Aber den SC Paderborn drücken wieder sieben Millionen Euro Schulden Neun neue Investoren

Paderborn (WB). Dass Profifußball in Paderborn nur in der 2. Liga zukunftsfähig ist, das ist nicht neu: Bis zum 30. Juni 2018 war der Schuldenberg beim SCP wieder auf satte sieben Millionen Euro angewachsen. Mit dem Aufstieg hat sich die Lage etwas entspannt. Neun neue Investoren kamen hinzu, das TV-Geld stieg auf mehr als acht Millionen Euro.

Von Matthias Reichstein
SCP-Präsident Elmar Volkmann: Der Schuldenberg ist gewachsen, in die Zukunft sieht er dennoch zuversichtlich.
SCP-Präsident Elmar Volkmann: Der Schuldenberg ist gewachsen, in die Zukunft sieht er dennoch zuversichtlich. Foto: Jörn Hannemann

Diese Zahlen bestätigte Präsident Elmar Volkmann am Dienstag auf WESTFALEN-BLATT-Anfrage und sagte: »Daran erkennt man, was für ein finanzieller Aufwand betrieben werden musste, um nach zwei Jahren in die 2. Liga zurückzukehren.« Der 72-Jährige beschreibt die Zahl selbst als eine »Hausnummer« und sieht seine Hauptaufgabe in den kommenden Jahren darin, den Schuldenberg abzutragen. »Die Modalitäten liegen hier aber noch nicht fest«, sagte Volkmann. Zum Vergleich: Nach dem Abstieg in die 2. Liga veröffentlichte der Verein zum 30. Juni 2016 noch ein Guthaben in Höhe von 216.663 Euro.

Die Voraussetzungen für eine bessere Zukunft sind mit dem Aufstieg in die 2. Liga und der Ausgliederung der Profi-Abteilung in eine Kapitalgesellschaft (KGaA) geschaffen worden. Der SCP erhöhte als Zweitligist seinen Etat zwar auf 17 Millionen Euro (3.  Liga: 13,5 Millionen Euro), hat aber sehr viel höhere Einkünfte. Allein die TV-Einnahmen stiegen von 800.000 Euro auf mehr als acht Millionen Euro. Die Zuschauerzahlen liegen bei 10.500 pro Spiel. Das ist ordentlich, zumal zugkräftige Gegner wie der 1. FC Köln, Hamburger SV oder Arminia Bielefeld noch kommen. Alle drei Vereine garantieren eine ausverkaufte Arena, kalkuliert hatte der Klub die Spielzeit mit 9.500 Fans pro Partie.

Stammkapital lag bei 5,299 Millionen Euro

Zufrieden ist Volkmann auch mit der Entwicklung der am 29. Mai gegründeten Kapitalgesellschaft. Nach Informationen dieser Zeitung sind neun neue Investoren in die Paderborner Stadiongesellschaft (PSG) eingestiegen. Bislang gehörten der Gesellschaft, in der der ehemalige Vizepräsident Josef Ellebracht die Geschäfte führt, 15 Unternehmen oder Privatpersonen an, das Stammkapital lag bei 5,299 Millionen Euro. Größter Anteilseigner waren bislang die Unternehmensgruppe Finke (22,11 Prozent) und die Familie Finke (21,25 Prozent).

Welche neuen Unternehmer sich mit wie viel Geld an der PSG beteiligen, wollte Volkmann nicht sagen. »Das ist ein laufender Prozess und im Moment versuchen wir auch noch andere Geschäftspartner zu gewinnen«, begründete der Steuerberater. Nach Informationen dieser Zeitung konnte das Stammkapital um etwa 30 Prozent erhöht werden. Volkmann wurde nicht konkret, sagte aber: »Uns ist es in den vergangenen Monaten gelungen, das Sponsoring auf viele Schultern zu verteilen. Wenn jetzt mal einer ausfällt, knickt der Klub nicht mehr gleich ein.«

Ob Höffner bestehende Verträge übernimmt?

Ein nicht ganz unwichtiger Termin steht in sehr naher Zukunft an: Das Unternehmen Höffner (Kurt Krieger KHG in Schönefeld bei Berlin), potenzieller Käufer der Finke-Gruppe, hat um ein Gespräch mit der Vereinsführung gebeten. Der Grund ist nicht schwer zu erraten: Die Unternehmensgruppe Finke zählt seit mehr als zwei Jahrzehnten zu den größten Gönnern des Vereins. Ob Höffner bestehende Verträge übernimmt, zurückfährt oder bestenfalls ausbaut? Volkmann hält sich hier mit einer Einschätzung merklich zurück: »Ich weiß überhaupt nicht, mit welchen Vorstellungen unsere Gesprächspartner kommen.«

Nach Ausgliederung der Profiabteilung ist der Verein SC Paderborn alleiniger Gesellschafter der Management GmbH, die Komplementärin der KGaA ist. Am Dienstagabend wurden vom Präsidium und Aufsichtsrat des SCP Martin Hornberger und Markus Krösche zu Geschäftsführern der GmbH bestellt, die das Tagesgeschäft des Zweitligisten verantwortet.

Kommentare

Da wird man nicht schlau drauß

Ich sehe das nicht so positiv.

Neun neue Investoren für die PSG hat nichts mit der Ausgliederung zu tun.

Schulden sollen - statt sofort, damit sie keine Zinsen und damit Fixbeträge kosten - "über Jahre" abgebaut werden.

Auch sehe ich niemanden, der wie Finke bürgen könnte.

Ich glaube, man wird die Erlöse aus der Ausgliederung wieder einmal völlig falsch "investieren".

Was passiert denn mit den erhofften 10 Mio. wenn nicht Tilgung?!

Wenn wir wieder mit Geld um uns werfen, machen wir wieder nur andere reich und Preise werden automatisch steigen...

Transfererlös

Der Verkauf von Robin Krauße an Ingolstadt dürfte die Finanzlage für dieses jahr zusätzlich entspannen. Je nachdem, wie man im DFB abschneidet wird es hier vielleicht noch mal Geld geben, natürlich kann man nicht damit planen.
Der SCP ist auf einem guten Weg. Die Nach-Finke-Ära hat begonnen und steht auf den richtigen Fundamenten. Ich bin überzeugt, dass dem (ehemaligen) Verein mit der Ausgliederung eine positive Zukunft blüht. Sportlich geht man den richtigen Weg. Das schlimmste was jetzt passieren könnte, wäre jetzt ein Aufstieg in die 1. Liga. Damit würde die Mannschaft wieder auseinander brechen und eine erneute Abstiegsserie droht.

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