Vierter Saisonsieg: SC Paderborn gewinnt beim FC Ingolstadt 2:1 - Gjasula gesperrt Klement trifft doppelt

Ingolstadt (WB). Zweitligist SC Paderborn bleibt in der Erfolgsspur: Beim FC Ingolstadt gewann der SCP mit 2:1 (1:0) und verbuchte damit den vierten Saisonsieg. Für die Bayern war es die fünfte Niederlage in Folge. Einmal mehr überzeugte Paderborns Spielmacher Philipp Klement, der zwei Freistöße direkt ins Tor schlenzte. In der Schlussphase sah Klaus Gjasula die fünfte gelbe Karte und ist im nächsten Heimspiel gegen Union Berlin gesperrt.

Von Matthias Reichstein
Die Mannschaft von Paderborn jubelt nach dem Treffer zum 0:1 gegen Ingolstadt.
Die Mannschaft von Paderborn jubelt nach dem Treffer zum 0:1 gegen Ingolstadt. Foto: dpa

Die Statistik sprach (schon) vor dem Spiel eindeutig für die Ostwestfalen: Von zehn Spielen, inklusive der beiden vergangenen Pokalduelle (0:1 im Vorjahr, 1:2 in dieser Saison), verlor der SCP nur zwei. Allerdings fiel die einzige Auswärtsniederlage bei den Schanzern deftig aus: Das 0:4 am 17. März 2012 ist der bis heute noch höchste Heimsieg der Ingolstädter im Audi-Sportpark.

Paderborns Trainer hatte seine Elf im Vergleich zum 1:0-Sieg gegen Aue nur auf einer Position verändert: Für Marlon Ritter rückte der zuletzt gesperrte Babacar Guèye in den Angriff. Sein Kollege Alexander Nouri, mit zwei 1:2-Niederlagen gegen den 1. FC Köln und Union Berlin gestartet, hatte auf zwei Positionen umgestellt. Aus Paderborner Sicht war diese Personalie besonders interessant: Robin Krauße stand wieder in der Startelf.

Deutlich überlegen

Der SC Paderborn, beobachtet vom Ex-Paderborner Antonio Di Salvo, dominierte die erste Hälfte wie eine Spitzenmannschaft. Mehr Chancen (5:2), mehr Ecken (7:2) und natürlich mehr Ballbesitz – der SCP, der sicher nicht sein bestes Spiel machte, war den vor der Saison so hoch gehandelten Bayern in allen Belangen deutlich überlegen. Einzig die Verwertung der Möglichkeiten war einmal mehr nicht ausreichend.

Ben Zolinski (17./28.), Babacar Guèye (25./28.), Jamilu Collins (36.) und Bernard Tekpetey (38./43.) boten sich gute Möglichkeiten, doch es war ein ruhender Ball, der den SCP mit 1:0 in Führung brachte: Nach einem Foul an Tekpetey zirkelte einmal mehr Philipp Klement (33.) den Ball über die Mauer, Ingolstadts Schlussmann Marco Knaller war hier chancenlos.

Zu wenig Gegenwehr

Die Gastgeber zeigten nach zuletzt vier Niederlagen in Folge viel zu wenig Gegenwehr. Einzig Osayamen Osawe (16./45.+3.) hatte zwei Kopfballchancen. Doch einmal flog der Ball über das Tor, einmal stand Leopold Zingerle richtig.

Im zweiten Abschnitt brachte Ingolstadts neuer Trainer Alexander Nouri mit dem Ex-Paderborner Stefan Kutschke einen frischen Stürmer, der führte sich mit der bestern FC-Szene auch gut ein und war Ausgangspunkt für die Dreifachchance in Minute 56: Sein Kopfball knallte zunächst an den Pfosten, den ersten Nachschuss von Roas Otavio parierte Zingerle und im dritten Versuch traf Thomas Pledl die Latte.

Auf Klement ist Verlass

Jetzt wurde es brenzlig, doch wieder war auf Klement Verlass. Wie schon in Durchgang eins wurde Tekpetey gefoult, den fälligen Freistoß schlenzte Paderborns Spielmacher (61.) erneut in die Maschen. 2:0 für den SC Paderborn.

Jetzt bekam die Partie richtig Farbe, Ingolstadt machte Dampf und setzte den SCP in der Folgezeit unter Dauerbeschuss. Zwei Minuten nach dem 0:2 verkürzte Konstantin Kerschbaumer auf 1:2, sein Schuss unter die Latte war gleichzeitig Ingolstadts 300. Zweitligator. Sonny Kittel (65.), Kutschke (67.) und Kerschbaumer (70.) scheiterten nacheinander an Zingerle. Der musste dann runter (Verdacht auf Gehirnerschütterung), doch Michael Ratajczak war auch sofort drin im Spiel.

Die Ingolstädter drückten weiter, der SC Paderborn fand offensiv kaum noch statt. Christopher Antwi-Ajei wurde noch zweimal im Strafraum gelegt (88./89.), der Pfiff blieb aber aus.

Das Wochenende hatte für die FC-Fans übrigens mit einer angenehmen Überraschung begonnen: Der neue Trainer Alexander Nouri hatte am Samstag die Tür geöffnet und so das eigentlich geheime Abschlusstraining öffentlich gemacht.

Statistik

FC Ingolstadt: Knaller – Matip, Gimber, Galvao – Krauße (86. Leipertz), Kerschbaumer – Pledl, Kittel (78. Lezcano) , Otavio – Benschop (46. Kutschke), Osawe

SC Paderborn: Zingerle (70. Ratajczak) – Dräger, Schonlau, Strohdiek, Collins – Gjasula – Tekpetey (67. Antwi-Adjei), Klement, Schwede – Guèye, Zolinski (79. Vasiliadis)

Schiedsrichter: Dingert (Gries)

Tore: 0:1 Klement (33.), 0:2 Klement (61.), 1:2 Kerschbaumer (63.)

Zuschauer: 7594

Gelbe Karten: Otavio, Matip, Osawe / Tekpetey, Antwi-Adjei, Gjasula

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