Während es für Paderborns Coach glänzend läuft, wird die Kritik an Hamburgs Trainer lauter
Baumgart hat die Wahl – Wolf nicht

Paderborn (WB/MR/en). Paderborns Trainer Steffen Baumgart kann aus dem Vollen schöpfen, sein Hamburger Pendant Hannes Wolf hat einige Personalsorgen und ist auch selbst erkrankt. So ist es vor dem Pokal-Viertelfinale, das am Dienstagabend um 18.30 Uhr in der Benteler-Arena angepfiffen wird, um die Ausgangssituation der Klubs bestellt:

Dienstag, 02.04.2019, 06:00 Uhr
HSV-Coach Hannes Wolf (links) und Paderborns Trainer Steffen Baumgart. Foto: dpa

Die Lage in der Liga

Als Tabellenzweiter ist der HSV zwei Plätze vor dem SCP zu finden, doch während der Aufsteiger am Samstag in Berlin zu glänzen wusste, kam der Absteiger in Bochum zeitgleich nicht über ein 0:0 hinaus. Die Kritik an Coach Hannes Wolf wird lauter, zumal sein Team in der Rückrundentabelle nach 14 Punkten aus zehn Spielen nur auf Rang acht steht. Wer dieses Ranking anführt? Der SC Paderborn mit 19 Zählern im identischen Zeitraum. Das Hinrundenduell an der Elbe entschied der HSV allerdings mit 1:0 für sich.

Der Ablauf

Beim SCP verändert sich nichts. Gestern Vormittag war Training, für heute hat Baumgart noch eine weitere Trainingseinheit unter Ausschluss der Öffentlichkeit angesetzt. Ein Tageshotel bezieht das Team nicht. »Ich glaube, es ist gut, wenn die Jungs zwischendurch mal zuhause sind.« Der HSV hat am Samstag die Nobelherberge Klosterpforte in Marienfeld bezogen. Am Sonntagabend stand ein gemeinsamer Kinobesuch in Gütersloh auf dem Programm. Gestern Nachmittag musste der HSV aber noch einmal umziehen und Platz für die deutsche Frauen-Nationalmannschaft schaffen. Der HSV-Tross logiert nun in einem Paderborner Hotel.

Das sagen die Trainer

Die Vorfreude bei Steffen Baumgart (47) ist riesig. Paderborns Trainer möchte die Partie »zu einem Fest machen« und ist optimistisch: »Ich freue mich auf einen attraktiven Gegner mit einem großen Namen. Aber der Hamburger SV ist wie wir ein Zweitligist. Wir werden mit dem HSV auf Augenhöhe spielen.«

Hamburgs erkrankter Coach Hannes Wolf (Magen-Darm-Infekt) schwärmt in den höchsten Tönen vom formstarken Gastgeber: »Unsere Jungs müssen in Topform sein und mit einer sehr guten Haltung ins Spiel gehen, denn da kommt extrem viel Geschwindigkeit, Intensität und Wucht auf uns zu.« Den jüngsten Paderborner Sieg in Berlin wertet der 37-Jährige als weiteres Warnsignal: »Gegen Union mit 3:1 zu gewinnen, das ist noch mal ein sehr klares Zeichen. Trotzdem: Wir haben den SC Paderborn in der Hinrunde geschlagen und wollen das sehr gerne noch einmal tun.«

Das Personal

Verletzungsbedingt fällt beim SCP niemand aus. Sebastian Vasiliadis (leichte Gehirnerschütterung) und Sven Michel (Prellungen an beiden Füßen) sind fit, dennoch wird Baumgart umstellen: Jamilu Collins (für Tobias Schwede) und »Mo« Dräger (für Lukas Boeder) werden in die Vier­erkette zurückkehren. Im Tor deutet vieles darauf hin, dass es nicht zum sonst üblichen Pokaltausch kommt. Das heißt, Leopold Zingerle bleibt wahrscheinlich drin und Michael Ratajczak wohl auf der Bank. Baumgart: »Wir haben ein paar Ideen, aber ich warte mal das Training am Dienstagvormittag noch ab und lasse mir alle Optionen offen.«

Dem HSV fehlen mit Tatsuya Ito (Magen-Darm-Infekt), Hee-Chan Wang (Muskelsehnenriss) und Aaron Hunt (Muskelfaserriss) drei wichtige Alternativen für die Offensive. Trotzdem hat Wolf auf eine Nachnominierung von Toptalent Jann-Fiete Arp verzichtet. Der künftige Bayern-Profi konnte sich am Wochenende beim Einsatz für das Regionalligateam gegen den SV Drochtersen/Asseln (Endstand 1:1) scheinbar nicht aufdrängen.

Die Prämien

Weitere 2,6 Millionen Euro kann der SCP heute kassieren, wenn die Mannschaft ins Halbfinale einzieht. Was der Verein davon an Prämien an die Spieler und Trainer zahlt, ist geheim. Trainer Steffen Baumgart gab gestern an, die Zahlen im Vorfeld überhaupt nicht zu kennen: »Ich habe erst nach jeder Runde geschaut, was auf meinem Kontoauszug stand. Mich interessiert allein die Leistung.  Wenn wir das Halbfinale erreichen, spricht man darüber auch noch in zehn Jahren, über irgendwelche Prämien sicher nicht.«

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