Für Paderborns Senkrechtstarter war Duisburg ein besonderer Moment Pröger passt

Paderborn (WB). Der Fußball schreibt viele Geschichten, manchmal auch ganz besonders schöne. Wie die von Kai Pröger. Der 26-Jährige dribbelte sich in wenigen Wochen von der Regionalliga bis in die 2. Liga und freut sich am Samstag (13 Uhr, Benteler-Arena) ganz besonders auf die Gäste vom MSV Duisburg.

Von Matthias Reichstein
Schnell, mutig und dribbelstark an der Außenlinie: Paderborns Wintereinkauf Kai Pröger (links) setzt sich hier gegen Sandhausens Leart Paqarada durch.
Schnell, mutig und dribbelstark an der Außenlinie: Paderborns Wintereinkauf Kai Pröger (links) setzt sich hier gegen Sandhausens Leart Paqarada durch. Foto: dpa

Wer als Profi mit Mitte 20 zum ersten Mal in der 2. Liga spielt, der gilt als Spätstarter. »Kai ist aber dafür einer, der sofort gezündet hat«, bleibt Manager Markus Krösche sofort im Bild, wenn es um seinen Wintertransfer aus Essen geht. Sehr schnell, mutig im Zweikampf und gut im Abschluss – Pröger ist innerhalb weniger Wochen ins Spiel der Ostwestfalen gestürmt und gehört mit seinen zehn Einsätzen in den zehn Punktspielen des Jahres schon zum festen Inventar.

Baumgart mag an Pröger Tempo und Lockerheit

»Kai passt perfekt in unser System«, sagt Trainer Steffen Baumgart und fügt erklärend hinzu: »Er bringt das nötige Tempo mit, weiß, worauf es ankommt und hat in den entscheidenden Momenten auch die nötige Lockerheit.« Wobei der SCP-Coach nicht nur die sportliche Seite im Blick hat, sondern auch das soziale Verhalten seiner Jungs: »Meine Mannschaft hat ihn offen aufgenommen. Das macht es für einen Neuen einfach.«

Pröger imponierte das Interesse an seiner Person

Pröger, Krösche, Baumgart – das passt aber nicht erst seitdem mit Rot-Weiss Essen der Transfer im Januar perfekt gemacht wurde, das Trio kennt und schätzt sich schon viel länger. Als Dennis Srbeney im Sommer 2017 vom Regionalligisten BFC Dynamo Berlin kam, stand dort auch noch ein gewisser Kai Pröger unter Vertrag. Den Außenstürmer hatte Baumgart ebenfalls im Blick, doch hier kamen die SCPer (noch) zu spät: »Da hatte ich schon in Essen zugesagt. Außerdem war in Paderborn nach drei sportlichen Abstiegen alles sehr wacklig, da konnte niemand einschätzen, wo die Reise hingeht.« Am Ende kehrte der SCP wieder in die 2. Liga zurück, RWE verpasste den Sprung in Liga drei deutlich. Der Kontakt riss dennoch nie ab. Ganz im Gegenteil. »Dieses Interesse an meiner Person hat mir mächtig imponiert«, sagt Pröger. Der Rest ist bekannt: Nach der Verletzung von Khiry Shelton wurde der für diesen Sommer festgezurrte Wechsel des Wilhelmshaveners vorgezogen.

0:2 gegen HSV noch nicht abgehakt

Für Pröger war es dennoch ein Schritt, der genau zur richtigen Zeit kam. Im DFB-Pokal ging es bis ins Viertelfinale. »Das Aus war ganz bitter. Wann spielt man schon mal daheim gegen einen Liganachbarn?«, hat Pröger das 0:2 gegen den Hamburger SV noch nicht ganz abgehakt. Zumal in der Runde davor mit dem 3:1-Sieg in Duisburg Prögers Stern so richtig strahlte. Sein Tor zum 2:1 ebnete den Weg in die nächste Runde. »Das war mein wichtigster Treffer für Paderborn und für uns alle eine Riesenchance. Auch wenn es der SCP jetzt zweimal in Folge geschafft hat, werden so ganz viele von uns nie mehr so weit kommen.«

Vom Heidmühler FC in Friesland bis in die 2. Bundesliga

Dafür ist in der Liga noch (fast) alles möglich. Absteigen kann der SCP nicht mehr, Meister wird Paderborn auch nicht. Aber im Aufstiegskampf ist noch alles drin. »Wir können, andere müssen hoch. Das könnte es für uns um ein oder zwei Prozente einfacher machen«, glaubt Pröger. Wobei für den gelernten Mechaniker aus dem Friesland ohnehin jedes Spiel ein Gewinn ist. Mit 19 kickte er noch für seinen Heimatklub Heidmühler FC in der Bezirksliga, am Samstag heißt der Gegner MSV Duisburg. »Alles ist besser gelaufen als ich es mir hätte vorstellen können und speziell Duisburg gehört zu den ganz besonderen Momenten.« Weitere könnten folgen: Denn ein Sieg am Samstag wäre der passende Startschuss für den Schlussspurt mit dann nur noch fünf Spielen.

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