SC Paderborn: 18:0-Sieg gegen A-Ligist – viel Lob für den Aufsteiger im »Doppelpass« Dem »Mickey-Mouse-Etat« getrotzt

Paderborn (WB/en). Nach dem 2:1 im nicht-öffentlichen Testspiel gegen Zweitligist VfL Osnabrück hat sich der SC Paderborn auch bei seinem zweiten Auftritt in der Länderspielpause schadlos gehalten. Mehr als 1000 Zuschauer sahen das 18:0 (7:0) des Bundesliga-Aufsteigers gegen den A-Ligisten SG Wewelsburg/Ahden, der den SCP anlässlich des 100. Geburtstags des TuS Wewelsburg als Gast hatte begrüßen dürfen.

Babacar Gueye ist beim Paderborner 18:0-Sieg gegen Wewelsburg/Ahden mit vier Treffern bester Torschütze.
Babacar Gueye ist beim Paderborner 18:0-Sieg gegen Wewelsburg/Ahden mit vier Treffern bester Torschütze. Foto: Jörn Hannemann

Babacar Gueye war mit vier Treffern erfolgreichster Angreifer des Teams von Trainer Steffen Baumgart. Die restlichen Tore teilten der nachverpflichtete Abdelhamid Sabiri (3), Marcel Hilßner, Khiry Shelton, Streli Mamba (jeweils 2), Sven Michel, Christopher Antwi-Adjei, Marlon Ritter, Ben Zolinski und Gerrit Holtmann untereinander auf.

»Das war ein sehr engagierter Auftritt meiner Mannschaft. Die Jungs haben richtig Gas gegeben und das ist mit zwei freien Tagen vor den Augen alles andere als selbstverständlich«, sagte der SCP-Coach. Nicht mit von der Partie waren die fünf Nationalspieler, von denen Klaus Gjasula bei der 1:4-Niederlage in Frankreich sein Debüt in der albanischen Nationalmannschaft feiern durfte. Es überrascht kaum, dass der »Gelbrekordler« auch gleich seine erste Karte im Nationaltrikot zu sehen bekam: Zwölf Minuten nach der Einwechslung (54.) gegen Les Bleus war’s so weit.

Während Baumgart sich aus Wewelsburg zum kurzen Familienbesuch nach Berlin verabschiedete, verbrachte Sport-Geschäftsführer Martin Przondziono das Wochenende in Hamburg und München. Erst war er am Freitag Augenzeuge der deutschen 2:4-Niederlage gegen die Niederlande, dann kam er seiner Einladung in den Sport1-»Doppelpass« nach und verkaufte sich dort so meinungsstark wie schlagfertig. »Wir wollen auch noch in drei Jahren in der Bundesliga sein und den Verein auf Dauer unter den Top 30 in Deutschland platzieren. Das ist ein ambitioniertes, aber durchaus auch realistisches Ziel«, sagte der 50-Jährige in der von Thomas Helmer moderierten Talkshow.

Rettig und Ziege loben SCP

Przondziono plauderte locker über die Erfolgsgeschichte und erinnerte daran, wo der Verein herkommt: »Vor drei Jahren hätte ich mir ein Grundstück kaufen können auf dem Trainingsgelände. Da hätte ich wahrscheinlich das Geschäft meines Lebens gemacht.« Jetzt sei das Pendel wieder in die andere Richtung ausgeschlagen.

Dafür gab es auch reichlich Lob aus der Runde. »Mir gefällt, dass sich da ein Verein Gedanken gemacht hat und nun geschlossen seinem Weg treu bleibt. Das Schönste daran ist: Wenn du Paderborn zuschaust, macht das richtig viel Spaß. Sie begeistern mit Spielern, von denen wir hier wahrscheinlich nicht mal drei namentlich nennen könnten«, sagte Ex-Nationalspieler Christian Ziege. Andreas Rettig, der Geschäftsführer des FC St Pauli, verwies vor allem auf die wirtschaftliche Ausgangslage des SCP: »Man kann den Paderbornern zu ihrer Entwicklung nur gratulieren. Was sie mit ihrem Mickey-Mouse-Etat zustanden bringen, ist großartig.«

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