Paderborner Stadiongesellschaft: Finke übernimmt Firmenanteile Die laufende Saison ist sicher

Paderborn (WB). Die Schließung des Einrichtungshauses Finke in Paderborn trifft auch den Fußball-Zweitligisten: Der SC Paderborn verliert einen seiner stärksten Partner. »Wir sind aber nicht unvorbereitet«, versichert Präsident Elmar Volkmann. Die Zukunft der Paderborner Stadiongesellschaft (PSG) ist geregelt: Die Familie Finke übernimmt alle Firmenanteile.

Von Matthias Reichstein
Wilfried Finke war über Jahrzehnte Präsident, Förderer und auch Fan des SC Paderborn.
Wilfried Finke war über Jahrzehnte Präsident, Förderer und auch Fan des SC Paderborn. Foto: Jörn Hannemann

Für die laufende Spielzeit ändert sich wohl zunächst nichts. Die Unternehmensgruppe Finke hat als Sponsor einige Werbeflächen in der Benteler-Arena und im Trainingsleistungszentrum angemietet, außerdem wird die Finke-Fantribüne mit günstigeren Eintrittspreisen über den ehemaligen Möbel-Multi vermarktet. Finkes Gesamtsponsoring soll für diese Saison noch bei etwa 100.000 Euro liegen.

Suche nach neuem Partner

Seit Ende August ist der Verkauf der Finke-Gruppe an die Kurt Krieger KHG (Möbel Höffner) in Schönefeld bei Berlin bekannt. Seitdem gab es keine Signale, dass die neuen Eigentümer aus den laufenden Verträgen vorzeitig aussteigen wollen. »Uns liegen bis heute keine anderen Informationen vor«, bestätigt Volkmann: »Da die Krieger-Gruppe den Standort im Sommer 2019 aufgibt, werden wir uns für die neue Serie einen anderen Partner suchen müssen.« Geschäftsführer Martin Hornberger sieht gute Chancen: »Das Gesamtpaket von Finke ist sehr attraktiv, da werden wir, gemeinsam mit unserem Vermarktungspartner Infront, Lösungen finden.«

Verein verschiebt Mitgliederversammlung

Geregelt ist bereits, wie es in der PSG (bisher 15 Unternehmen oder Privatpersonen, Stammkapital 5,299 Millionen Euro) weitergeht. Die Familie Finke hielt bislang 21,25 Prozent der Anteile, die Finke GmbH & Co. KG weitere 22,11 Prozent. Die Firmenanteile wurden jetzt komplett von der Familie Finke übernommen, die damit 43,36 Prozent hält und mit Abstand größter Investor ist – noch vor Ex-Präsident Peters Evers (GmbH, Privatperson und Stiftung halten 21,11 Prozent) und der Bremer AG (12,3 Prozent).

Der zum 30. Juni 2018 mit sieben Millionen Euro verschuldete Verein hat kurzfristig seine Mitgliederversammlung verlegt. Das wurde gestern bekannt. Ursprünglich sollte die Sitzung im November stattfinden, jetzt wird erst im Januar 2019 getagt. Datum und Ort stehen noch nicht fest, die Gründe für die Verschiebung hängen nach SCP-Angaben ausschließlich mit der Ausgliederung der Profi-Abteilung in eine Kapitalgesellschaft (KGaA) zusammen.

Ersten Verträge sollen unterschrieben sein

Neun neue Investoren soll es geben, auch die ersten Verträge sollen nach Informationen dieser Zeitung unterschrieben sein. Dadurch könnte sich das Stammkapital um etwa 30 Prozent erhöhen. Da die Unternehmen aber noch nicht im Handelsregister eingetragen sind, sind sie keine PSG-Gesellschafter. Auch mit der Deutschen Fußball-Liga (DFL) stehen die abschließenden Gespräche seitens des SC Paderborn noch aus. »Ich möchte keine besseren Wasserstandsmeldungen abgeben, sondern erst dann vor unsere Mitglieder treten, wenn alles sauber abgewickelt ist«, begründet Volkmann die Suche nach einem neuen Termin.

Ehrenpräsident Finke

Im Rahmen der Mitgliederversammlung, die wohl wieder im Hansesaal des Paderborner Schützenhofes stattfinden wird, soll Wilfried Finke besonders ausgezeichnet und zum Ehrenpräsidenten ernannt werden. »Seine großen Verdienste rund um den Verein sind beispiellos«, sagt Volkmann. »Wilfried Finke war über Jahrzehnte der größte Förderer des Vereins. Ohne ihn würden Arena und Trainingszentrum nicht stehen«, ergänzt Hornberger. Beide hoffen, dass Finke an der Versammlung teilnimmt. Darüber soll es in naher Zukunft Gespräche mit der Familie geben. »Ich lasse da aber erst ein bisschen Holz zur Kohle brennen«, sagt Volkmann und hofft in absehbarer Zeit auf etwas mehr Ruhe.

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