SC Paderborn verliert gegen den SC Freiburg 1:3 und wartet weiter auf den ersten Punkt Zu viele Chancen vergeben

Paderborn (WB). Der letzte Bundesligasieg des SC Paderborn, es war ein 2:1 gegen den SC Freiburg, datiert aus dem Mai 2015. Und dabei bleibt es vorerst auch. Im ersten Heimspiel der neuen Saison unterlag der SCP ausgerechnet den Freiburgern mit 1:3 (1:2) und wartet nach der 2:3-Niederlage zum Auftakt bei Bayer Leverkusen weiter auf den ersten Punkt. Auch diesmal war die Leistung ordentlich, doch es gab trotz Führung wieder nichts Zählbares.

Von Peter Klute
weikampf in der Benteler Arena: Der Paderborner Sven Michel gegen Freiburgs Christian Günter.
weikampf in der Benteler Arena: Der Paderborner Sven Michel gegen Freiburgs Christian Günter. Foto: Oliver Schwabe

Paderborns Trainer Steffen Baumgart änderte seine Mannschaft gegenüber dem ersten Spieltag auf einer Position. Anstelle von Kai Pröger nominierte er Neuzugang Cauly Oliveira Souza für die Startelf. Aus dem Kader flog Rifet Kapic, für ihn rückte Babacar Gueye nach.

Frühe Führung durch Mamba

»In 15 Jahren vieles gesehen, aber da ist noch so viel mehr...« . Mit dieser Choreo stimmten sich die Paderborn Supporters auf der Wilfried-Finke-Tribüne auf die zweite Bundesliga-Saison ein. Und sie sahen einen Auftakt nach Maß ihrer Lieblinge.

In der dritten Minute schickte Sebastian Vasiliadis Streli Mamba auf der linken Seite auf die Reise. Der Ex-Cottbuser ließ alle Freiburger stehen und auch Torwart Alexander Schwolow mit einem Schuss in die lange Eck keine Chance. Vom Innenpfosten sprang der Ball zur frühen Führung ins Netz. Für Mamba war es bereits das zweite Saisontor, nachdem er schon in Leverkusen zum zwischenzeitlichen 2:2 getroffen hatte.

Mamba und Antwi-Adjei scheitern

In der neunten Minute war Mamba nach einem Pressschlag des Ex-Freiburgers Mo Dräger mit einem Gegenspieler erneut frei durch, zögerte aber zu lange, so dass Nico Schlotterbeck in letzter Sekunde noch klären konnte.

Statt 2:0 hieß es im Gegenzug fast 1:1. Nils Petersen, der von den vergangenen sechs Freiburger Toren gegen den SCP alleine vier erzielt hatte, köpfte knapp über das Tor von Jannik Huth. Der störte sechs Minuten später den allein auf ihn zulaufenden Brandon Borrello so energisch, dass der am Tor vorbeischoss.

Aber eigentlich musste es in diesem offenen Spiel längst 2:0 für Paderborn stehen, doch nach Mamba ließ auch Christopher Antwi-Adjei eine Topchance aus, als er an Schwolow scheiterte (17.).

Ausgleich vom Punkt

Das rächte sich kurz danach, denn dann fiel der Ausgleich. Nach einem Handspiel von Kapitän Christian Strohdiek im Strafraum (Hereingabe von SC-Kapitän Christian Günter) zeigte Schiedsrichter Tobias Welz aus Wiesbaden sofort und zurecht auf den Elfmeterpunkt.

U21-Nationalspieler Luca Waldschmidt verwandelte sicher zum 1:1. Dann hatte wieder Mamba die erneute Paderborner Führung auf dem Fuß, brachte den Ball nach Zuspiel von Antwi-Adjei aber nicht richtig unter Kontrolle (28.). Die nächste Möglichkeit gab es in der 37. Minute, als Vasiliadis nach einer Flanke von Jamilu Collins nur das Außennetz traf.

Der Aufsteiger war voll im Spiel und die etwas bessere Mannschaft. Doch der Lohn blieb zunächst aus. Nach Freistoß von Souza (Foul an Vasiliadis) streifte ein Kopfball des aufgerückten Innenverteidigers Uwe Hünemeier den rechten Außenpfosten.

