Kommentar zur Entwicklung des SC Paderborn Alles kann, nichts muss

Ostern 2017: Der SC Paderborn kassiert eine 0:4-Abfuhr beim VfR Aalen und steht auf einem Abstiegsplatz in Liga drei. Der neue Manager Markus Krösche, gerade vier Wochen im Amt, entlässt Stefan Emmerling und verpflichtet den als Trainer noch relativ unscheinbaren Ex-Profi Steffen Baumgart. Fünf Wochen später ist der Niedergang in die Regionalliga sportlich besiegelt, nur durch den Lizenzentzug des TSV 1860 München hält der SCP nachträglich die Liga.

Von Peter Klute
Die Paderborner bejubeln ihren 2:1-Sieg in Kiel.
Die Paderborner bejubeln ihren 2:1-Sieg in Kiel. Foto: dpa

Ostern 2019: Zweitligist Paderborn gewinnt 2:1 bei Holstein Kiel, bleibt zum fünften Mal in Folge ungeschlagen (davon vier Siege) und springt auf Tabellenplatz drei. Weil der SCP noch auf den direkt vor ihm platzierten Hamburger SV trifft, wäre bei vier Dreiern in den verbleibenden vier Partien der direkte Aufstieg in die 1. Bundesliga perfekt.

Einmalig und einzigartig

Wer es mit dem SC Paderborn hält, der muss sich in diesen Tagen wiederholt kneifen. Denn diese Entwicklung ist einmalig und einzigartig. Was der SCP seinen Anhängern seit dem Erstliga-Aufstieg 2014 im Positiven wie im Negativen beschert hat, sucht nach Superlativen und verdient nur ein Wort: Wahnsinn. Klar, es gab schon Durchmärsche von unten nach oben und umgekehrt. Klar, 1998 wurde der 1. FC Kaiserslautern mal als Aufsteiger Deutscher Meister. Aber auf direktem Weg von Liga eins in Liga vier und jetzt von der 3. ohne Umweg zurück bis in die 1. Liga? So etwas hat es im deutschen Profifußball noch nie gegeben.

Dieser Aufstieg wäre eine noch größere Sensation als der erste vor fünf Jahren und viel fehlt der besten Rückrundenmannschaft dazu nicht mehr. Alles kann, nichts muss. Das scheint das größte Paderborner Plus gegenüber den Mitbewerbern aus Hamburg und Berlin zu sein. Mit einem Heimsieg am kommenden Sonntag gegen Heidenheim könnten die Ostwestfalen nach Kiel innerhalb von nur einer Woche einen zweiten Konkurrenten quasi ausschalten. Neben dem geringeren Druck ist die Moral ein weiterer Joker der Paderborner. Elfmal haben sie nach Rückstand gepunktet, das ist ebenso Rekord wie die Trefferquote in der Schlussphase. Fakten, die belegen: Einen Aufstieg hätte der SC Paderborn nicht gestohlen.

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