Tekpetey, Pröger und Ritter drehen Topspiel, fünfte Gelbe Karte für Strohdiek 3:2 nach 0:2 gegen Köln – Wahnsinn in Paderborn

Paderborn (WB). Was für ein Wahnsinn in der Benteler-Arena: Im Zweitliga-Topspiel gegen den 1. FC Köln gewann der SC Paderborn nach einem 0:2-Rückstand noch 3:2, setzte seine Heimserie (seit mehr als einem Jahr ungeschlagen) fort und sprang auf Platz drei. Kapitän Christian Strohdiek sah die fünfte Gelbe Karte.

Von Peter Klute
Marlon Ritter jubelt – er hat soeben das 3:2 erzielt.
Marlon Ritter jubelt – er hat soeben das 3:2 erzielt. Foto: Jörn Hannemann

Eine gute Nachricht aus dem Paderborner Lager gab es schon vor der Partie. Torwart Leopold Zingerle hat seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag bis 2021 verlängert, der 24-jährige Bayer war 2017 aus Magdeburg an die Pader gekommen.

Premiere bei der Aufstellung

Bei der Aufstellung sorgte Steffen Baumgart dann für eine Premiere. Der SCP-Trainer bot zum dritten Mal in Folge die selbe Startelf in der Meisterschaft auf, das hatte es in dieser Saison zuvor noch nicht gegeben. Bei den Gästen stand China-Rückkehrer Anthony Modeste, der nach langem Hin und Her erst am Donnerstag seine Spielberechtigung erhalten hatte, erwartungsgemäß erstmals im Kader. Der Franzose saß beim Anpfiff zunächst auf der Bank.

Vor einem mit 15.000 Zuschauern zum zweiten Mal in dieser Saison ausverkauftem Haus waren die Erwartungen beim Duell der beiden Tormaschinen (Paderborn 50 Tore, Köln 51) riesig. Allein in den vergangenen beiden Heimspielen gegen Darmstadt und Fürth hatte der SCP jeweils ein halbes Dutzend Treffer erzielt und bis zur ersten Chance dauerte es gerade einmal 15 Sekunden. Sven Michel zog von der Strafraumgrenze ab, der Ball flog aber deutlich über das Gehäuse von Timo Horn. Nach sechs Minuten klärte auf der Gegenseite Zingerle zunächst nicht entschlossen genug, war aber beim anschließenden Versuch von Jhon Cordoba auf dem Posten.

Paderborn hielt gegen den Aufstiegsfavoriten und Tabellenzweiten voll dagegen und spielte wie angekündigt mutig nach vorne. Köln war der Respekt vor dem Aufsteiger nach der 3:5-Niederlage im Hinspiel in der Anfangsphase deutlich anzumerken. Die Geißböcke versuchten, den SCP mit robuster Spielweise einzuschüchtern und übertrieben es einige Male.

Doppelwechsel zu Beginn des zweiten Durchgangs

Nach zwölf Minuten hatte Bernard Tekpetey das 1:0 auf dem Fuß, scheiterte nach Pass von Ben Zolinski aber an Horn, nachdem ihm der Ball etwas versprungen war. Das Spiel war intensiv und hatte wenig Ruhephasen. Der FC fand seinerseits nach vorne wenig statt, was vor allem am aggressiven Zupacken der Paderborner lag.

Doch dann schlugen die Rheinländer, die am Donnerstag ihr 71-jähriges Bestehen feiern durften, im Stil einer abgezockten Spitzenmannschaft mit der ersten echten Torchance eiskalt zu. Nach einer Hereingabe von Dominick Drexler stand Cordoba in der Mitte goldrichtig und vollstreckte zum 0:1 (38.). Das hatte sich nicht unbedingt angedeutet, freute aber Vize-Präsident Toni Schumacher und Sportdirektor Armin Veh auf der Tribüne. Michel hätte noch vor der Pause ausgleichen können, zog aber frei vor Horn am langen Eck vorbei. Der Rückstand zur Pause war für die Gastgeber etwas unglücklich. Sie hatten eine richtig gute erste Hälfte auf Augenhöhe hingelegt.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs gab es einen Doppelwechsel. Beim SCP ersetzte Marlon Ritter den angeschlagenen Philipp Klement, der über Adduktorenprobleme klagte. Bei Köln machte der gelb-rot-gefährdete Benno Schmitz Platz für Lasse Sobiech.

Der SCP bleibt im Spiel

Aber was war eigentlich mit Top-Torjäger Simon Terodde? Von ihm war in den ersten 45 Minuten nichts zu sehen, in der 50. Minute war er plötzlich da, aber Zingerle verhinderte per Reflex dessen 24. Saisontreffer. Die Gäste hatten mehr Kontrolle, machten den Sack aber nicht zu.

Der SCP blieb im Spiel und verpasste durch Tekpetey den Ausgleich (72.). Im Gegenzug war es ausgerechnet Modeste, der vier Minuten nach seiner Einwechslung für die vermeintliche Entscheidung sorgte. Doch Tekpetey (80.), Kai Pröger (86.) und Marlon Ritter in der Nachspielzeit verwandelten die Benteler-Arena gegen am Ende nur noch zehn Kölner (Gelb-Rot für Florian Kainz) in ein Tollhaus.

Statistik

Paderborn: Zingerle - Dräger (85. Hünemeier), Strohdiek, Schonlau, Collins - Vasiliadis - Pröger, Klement (46. Ritter), Tekpetey - Zolinski (65. Gueye), S. Michel

Köln: T. Horn - Schmitz (46. L. Sobiech), Mere, Czichos (78. Sörensen) - Clemens, Geis, F. Kainz - Drexler, Hector - Cordoba, Terodde (69. Modeste)

Schiedsrichter: Sven Waschitzki (Essen) - Zuschauer: 15000 (ausverkauft)

Tore: 0:1 Cordoba (38.), 0:2 Modeste (73.), 1:2 Tekpetey (80.), 2:2 Pröger (85.), 3:2 Ritter (90.+2)

Gelbe Karten: Strohdiek (5), S. Michel (4), Ritter (4) / Schmitz (4), Czichos (5), Terodde (3), Sörensen (1)

Gelb-Rote Karten: - / F. Kainz (89./wiederholtes Foulspiel)

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