Tekpetey beschert Paderborn ein dickes Plus – Kapic soll kommen Das Ende des Verwirrspiels

Paderborn (WB). Er geht bestimmt, er bleibt garantiert und jetzt ist er doch definitiv weg: Für das Hin-und-her um Bernard Tekpetey ist der Begriff Verwirrspiel erfunden worden. Fakt ist seit Freitagabend:  Der FC Schalke 04 hat den vom SC Paderborn 07 für 150.000 Euro erworbenen Angreifer für 2,5 Millionen zurückgeholt.

Von Elmar Neumann
Bernard Tekpetey kehrt nach einer Saison im SCP-Trikot zum FC Schalke zurück.
Bernard Tekpetey kehrt nach einer Saison im SCP-Trikot zum FC Schalke zurück. Foto: Thomas F. Starke

Bei einem Gewinn von mehr als 1500 Prozent nimmt SCP-Manager Markus Krösche die jüngste und letzte Entwicklung dieser Paderborner Personalie aber sehr gelassen zur Kenntnis: »Ich hätte mich gewundert, wenn es nicht so gekommen wäre. Aber es ist ja auch  absolut legitim. Bis Freitagabend  hatte Schalke diese Option und gegen 18.40 Uhr habe ich schließlich die entsprechende E-Mail erhalten.«    Mit zehn Treffern und sechs Vorlagen hatte der so kleine (1,73 Meter) wie schnelle Außenbahnakteur aus Ghana einen erheblichen Anteil am sensationellen Erstligaaufstieg des Zweitligaaufsteigers, doch auch menschlich vermochte der 21-Jährige nachhaltig zu beeindrucken. »Bernie  ist  einfach ein  super Typ, der sich ein Jahr lang extrem mit dem Verein identifiziert hat«, sagt Krösche. 

14 Einsätze in der höchsten holländischen Liga

Während sich Tekpetey, den die Schalker – wieder mit einer Rückkaufoption – an den Ligarivalen Fortuna Düsseldorf weiterreichen wollen, via Twitter beim gesamten Paderborner Team bedankte, stellten die SCP-Verantwortlichen mit Keeper Jannik Huth vom FSV Mainz 05 den dritten Neuzugang vor. Der 25-Jährige, der einen Dreijahresvertrag unterschrieben hat und im Gegensatz zu Streli Mamba (Energie Cottbus) und Luca Kilian (Borussia Dortmund II) nicht ablösefrei ist, stand in der Saison 2016/2017 schon siebenmal im Bundesliga-Tor der 05er. Zudem hat er neben zwei U21-Länderspielen sowie 14 Einsätzen in der höchsten holländischen Liga (Sparta Rotterdam) Olympiasilber 2016 vorzuweisen. Eine Vita, die vermuten lässt, dass sich Stammtorwart Leopold Zingerle seiner Position nicht zu sicher sein sollte. »Das wird eine richtig spannende Geschichte – Leo hat eine überragende Saison gespielt, aber mit Jannik hat er einen ambitionierten Herausforderer, der über sehr wertvolle internationale Erfahrung verfügt«, sagt Krösche.

Das Kommen und Gehen wird heute mit der Bekanntgabe der Verpflichtung von Offensivkraft Johannes Dörfler (22 Jahre/KFC Uerdingen) seine Fortsetzung finden. Zudem besteht laut »geissblog.koeln« großes Interesse an Ismail Jakobs (19/1. FC Köln U21), und auch ein potenzieller Nachfolger des abwanderungswilligen Strategen Philipp Klement (VfB Stuttgart?) steht vor dem Wechsel nach Paderborn: Dabei handelt es sich um den Bosnier Rifet Kapic. Der 23-Jährige ist noch bis Sommer 2022 bei Grashopper Club Zürich unter Vertrag, war in dieser Saison aber erst an Sheriff Tiras­pol (Moldawien) und dann an FK Sarajevo ausgeliehen, mit dem er bosnischer Meister und Pokalsieger geworden ist. »Das ist ein sehr guter Mann«, sagt Krösche über den zentralen Mittelfeldspieler. Die Ablösesumme soll trotz eines steigenden Marktwerts von aktuell 650.000 Euro bei nur 100.000 Euro liegen. Über die Länge des Vertrags wird noch verhandelt.

Bleibt die Frage, wie lange es noch Markus Krösche ist, der sich federführend mit der Zusammenstellung des neuen SC Paderborn 07 befasst. RB Leipzig möchte in Kürze bekannt geben, wer den zum FC Schalke gewechselten Sportlichen Leiter Jochen Schneider beerbt. Krösche ist Kandidat Nummer eins, auch wenn in diesem Zusammenhang mit dem ehemaligen Nationalspieler Christoph Metzelder noch von einem zweiten Namen zu lesen ist. RB-Vorstandschef Oliver Mintzlaff wollte nach dem verlorenen DFB-Pokalfinale noch immer nicht allzu konkret werden, sagte allerdings: »Das wird in den nächsten Tagen passieren. Wir befinden uns auf der Zielgeraden. Wir haben uns mit vielen Namen auseinandergesetzt, uns aber noch mit keinem geeinigt und keinen Vertrag unterschrieben.« Krösche selbst bleibt auch bei dem Verwirrspiel um seine Person gelassen: »Man wird sehen, ob in den nächsten Tagen etwas passiert.«

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