SCP-Trainer Baumgart gefällt seine Offensive besser als die der Kölner Die Ballermänner der 2. Liga

Paderborn (WB). Mit einer Torgarantie ist es im Fußball so eine Sache. Beim Zweitliga-Hit am Freitagabend in der Benteler-Arena (18.30 Uhr) zwischen dem SC Paderborn und dem 1. FC Köln spricht aber so gut wie nichts für ein 0:0. Denn es ist das Duell der besten Angriffsreihen der Liga.

Von Peter Klute
23 Tore: Kölns Stürmer Simon Terodde. 11 Tore: Paderborns Spielgestalter Philipp Klement. Fotos: imago/Oliver Schwabe
23 Tore: Kölns Stürmer Simon Terodde. 11 Tore: Paderborns Spielgestalter Philipp Klement. Fotos: imago/Oliver Schwabe

»Es muss nicht wieder ein Spektakel mit acht Treffern wie im Hinspiel werden, aber die Wahrscheinlichkeit, dass gar keine Tore fallen, ist äußerst gering«, sagt Paderborns Kapitän Christian Strohdiek. Im September hatte der Aufsteiger mit einem 5:3-Sieg beim Absteiger und Tabellenführer für Aufsehen gesorgt. »Das war unser erstes richtig großes Spiel und hat bleibenden Eindruck hinterlassen«, erinnert sich SCP-Torwart Leopold Zingerle. Zwar hält dessen Trainer Steffen Baumgart die Kölner nach wie vor für »die beste Mannschaft der Liga«, so überraschend wie am fünften Spieltag der Hinrunde wäre ein Paderborner Dreier aber jetzt nicht mehr.

Gerade in der Offensive müssen sich die Ostwestfalen vor den Rheinländern nicht verstecken. Paderborn traf 50-mal, der FC schoss (bei einem Spiel weniger) noch ein Tor mehr. Es sind die Ballermänner der Liga und für Strohdiek ist das kein Zufall: »Sowohl die Kölner als auch wir stehen für Offensivfußball. Beide Mannschaften trauen sich nach vorne was zu und haben nicht umsonst so viele Tore erzielt.«

Paderborns bester Schütze heißt Philipp Klement (elf Treffer), stellvertretend für die Kölner Torfabrik steht Simon Terodde, der die Torschützenliste der Liga mit 23 Treffern deutlich anführt. Jhon Cordoba hat schon zehnmal getroffen und bis Freitag soll auch die Freigabe für Rückkehrer Anthony Modeste vorliegen. »Es ist uns bewusst, welch gewaltiger Sturm da auf uns zukommt«, sagt Strohdiek. Gerade Terodde hat es ihm angetan: »Er hat einen absoluten Torriecher und ein Gespür dafür, wo der Ball hinfällt. Und ist er eiskalt, da müssen wir hellwach sein.« Zingerle sagt über Terodde: »Er hat ein Näschen und ist brandgefährlich. Wir sind gewarnt.«

Paderborns Keeper sieht die Kölner Qualität aber nicht nur auf die Offensive begrenzt – und genau da liegt der Ansatz. »Wir werden versuchen, möglichst wenig Abschlüsse zuzulassen«, sagt Strohdiek, und sein Trainer meint: »Der Torschuss steht immer am Ende einer Kette. Wir müssen verhindern, dass es soweit kommt.«

Ansonsten beschäftigt sich Baumgart nicht so sehr mit der Lobhudelei über den Gegner und widmet sich lieber den eigenen Stärken. »Klar, sie haben tolle Stürmer. Klar, sie haben eine hohe individuelle Qualität. Aber das ist zweitrangig und wir sollten die Kirche im Dorf lassen. Wir werden ihnen in der Defensive nicht weniger schwere Aufgaben stellen. Es kann sein, dass wir Gegentore bekommen, aber sie sind hinten genauso verwundbar wie wir.«

Das hat Paderborn im Hinspiel eindrucksvoll bewiesen und Baumgart hält eine Wiederholung nicht für ausgeschlossen. »Mir gefällt unsere Offensive besser, weil sie breiter aufgestellt und nicht nur auf einen oder zwei Spieler ausgerichtet ist«, sagt er. Die Statistik gibt ihm Recht: Der SCP hat 14 verschiedene Torschützen, der FC nur zehn. Die Lizenz zum Treffen aber haben sie beide.

Der SC Paderborn gewann am letzten Spieltag in Bochum mit 2:1. Köln siegte zuhause mit 4:1 gegen St. Pauli.

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