleiche Bild: Schalke machte das Spiel, Paderborn die Fehler. Diesmal brauchten die starken Königsblauen aber nur vier Minuten für Treffer Nummer zwei, unterstützt vom SCP: Erst spitzelte Klaus Gjasula den Ball zu Suat Serdar, der zog sofort ab und der von Uwe Hünemeier noch abgefälschte Ball landete im Netz.

Paderborn hatte auch keinen Plan, um die Partie noch zu drehen. Der bisher beste Gegner suchte die Entscheidung. Die verpasste zunächst erneut Burgstaller (56.), die besorgte dann aber Amine Harit. Nach Abschlag von Alexander Nübel und Doppelpass zwischen McKennie und JonJoe Kenny traf Harit mit links zum 3:1 (71.). Am Ende kam es dann richtig dicke. Der SCP erhöhte das Risiko und wurde daheim ausgekontert. Ahmed Kutucu (83.) und wieder Harit (85.) trafen zum 5:1.

Kommentare

Wie zu erwarten

Der SCP ist einfach der 1.Liga nicht würdig und wird als souveräner Tabellenletzter absteigen

Locker bleiben


Ruhig bleiben - solche Ergebnisse passieren halt, wenn man mit einem nicht-Erstliga-Etat in die Saison geht.

150.000 Euro hatte der SCP vor der Saison für Neuverpflichtungen. So viel Geld verdient ein Topverdiener in der Bundesliga innerhalb von 4 Tagen. Also ein einzelner Spieler verdient in 4 Tagen soviel, wie der ganze Verein für die ganze Saison für neue Spieler zur Verfügung hat. Das muß man sich mal vergegenwärtigen.

Jedes Spiel des SCP in der ersten Liga ist ein großes Geschenk. Und Baumgart wird aus so einer heftigen Niederlage die richtigen Schlüsse ziehen.

Ruhig Blut - die Spiele gegen Union, Düsseldorf, Köln, Mainz und Ausburg kommen alle noch.

Laß die Jungs mal machen. Und im Winter eine Verstärkung in der Defensive besorgen.

2 Kommentare

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