Spätes 1:1 – zum zehnten Mal verliert der SCP nach Rückstand nicht
Die Aufholjäger

Sandhausen (WB). Auch wenn es nicht so recht laufen will, laufen sie einfach weiter, die Spieler des SC Paderborn 07. Beim 1:1 (0:1) in Sandhausen gelingt es den Aufholjägern zum zehnten Mal in dieser Saison, nach einem Rückstand in einem Punkt- oder Pokalspiel mindestens noch mit einem Remis vom Rasen zu gehen.

Montag, 08.04.2019, 03:00 Uhr aktualisiert: 08.04.2019, 07:20 Uhr
Sie geben nicht auf: Sven Michel verfolgt Sandhausens Alexander Zhirov. In letzter Sekunde belohnt sich der SCP mit dem 1:1. Foto: dpa

In der 94. Minute und letzten Sekunde ist es ein von Philipp Klement verwandelter Handelfmeter, mit dem sich die Gäste eine Belohnung verschaffen, die ihnen zu einem früheren Punkt des Tages kaum jemand zugetraut hätte. Eine halbe Stunde lang sehen sie beim zuvor dreimal in Serie siegreichen Viertletzten der 2. Liga nicht viel Land, liegen nach einem Kopfballtor von Tim Kister (17.) mit 0:1 zurück, verhindern mit Mühe ein zweites Gegentor, um sich nach Wiederbeginn von einer ganz anderen Seite zu zeigen.

»Hut ab, wie wir wieder einmal zurückgekommen sind«, sagte Mohamed Dräger, der mit einem Schuss (der) Verzweiflung erst das Handspiel von Sandhausens Karim Guedé provoziert hatte. Wie Dräger äußerte auch SCP-Manager Markus Krösche die Vermutung, dass die Gäste zunächst damit beschäftigt gewesen sein könnten, aus der Pokalpartie resultierende Müdigkeit aus den Beinen zu laufen. Wie die Aufsteiger dann anrannten, als es den Beinen besser ging, damit überraschten sie sich fast selbst. »Während wir am Dienstag gegen den HSV gespielt haben, haben die Sandhäuser bestimmt auf der Couch gesessen. Dass wir es dann sind, die nach der Pause so einen Druck aufbauen, ist schon bemerkenswert«, sagte Klement.

Schuhen verhindert ein frühreres 1:1

28. Spieltag: Arminia - FC Erzgebirge Aue 2:1

1/14
  • 28. Spieltag: Arminia - FC Erzgebirge Aue 2:1
Foto: Friso Gentsch/dpa
  • Foto: Friso Gentsch/dpa
  • Foto: Friso Gentsch/dpa
  • Foto: Friso Gentsch/dpa
  • Foto: Friso Gentsch/dpa
  • Foto: Friso Gentsch/dpa
  • Foto: Friso Gentsch/dpa
  • Foto: Friso Gentsch/dpa
  • Foto: Friso Gentsch/dpa
  • Foto: Friso Gentsch/dpa
  • Foto: Friso Gentsch/dpa
  • Foto: Friso Gentsch/dpa
  • Foto: Friso Gentsch/dpa
  • Foto: Friso Gentsch/dpa

Allein SV-Schlussmann Marcel Schuhen verhinderte – mehrmals gegen den erneut fitgespritzten Sven Michel und einmal gegen Babacar Gueye – ein viel früheres 1:1. »Wir müssen uns bei Marcel für die zum Teil wahnsinnigen Paraden bedanken. Wenn der Ausgleich schon in der 70. fällt, verlieren wir wahrscheinlich noch«, sagte Trainer Uwe Koschinat, der sich als Fan das Paderborner Sturm- und Drangfußballs outete.

Das ist Steffen Baumgart sowieso. An einem Tag wie diesem Samstag aber noch ein bisschen mehr: »Die Leistung in der zweiten Halbzeit hätte ich selbst ohne den späten Ausgleich als megastark bewertet. Nach Berlin und Hamburg so etwas abzuliefern – mehr geht nicht.« Die Ungenauigkeiten und die Chancenverwertung, die fand auch Baumgart nicht megastark – die Moral war es, die ihn abermals sehr zufrieden wirkend Bilanz ziehen ließ: »Die Jungs geben einfach nicht auf. Glauben Sie mir, wenn die mich da draußen brüllen hören, haben die auch mal die Schnauze voll, weil alles weh tut und doch laufen sie weiter.«

Dem Unentschieden im Spiel folgte ein Unentschieden im Infight

Letztendlich war der Paderborner Atem auch noch lang genug, um sich nach dem Abpfiff der insbesondere vom frustrierten Schuhen initiierten Sandhäuser Handgreiflichkeiten zu erwehren. Vor allem den schlichtend einschreitenden Trainern war es zu verdanken, dass sich die Parteien schneller wieder beruhigten, als es zunächst befürchtet werden musste. Dem Unentschieden im Spiel folgte ein Unentschieden im Infight.

Der SCP machte sich mit seinem 45. Punkt insgesamt und seinem 20. Punkt in der Rückrunde auf den Heimweg. »Selbst wenn die Saison jetzt schon beendet wäre, hätten wir allen Grund, ein breites Grinsen aufzusetzen – aber wir haben ja noch sechs Spiele«, sagte Baumgart und gab den Seinen Sonntag sowie heute frei. Kräfte sammeln, um notfalls Aufholjagd Nummer elf meistern zu können oder vielleicht auch die weiterhin nur drei Punkte Rückstand auf den Ligadritten Union Berlin (0:0 in Dresden) wettzumachen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6527316?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198358%2F
Ahlers baut 80 Arbeitsplätze ab
Ahlers-Firmenzentrale in Herford
Nachrichten-Ticker