Paderborn daheim noch ungeschlagen – Trotzdem ist die Arena keine Festung Nur zwei Heimsiege

Paderborn (WB). Die Bilanz ist beeindruckend: Der SC Paderborn hat zu Hause noch kein einziges Punktspiel verloren. Ligaübergreifend ist der SCP sogar seit zehn Monaten zu Hause unbesiegt. Die Benteler-Arena ist dennoch keine Fußballfestung: In der laufenden Spielzeit gewann Paderborn nur zwei von acht Heimspielen.

Von Matthias Reichstein
Der SC Paderborn ist zu Hause ungeschlagen, die heimischen Fans konnten aber erst zwei Siege feiern.
Der SC Paderborn ist zu Hause ungeschlagen, die heimischen Fans konnten aber erst zwei Siege feiern. Foto: Jörn Hannemann

Zu Hause unbesiegt: Das ist ein Topwert, und diese weiße Weste können auch nur noch Union Berlin, die SpVgg Greuther Fürth und Holstein Kiel vorweisen. Allerdings gibt es mit dem FC Ingolstadt, SV Sandhausen, MSV Duisburg und dem daheim noch völlig erfolglosen 1. FC Magdeburg auch nur vier Teams, die noch schlechter sind.

Bislang 18 Heimtreffer

Woran das liegt? Das ist eigentlich ziemlich einfach erklärt. Zum einen spielen die Paderborner Gäste selten richtig mit. Zwar lieferte sich Holstein Kiel (4:4) mit dem SCP einen offenen Schlagabtausch , und auch die Arminen machten es beim 2:2 am Freitag zumindest in der ersten Halbzeit nicht so schlecht. Der Rest aber ist eher passiv. Dadurch hat Paderborn zwar mehr Ballbesitz, bietet aber automatisch auch mehr Angriffsflächen. »Wir lassen mehr Chancen zu als in unseren Auswärtsspielen, wir kassieren ehrlicherweise dann aber auch zu einfach die Tore«, sagt Manager Markus Krösche.

Trainer Steffen Baumgart meint dazu gewohnt schnörkellos: »Es kann ja einiges nicht stimmen, sonst würden wir nicht so viele Gegentore bekommen.« Nach acht Heimspielen sind es bereits 15 – keine andere Mannschaft in der 2. Liga musste mehr Treffer auf dem eigenen Platz hinnehmen. Selbst das Schlusslicht FC Ingolstadt kommt erst auf zwölf.

Dennoch wehrt sich Baumgart dagegen, die Bilanz zu schlecht zu sehen: »Wir finden auch immer wieder Lösungen. Sonst hätten wir noch nicht so oft getroffen.« Auch das stimmt. Mit 18 Heimtreffern wurden die SCP-Fans bislang verwöhnt – nur der 1. FC Köln (23 Tore) traf noch öfter. Krösche weist in diesem Zusammenhang auch auf die gute Moral innerhalb der Truppe hin. »Wir haben einige Male den Laden voll bekommen, wir kommen aber immer wieder. Die Jungs bleiben dran und haben gegen Bochum, Sandhausen, Kiel und Bielefeld die Spiele gedreht.«

»Es wäre doch langweilig, wenn schon alles perfekt wäre«

Krösche nimmt die Diskussionen rund um die SCP-Bilanz aber noch locker: »Wir setzen jede Woche neue Entwicklungsschritte. Es wäre doch langweilig, wenn schon alles perfekt wäre.«

Was Baumgart ein bisschen ärgert, ist, dass er sich für das Remis gegen Bielefeld rechtfertigen muss. Dass die Erwartungshaltung der eigenen Anhänger mittlerweile eine andere ist, verurteilt er nicht, die Sicht auf die 90 Minuten aber schon: »Wir haben am Freitag eines unserer schlechtesten Heimspiele abgeliefert, die Arminen haben nach eigenen Aussagen wohl eines ihrer besten Auswärtsspiele abgeliefert. Wer muss sich deshalb am Ende hinterfragen? Wir eigentlich nicht.«

Übrigens: Unter Steffen Baumgart absolvierte der SCP seit seinem Amtsantritt am 16. April 2017 schon 30 Punktspiele daheim. Die Bilanz ist beeindruckend: 18 Siege und nur zwei Niederlagen. Den letzten punktlosen Auftritt der Paderborner gab es am 9. Februar. Damals gewann RW Erfurt mit Ex-Trainer Stefan Emmerling 1:0.

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