SCP-Trainer setzt aufs Kollektiv – neuer Zuschauerrekord Baumgart: »Kann mich auf alle verlassen«

Paderborn (WB). Wer Zweitligist SC Paderborn im Aufstiegsendspurt unterstützen möchte, der muss sich ranhalten. Für das vorletzte Heimspiel am Sonntag gegen den 1. FC Heidenheim (13.30 Uhr) stehen nur noch etwa 3000 Stehplatztickets zur Verfügung.

Von Peter Klute
Gemeinsam sind sie stark. Auch in Kiel machten die Paderborner aus einem Rückstand noch einen Sieg.
Gemeinsam sind sie stark. Auch in Kiel machten die Paderborner aus einem Rückstand noch einen Sieg. Foto: imago

Die Tendenz im um 500 Plätze auf 13.800 Zuschauer erweiterten Heimbereich geht in Richtung ausverkauft, beim finalen Paderborner Saisonauftritt zu Hause am vorletzten Spieltag gegen den Hamburger SV (12. Mai, 15.30 Uhr) wird die Benteler-Arena dann mit 15.000 Fans komplett gefüllt sein. Diese Prognose fällt nicht schwer, auch wenn der offizielle Vorverkauf erst Ende dieser Woche starten soll. Fest steht aber schon jetzt: Der SCP wird die Saison mit einem neuen Zuschauerrekord für die 2. Bundesliga beenden. Der bisherige Paderborner Bestwert lag in der Aufstiegssaison 2013/14 bei 10.998 Fans pro Partie. Derzeit beträgt der Schnitt 12.203 Besucher, und der wird sich definitiv noch erhöhen.

Der Hauptgrund für das gestiegene Interesse ist natürlich der Erfolg der Mannschaft. Warum der SCP den zweiten Aufstieg ins Oberhaus innerhalb von fünf Jahren vor Augen hat, wurde beim 2:1-Sieg am Samstag in Kiel zum wiederholten Mal eindrucksvoll verdeutlicht. »Wir sind wieder nach Rückstand zurückgekommen und haben eine super Moral gezeigt«, sagt Manager Markus Krösche. Die Comebacker der Liga geben einfach nie auf, und Ausgleichs-Torschütze Kai Pröger weiß auch, warum das so ist: »Weil wir alle cool drauf und eine geile Truppe sind. Das Teamgefühl ist überragend.«

Gerade die Beispiele von Pröger und Matchwinner Christopher Antwi-Adjei zeigen auf, was den Tabellendritten auszeichnet: Der Kader ist ausgeglichen wie nie. Winterzugang Pröger saß in den vier Spielen zuvor zweimal nur auf der Bank, Antwi-Adjei hatte zu Jahresbeginn seinen Stammplatz ausgerechnet an Pröger verloren und ist nun seit Wochen einer der besten Paderborner. Er traf in Aue, zweimal gegen Ingolstadt, in Berlin, glänzte gegen Duisburg als dreifacher Vorbereiter und schoss jetzt an der Ostsee das Siegtor. »Es war nicht einfach für mich, aber ich habe immer Gas gegeben und freue mich, dass ich der Mannschaft wieder helfen kann«, sagt Antwi-Adjei, für den mit dem Aufstieg ein »Kindheitstraum« in Erfüllung gehen würde.

»Jimmy« ist zurzeit gesetzt, dafür ist der lange unumstrittene Bernard Tekpetey gerade nur zweite Wahl, gehörte schon in Berlin und Sandhausen nicht zur Startelf. Der Ghanaer war Ende März auf Länderspielreise und wartet aktuell darauf, zum ersten Mal Vater zu werden.

Umständen, denen Coach Steffen Baumgart aufgrund der großen Qualität im Aufgebot gerecht werden kann. Gleiches gilt für die Ausfälle von Kapitän Christian Strohdiek, der sich beim Training am Donnerstag einen Hexenschuss zugezogen hatte, sowie Marlon Ritter, der nach überstandener Erkältung Ostermontag in der U21 Spielpraxis sammelte. »Christian hat schon länger Rückenprobleme und wir haben noch einige Spiele. Daher haben wir ihn gar nicht erst mitgenommen«, sagt Baumgart über Strohdiek. Zuletzt hatte der Trainer in der Innenverteidigung bereits auf das Duo Uwe Hünemeier/Sebastian Schonlau gesetzt. Ritter muss sich schon seit Saisonbeginn hinter Philipp Klement anstellen.

Baumgart hat die Qual der Wahl und schätzt diesen Luxus. »Bei uns lässt keiner den Kopf hängen, wenn er nicht spielt und es ist auch nie einer draußen, nur weil er mal nicht beginnt. Das akzeptiert jeder, umgekehrt kann ich mich auf alle verlassen. Ich hätte keine Probleme damit, 20 Spieler zu nominieren, denn sie hätten es verdient«, sagt er. Der Paderborner Aufstieg, er wäre auch ein Verdienst des Kollektivs.

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