SC Paderborn und Arminia trennen sich 2:2 – DSC-Coach Saibene rettet vorerst seinen Job Remis im Derby: Arminia stoppt den freien Fall

Paderborn (WB). Arminia Bielefeld hat den freien Fall gestoppt: Im Derby beim zuletzt starken SC Paderborn gelang dem DSC mit einem 2:2 (0:0) immerhin ein Punktgewinn, der Trainer Jeff Saibene vorerst den Job retten dürfte.

Von Sebastian Bauer
Auf Ballhöhe: Paderbors Sven Michel (links) und Tom Schütz kämpfen um den Ball.
Auf Ballhöhe: Paderbors Sven Michel (links) und Tom Schütz kämpfen um den Ball. Foto: Thomas F. Starke

»Wir nehmen den Punkt gerne mit. Es war ein gutes Zweitligaspiel, beide Mannschaften haben offensiv gespielt. Ich freue mich für die ganze Mannschaft, Julius hat die Arbeit der Mannschaft belohnt«, analysierte SCP-Coach Steffen Baumgart die Partie. Arminias Trainer Jeff Saibene merkte man vor allem die Erleichterung an – nicht nur wegen des Punkts, sondern auch weil die Fans den 50-Jährigen nach dem Spiel feierten: »Das Spiel wird uns Mut geben, wir haben Moral getankt. Das tut gut, vor allem in so einer schweren Phase. Dass tausende Fans da stehen und meinen Namen rufen, ist unglaublich.«

Mit dem Schwung des 5:1 in Heidenheim gingen die Gastgeber ins Duell mit den Nachbarn . Ganz anders dagegen die Stimmung beim DSC: Acht Spiele haben die Arminen nicht gewonnen, davon sieben verloren – eine Serie des Schreckens . Und zu allem Überfluss fehlte den Gästen auch noch Kapitän Julian Börner wegen eines Infekts. Aus sportlichen Gründen gar nicht berücksichtigt wurde Verteidiger Stephan Salger. Einen möglichen 18. Kaderplatz ließ Saibene sogar unbesetzt.

Überraschend, handelte sich beim Derby doch um ein Schicksalsspiel für den Trainer. So war aus dem Klubumfeld zu hören, dass bei einer deutlichen Niederlage Schluss sein könnte für den Coach. Unter anderem vor dem Aufsichtsrat musste sich der Luxemburger zuvor unter der Woche erklären.

Keinen Anlass für Änderungen sah Steffen Baumgart. Der SCP-Trainer schickte exakt die Elf auf den Platz, die am Sonntag furios in Heidenheim gewann. Es war das erste Mal in dieser Saison, dass der Coach die Anfangsformation nicht änderte.

Paderborn dominiert

Derby? Nachbarschaftsduell? Davon war zunächst wenig zu hören. Aus gutem Grund: Fans hatten sich auf einen ligaübergreifenden Stimmungsboykott wegen der fanunfreundlichen Anstoßzeiten verabredet. Entsprechend waren im Paderborner Stadion zunächst keine Gesänge zu hören.

Ohne Stimmung taten sich zunächst auch beiden Mannschaften schwer, in die Partie zu finden. Der erste Willkommensgruß gehörte dann den Bielefeldern. Tom Schütz’ Schuss kullerte aber links vorbei (9.). Kurz darauf probierte es Jamilu Collins auf der anderen Seite – zielte aber ebenfalls zu ungenau (14.).

Die Paderborner begriffen diese noch vorsichtige Torannäherung als Startsignal. Fort ging es vor allem in eine Richtung: immer auf das DSC-Tor zu. Mit einem viel zu laschen Seitfallzieher versuchte Keanu Staude offensiv noch einmal dazwischen zu funken (18.), ansonsten ließ der SCP den Ball gut laufen. Was insgesamt fehlte: klare Torchancen.

Das große Kribbeln eins brisanten Duells zwischen Nachbarn wollte deshalb nicht so recht aufkommen. Der SCP dominierte, der DSC verteidigte und die Zuschauer warteten auf die Höhepunkte. Eine Szene, die dem nahe kam, war die Paderborner Chance kurz vor der Pause. Antwi-Adjej passte scharf in den Strafraum, Sven Michel in der Mitte kam aber nicht richtig an den Ball (41.).

Arminias Blitzstart nach der Pause

Für die an Highlights arme erste Hälfte, entschädigte der Start des zweiten Durchgangs. Kaum war wieder angepiffen, schlugen die Bielefelder zu. Fabian Klos bediente Andreas Voglsammer, der flach zur Führung abschloss (46.). Nahezu die komplette Bielefelder Bank und verfiel anschließend in frenetischen Jubel mit der Mannschaft auf dem Platz.

