Trainingsauftakt beim Zweitligisten SC Paderborn startet mit zwei Neuen

Paderborn (WB). Das passte nun so gar nicht zur bislang überzeugenden Saison des SC Paderborn. Als der Zweitligist am Samstagnachmittag seine erste, gut einstündige Einheit nach knapp zweiwöchiger Weihnachtspause absolvierte, regnete es unaufhörlich. Doch das tat der guten Stimmung beim Aufsteiger und den etwas mehr als 100 Kiebitzen am Trainingszentrum keinen Abbruch.

Von Peter Klute
Khiry Shelton (rechts) und Mohammed Kamara (links) mit Trainer Steffen Baumgart.
Khiry Shelton (rechts) und Mohammed Kamara (links) mit Trainer Steffen Baumgart. Foto: Agentur Klick

Da waren zum einen die 28 Punkte, die sich der Aufsteiger nach 18 Spieltagen unter den Tannenbaum gelegt hatte, und da war zum anderem der Geburtstag des Trainers. Steffen Baumgart ist jetzt 47 Jahre alt, bekam zahlreiche Gratulationen und hat mit dem SCP in 2019 nach wie vor allerhand vor. »Wir können und wollen uns in vielen Bereichen weiter verbessern«, sagte Baumgart.

Grund zur Zuversicht, dass der Tabellensiebte in der Erfolgsspur bleibt, geben auch die drei Winter-Neuzugänge. Wie bereits auf mehreren Kanälen berichtet, hat sich der SCP passend zum Trainingsauftakt international verstärkt. Während Linksverteidiger Philimon Tawiah (Ghana, 20 Jahre) nach Klärung letzter vertraglicher Details erst in den nächsten Tagen eintreffen wird, waren die Offensivkräfte Khiry Shelton (USA, 25) und Mohammed Kamara (Liberia, 21) bereits beim Aufgalopp dabei. »Wir werden ihnen Zeit lassen, aber beide haben viel Potenzial. Sonst hätten wir sie nicht geholt«, sagte Baumgart zu diesen beiden Neuverpflichtungen und Manager Markus Krösche meinte: »Die Rückrunde wird sehr hart und intensiv. Sie werden uns helfen, unsere Ziele zu erreichen.«

Bis zum ersten Meisterschaftsspiel am 30. Januar beim SSV Jahn Regensburg (18.30 Uhr) haben die Ostwestfalen ein strammes Programm vor sich. Neben der Teilnahme an einem Hallenturnier in Gummersbach (13. Januar) bestreitet der SCP vier Testspiele auf dem heimischen Trainingsgelände, die aus Sicherheitsgründen allesamt unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen werden: am 9. Januar gegen den SV Meppen, am 12. Januar gegen die SF Lotte (beide 3. Liga), am 18. Januar gegen den VfB Lübeck (Regionalliga) und am 22. Januar gegen Darmstadt 98 (2. Liga).

Wenn es im neuen Jahr mit den Pflichtpartien losgeht, steht der SCP übrigens vor vier Begegnungen innerhalb von nur elf Tagen. Drei Tage nach dem Duell in Regensburg kommt die SpVgg Greuther Fürth in die Benteler-Arena (2. Februar, 13 Uhr), am Dienstag darauf (5. Februar, 20.45 Uhr) steht das Achtelfinale im DFB-Pokal bei Zweitligarivale MSV Duisburg auf dem Programm, bevor es am Samstag, 9. Februar, zum VfL Bochum (13 Uhr) geht.

Kommentare

Transferpolitik

Generell verfügen amerikanische Sportler in der Regel über eine gute Mentalität. Nur ist der Fußball in den USA nicht mit dem der 2. Bundesliga zu vergleichen. Eine Eingewöhnungsphase muss man also einkalkulieren. Dafür lassen sie sich im besten Fall sehr gut auf die Insel verkaufen.


Das bringt mich zu möglichen Abgängen, die jetzt schon für unersetzlich gehalten werden.

Die Leute, die einen Spieler wegen Unverzichtbarkeit nicht abgeben wollen, unterstellen stets, dass jener Spieler die gleiche Leistung der Vergangenheit auch in der Zukunft widerholt. Das ist mehrfach falsch. Die Friedhöfe sind voll mit Leuten, die man für unersetzbar hielt. Der Denkfehler zeigt sich oft auch dadurch, dass es bereits Zeiten vor dem jeweiligen Spieler gab, als man trotzdem erfolgreich war.

Erstens unterliegt jeder Spieler natürlichen Leistungsschwankungen. Gerade ältere Spieler muss man da über Jahre bewerten. Ein paar überdurchscnittliche Monate können schnell zu ende sein. Und oft sind es eben nur wenige gute Monate in absoluter Topform in der Karriere der meisten Spieler.

Zweitens unterliegt eine Leistung immer auch einer taktischen Ausrichtung und den Mitspielern in einem funktionierenden Kollektiv. Das kann bei Veränderungen schnell starke Auswirkungen haben.

Drittens darf man sich nie von einem Spieler abhängig machen, da Sperren oder Verletzungen in jeder Saison vorkommen.

Viertens ist ein begehrter Spieler ohnehin nur bei Erhöhung von Vergütungen längerfristig gehalten werden, wenn man einen Vertrag nicht ablösefrei auslaufen lassen will. Das würde dazu führen, dass die übrigen Gehälter im Kader nachziehen oder ansonsten zu Neid führen - insbesondere, wenn unvermeidliche Mißerfolgsphasen kommen.

Fünftens ist ein Spieler, der weg will, ein Störfaktor in jeder intakten Mannschaft. Wer sich nicht voll identifiziert, kann auch die Leistung unter "erstens" nicht mehr zeigen.

Aus dem Grund waren damals auch so Einschätzungen wie: "Wir brauchen einen Stöger" oder "Die Erfahrung von Kirch und Proschwitz werden uns helfen" totaler Blödsinn. Nur Spieler, die den SCP als große Chance sehen, passen in die Philosophie.

Wollen wir Erfolg über nachgewiesene Individualqualität erreichen, machen wir das Spiel derer mit, die uns finanzielll immer überlegen sein werden. Das können wir nicht gewinnen. Die Rechnung "mehr Qualität = mehr Erfolg = mehr Einnahmen" ist ein Irrglaube, dem schon zu viele unterlegen sind. Wir müssen den Blödsinn der endlosen Reihe an Negativbeispielen nicht nachmachen. Das haben wir 2015/16 erlebt, nachdem wir ohne Not den erfolgreichen Weg verlassen haben.

Geld in Funktionärshand hinterlässt nur verbrannte Erde und das Geld haben am Ende andere! Gewinne müssen grundsätzlich in den Schuldenabbau oder in die Schaffung langfristiger Werte investiert werden. Nur so ist man stabil und überlebensfähig. Kurzzeitig erkaufter Erfolg dagegen kann in den Untergang führen (Aachen). Das zuschütten von Problemen mit Geld ebenfalls (HSV).

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