Effenziente Freiburger führten

Es wäre ein Tor zum Jubiläum gewesen, denn Hünemeier bestritt gegen Freiburg sein 100. Spiel für Paderborn. Damit wurde es nichts, doch es kam noch schlimmer, denn im direkten Gegenzug setzte sich Petersen nach einem langen Ball von Philipp Lienhart gegen Strohdiek durch, umkurvte Huth und sorgte dafür, dass die Gäste erstmals an diesem Nachmittag vorne lagen. Effenziente Freiburger führten.

Kurz vor der Pause gab es nach einem Freiburger Freistoß von Gerome Gondorf den ersten Videobeweis in einem Spiel mit Beteiligung des SCP, doch Welz beließ es nach einem Handspiel von Strohdiek bei einer Ecke. Paderborn im Glück.

Ereignisse überschlagen sich

Jetzt überschlugen sich die Ereignisse. Nach der Ecke konterten die Hausherren, Mamba wurde von Gondorf gefoult. Welz unterbrach das Spiel und brachte Paderborn um den Vorteil. Gondorf sah Gelb und kurz danach auch SCP-Coach Steffen Baumgart, der die Entscheidung des Unparteiischen lautstark kritisiert hatte. Die Arena bebte, zur Pause erntete Jubilar Welz (100. Bundesligaspiel) viele Pfiffe.

Nach dem Wechsel ging das Paderborner Auslassen von Großchancen weiter. Antwi-Adjei köpfte einen langen Ball von Strohdiek Zentimeter daneben (50.). Das konnte gut und gerne das 2:2 sein.

Freiburg, das den zweiten Sieg im zweiten Spiel (zuvor 3:0 gegen Mainz) verbuchte, beschränkte sich nun vornehmlich darauf, den knappen Vorsprung zu verwalten, ließ in der Folge aber auch nur noch wenig zu. In der 70. Minute war es wieder Mamba, der nach einer Hereingabe von Antwi-Adjei das Ziel verpasste. In der 90. Minute machte der kurz zuvor eingewechselte Changhoon Kwon den Deckel drauf.

Beide Trainer loben Leistung

»Wir wussten schon vorher, was auf uns zukommt. Aber nach zwei Minuten wussten wir dann richtig, was los war. Das Pendel schlägt gerade zu unseren Gunsten aus – aber zur Halbzeit hätten wir maximal ein Unentschieden verdient gehabt. Paderborn hat sehr gut gespielt«, meint SCF-Trainer Christian Streich.

SCP-Trainer Baumgart meint: »Wir haben sehr viel Tempo auf dem Platz gehabt, aber auch viele Fehler gemacht. Es geht nicht darum, jedes Wochenende Blumen zu kriegen, sondern Punkte zu holen. Aber die haben wir nicht, obwohl die Leistung absolut okay war.«

So spielten sie

SC Paderborn: Huth - Dräger (83. Pröger), Hünemeier, Strohdiek, Collins - Oliveira Souza (69. Holtmann), Gjasula, Vasiliadis, Antwi-Adjei – Mamba (75. Gueye), Michel

SC Freiburg: Schwolow - Lienhart, Koch, Schlotterbeck - Schmid, Gondorf (62. Frantz), Höfler, Günter - Waldschmidt (78. Höler), Borrello (85. Kwon), Petersen

Schiedsrichter: Welz (Wiesbaden)

Zuschauer: 14.322

Tore: 1:0 Mamba (3.), 1:1 Waldschmidt (21., Handelfmeter), 1:2 Petersen (40.), 1:3 Kwon (90.)

Gelbe Karten: Hünemeier, Vasiliadis / Gondorf

Kommentare

Schwachpunkt Innenverteidigung

Nach 3 Pflichtspielen ist die größte Schwäche von Paderborn die Innenverteidigung.
Christian Strohdieck hat noch nicht einmal Landesligareife .Die Zahlen sprechen für sich .
Viel zu langsam für die 1.Bundesliga .Wenn nicht sofort nachgebessert wird sieht es düster aus .
Kommt in den nächsten Wochen nichts zählbares ,wird die Mannschaft defensiver eingestellt .
Einzelne Spiele gewinnt man im Angriff . In der Liga gewinnt man mit stabiler Abwehr .
Das muss dem letzten Verantwortlichen aufgefallen sein .Innenverteidigung und Torwartposition verändern.

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