Nach dem 4:1 gegen Hamburg fehlt Paderborn nur noch ein Sieg zum Aufstieg in die 1. Bundesliga Die Tür ist ganz weit geöffnet

Paderborn (WB). Das war die richtige Antwort auf die ärgerliche Niederlage im OWL-Derby auf der Alm. Zweitligist SC Paderborn besiegte den Hamburger SV mit 4:1 (1:0) und hat die Tür zur 1. Bundesliga ganz weit aufgestoßen. (Lesen Sie hier die Chronik zum Spiel.)

Von Peter Klute
Jubel nach dem ersten Tor.
Jubel nach dem ersten Tor. Foto: Oliver Schwabe

Noch ein Sieg am letzten Spieltag in Dresden und die Rückkehr ins Oberhaus ist perfekt. Wenn Union Berlin in Bochum nicht gewinnt, ist der SCP sowieso durch. Der Wahnsinn geht weiter, was für ein Jubel in der Benteler-Arena nach dem ersten Sieg im dritten Vergleich mit Hamburg in dieser Saison. Tiefe Trauer dagegen beim HSV, der mindestens ein zweites Jahr in Liga zwei bleibt.

Paderborns Trainer Steffen Baumgart nahm in der Anfangsformation gegenüber dem Duell in Bielefeld eine personelle Änderung vor und die kam durchaus überraschend. Das galt weniger dafür, dass Babacar Gueye auf die Bank musste, doch anstelle des zu erwartenden Stürmers Ben Zolinski stand Abräumer Klaus Gjasula zum ersten Mal seit dem 23. Dezember wieder in der Startelf.

Das System änderte sich durch die Umstellung aber nicht. Gjasula spielte auf der Sechs, dafür rückte Sebastian Vasiliadis aus dem defensiven Mittelfeld in den Angriff an die Seite von Sven Michel. Eine Position, die ihm nicht fremd ist.

»Die ganze Stadt steht hinter Euch.«

Beim HSV musste Trainer Hannes Wolf kurzfristig auch noch auf seinen Stammkeeper Julian Pollersbeck (Infekt) verzichten, ihn vertrat Tom Mickel. Aaron Hunt saß nach überstandenen Rückenproblemen zumindest wieder auf der Bank.

Die Gäste solidarisierten sich mit ihren Anhängern, trugen beim Aufwärmen das gleiche Rauten-T-Shirt wie die mitgereisten Fans auf den Rängen. Beim Abschlusstraining des SCP hatte es am Samstag ein Plakat gegeben mit der Aufschrift: »Die ganze Stadt steht hinter Euch.«

»Super nervös«

Es war also angerichtet für ein echtes Aufstiegsendspiel vor einem mit 15.000 Zuschauern ausverkauftem Haus. Der Rahmen passte. Nachdem der SCP, der in Gedenken an seinen verstorbenen Ehrenpräsidenten Bernhard Temming in Trauerflor auflief, seine Spieler Thomas Bertels, Michael Ratajczak, Lukas Boeder, Sascha Heil, Oliver Schindlér und Leon Fesser verabschiedet hatte, konnte es endlich losgehen. »Ich bin zuversichtlich, aber super nervös«, sagte Paderborns Elmar Volkmann kurz vor dem Anpfiff.

Nervös waren auch die 22 Akteure auf dem Feld, schließlich ging es für beide Mannschaften um sehr viel. Der HSV konnte alles verspielen, der SCP fast alles gewinnen, auch wenn sich durch das frühe 1:0 von Union Berlin gegen Magdeburg (achte Minute) schnell abzeichnete, dass es mit dem vorzeitigen Aufstieg und der angedachten Feier im »Residenz« wohl nichts werden würde.

In der elften Minute prüfte Kai Pröger erstmals Hamburgs Schlussmann Mickel, der parierte. Auf der Gegenseite rettete Gjasula nach einem Kopfball von Leo Lacroix für seinen geschlagenen Torwart Leopold Zingerle auf der Linie. In der 19. Minute war Zingerle dann hellwach und verhinderte mit einer Glanztat gegen Rick van Drongelen das 0:1. Der SCP zeigte Respekt, die Gäste dominierten und drängten auf die so wichtige Führung.

»Hermann-Löns, die Heide brennt«

Sechs Minuten später schlug es allerdings auf ihrer Seite ein. Mickel konnte einen Distanzversuch von Pröger nur abklatschen, Vasiliadis vollstreckte. »Hermann-Löns, die Heide brennt«: Die Arena bebte. Erste echte Chance und gleich ein Treffer. Der SCP war wieder Zweiter, der HSV endgültig raus aus dem Aufstiegsrennen. Nach gut einer halben Stunde musste es allerdings 1:1 stehen, doch der Ex-Paderborner Khaled Narey scheiterte nach Zuspiel von Pierre-Michel Lasogga freistehend an Zingerle.

Später hatte der HSV Glück, als Lacroix nach einem Ellenbogencheck gegen Sven Michel von Schiedsrichter Benjamin Cortus nur die Gelbe Karte sah. So ging die hitzige Partie mit dem knappen Vorsprung für Paderborn in die Pause.

»2. Liga, Hamburg ist dabei«

Wolf brachte nun Hunt für den angeschlagenen David Bates, doch nach wenigen Sekunden erhöhte Vasiliadis auf 2:0. In der 53. Minute verhinderte Mickels Fuß das 3:0 von Christopher Antwi-Adjei. Philipp Klement und Michel standen ebenfalls kurz davor. Der HSV schien geschlagen, hätte längst höher zurückliegen müssen und kam dann durch einen Kopfball von van Drongelen doch noch mal zurück (71.). Hamburg hoffte, Paderborn zitterte.

Doch Antwi-Adjei machte mit einem Doppelschlag (81./86.) den Deckel drauf. »2. Liga, Hamburg ist dabei. Schade, Hamburg, alles ist vorbei. Einer geht noch, einer geht noch rein«, skandierten die SCP-Fans.

Statistik

SC Paderborn: Zingerle - Dräger, Schonlau, Hünemeier, Collins - Gjasula - Pröger (70. Tekpetey), Klement, Antwi-Adjei - Vasiliadis (84. Gueye), Michel (88. Zolinski)

Hamburger SV: Mickel - Bates (46. Hunt), Lacrois, van Drongelen, Sakai - Janjicic - Narey, Jung (71. Wintzheimer), Santos - Lasogga, Jatta (56. Arp)

Schiedsrichter: Cortus (Röthenbach an der Pegnitz)

»Hermann-Löns, die Heide brennt« 1:0 Vasiliadis (25.), 2:0 Vasiliadis (46.), 2:1 van Drongelen (71.), 3:1 Antwi-Adjei (81.), 4:1 Antwi-Adjei (86.)

Zuschauer: 15.000 (ausverkauft)

Gelbe Karten: Gjasula / Jatta, Lacrois, van Drongelen, Janjicic

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