Doch die Freude währte nicht lange. Freistoß Klement, Kopfball Schonlau, 1:1 - nur fünf Minuten nach der DSC-Führung konnte der SCP ausgleichen. Und mit diesen beiden Treffern war gleich deutlich mehr Schwung im Spiel. Mohamed Dräger verpasste es kurz darauf sogar, das Spiel zu drehen (55.).

Es ging nun hin und her und schon wieder landete der Ball in den Maschen. Nach einem Pass in den Strafraum setzte sich Bielefelds Klos durch und staubte zur erneuten Arminia-Führung ab (63.). Wenig später hatte Hünemeier den Ausgleich auf dem Kopf, aber DSC-Torwart Stefan Ortega Moreno hielt stark (66.).

Paderborn machte nun Druck, leistete sich aber viele unnötige Ballverluste im Mittelfeld. Das machte die eigenen Angriffsbemühungen schnell wieder zunichte. Bielefeld stand nun tief und stabil.

Doch das reichte nicht zum Sieg: Der gerade eingewechselte Julius Düker traf in der 90. Minute zum Ausgleich für den SCP.

Paderborn: Zingerle - Dräger, Hünemeier, Schonlau, Collins (76. Schwede) - Antwi-Adjej, Klement, Vasiliadis (89. Düker), Zolinski (71. Ritter) - Michel, Tekpetey

Bielefeld: Ortega Morena - Clauss, Prietl, Behrendt, Hartherz - Weihrauch, Schütz, Christiansen, Staude - Voglsammer (84. Brandy), Klos (70. Owusu)

Schiedsrichter: Rohde (Rostock)

Zuschauer: 15.000 (ausverkauft)

Tore: 0:1 Voglsammer (46.), 1:1 Schonlau (51.), 1:2 Klos (63.), 2:2 Düker (90.)

Gelbe Karten: Michel (3), Tekpetey / Voglsammer (2), Hartherz (4), Prietl, Staude

Kommentare

merkwürdiges taktisches Instrument

@ michimichi: weil er das immer so macht schwächt er bewusst die Mannschaft? Komisches taktisches Instrument,versteh ich nicht. Da bin ich eher bei @ Maik Beckmann.

Fakten

Da hieß es vor der Saison von sogenannten Experten wie sinnvoll und gezielt die Mannschaft verstärkt wurde,das die Qualität sowohl in der Breite als auch in der Spitze deutlich besser ist.Fakt ist das Arminia letzte Saison am 15.Spieltag einen Punkteschnitt Von1,55 hatte,diese Saison 0,9 Punkte.Fakt ist auch das Arminia aus den letzten 8 Punktspielen mickrige 2 Punkte holte,eine Negativserie an die ich mich so nicht erinnern kann,dazu das blamabele Ausscheiden im Pokal gegen MSV Duisburg. Die Mannschaft spielt nach wie vor schlecht,ideen-und Konzeptlos. Insofern wundert es mich das diese Experten sagen Saibene wäre der seit Jahren beste Trainer,ein Glücksfall für Arminia.Mit ihm würde man auch in die 3.Liga gehen.Ist das die berühmte Ostwestfälische Sturheit ? Warten wir es ab.

@Maik Beckmann:

Saibene wechselt immer um die 60.-70. Minute frische Stürmer für Stürmer ein. Und das ist grundsätzlich richtig so! Das macht Favre in Dortmund genauso. Wen es trifft mit der Auswechslung, ist dabei egal. Wenn Schipplock, Massimo und Eddy verletzt sind, hat er im Moment eben keine anderen zum Einwechseln. Deswegen sollte er aber dieses taktische Instrument des Stümerwechsels nicht unterlassen.

Gut

Ich habe deutlich verbesserte Arminen gesehen. Es war deutlich zu erkennen, das man strukturiert gearbeitet hat. Das ist in der aktuellen Situation keine Selbstverständlichkeit und somit ein großen Lob für unser Trainerteam.
Prietl hat seine Sache, durch ein gutes Stellungsspiel, in der Innenverteidigung gut gemacht. Lediglich die Kopfballstärke eines Börner hätte bei Standardsituationen helfen können. Der Ausgleich war dann unglücklich.
Also, gute Arbeit, gute Leistung und gute Laune!

Nee es geht nicht mehr

Ja, die Leistung gestern war okay und ein Sieg wäre verdient gewesen. Lassen wir den katastrophalen Schiri aussen vor. Saibene hat durch seine Auswechslungen von Klos und Voglsammer erneut komplett daneben gegriffen. und ein völlig falsches Signal an die Mannschaft gesendet. Wie kann man dann auch noch den stets überforderten Owusu und Brandy bringen, der nie gespielt hat ? So kam, was kommen musste und wer das nicht erkennt, der hat Tomaten auf den Augen. Sorry, Jeff muss weg !

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