Gegen Aue will Paderborn mit mehr Stabilität punkten Baumgart sucht die Balance

Paderborn (WB). Sieben Spiele, 30 Tore – wer den Neuling SC Paderborn durch die 2. Liga begleitet, dem wird nicht langweilig. Offensiv brennt der SCP fast immer ein Feuerwerk ab, defensiv hat das Team Probleme. »Das geht so nicht weiter, das wissen wir«, sagt Trainer Steffen Baumgart vor dem Heimspiel am Samstag (13 Uhr) gegen Aue.

Von Matthias Reichstein
Attraktive Offensive und sichere Defensive: Paderborns Trainer Steffen Baumgart muss das Gleichgewicht noch finden.
Attraktive Offensive und sichere Defensive: Paderborns Trainer Steffen Baumgart muss das Gleichgewicht noch finden. Foto: Oliver Schwabe

Attraktiver Offensiv-Fußball, verbunden mit einer sicheren Defensive – auf der Suche nach dem Gleichgewicht im eigenen Spiel schließt der 46-Jährige aber eines kategorisch aus: »Wir werden nicht an unserer Spielweise rütteln, sondern auch gegen Aue mutig und offensiv bleiben.«

Neue Stabilität finden

Baumgart und sein Trainerteam analysieren jedes Spiel und damit auch die Entstehung der Gegentreffer, das Ergebnis überrascht nicht: »Wir kassieren nicht so viele Tore, weil wir sehr wild oder zu offen agieren. Es sind die individuellen Fehler, die uns vor Probleme stellen. Dadurch machen wir es im Moment dem Gegner viel zu einfach, gegen uns zu treffen.« Baumgart gibt aber auch zu: »Unser Defensivverhalten war schon besser. Im Moment ist es so, dass wir uns streckenweise selbst ein bisschen im Weg stehen.«

Markus Krösche folgt dem Coach uneingeschränkt. »Mit unserer Art und Weise Fußball zu spielen, werden wir im Verlauf der noch sehr langen Saison genug Spiele gewinnen«, ist auch der Manager von Paderborns Spielidee überzeugt, gleichzeitig mahnt aber auch er an: »Wir müssen die Balance finden.« Was der 34-Jährige damit meint, ist einfach erklärt: Der SCP muss in verschiedenen Phasen des Spiels für sich entscheiden, wann es besser ist, in Ballbesitz zu bleiben, sich zu erholen und in Ruhe den nächsten Angriff vorzubereiten. Oder wann es Sinn macht, schnell und verbunden mit viel Risiko nach vorne zu spielen. In der 3. Liga fand der SCP diese Stabilität und beendete die Serie mit 90 (!) geschossenen Toren und einer fast unglaublichen Tor-Differenz von plus 57.

Baumgart: »Aue hat viel Erfahrung«

»Vor Paderborns Wucht in der Offensive ziehe ich meinen Hut. Diese Power aus der 3. Liga in die 2. Liga zu transportieren, davor habe ich hohen Respekt. Aber dadurch öffnet die Mannschaft defensiv immer wieder Räume. Wenn hier dann auch nur kleine Fehler passieren, werden die in der 2. Liga sofort bestraft«, sagt Aues Trainer Daniel Meyer. Die Gäste hatten mit Siegen gegen den FC St. Pauli und in Duisburg aufhorchen lassen, das 0:2 am Mittwoch gegen Sandhausen kam da eher überraschend. Baumgart will das Ergebnis deshalb auch nicht zu hoch hängen: »Aue hat viel Erfahrung, findet immer spielerische Ansätze und hat Stärken bei Standards. Da stehen wir vor einer schwierigen Aufgabe.«

Die muss der SCP lösen. Zweifel hat Baumgart keine. So, wie seine Elf zuletzt am Millerntor aufgetreten ist, muss er die auch nicht haben. Paderborns Spiel verdiente in den ersten 40 Minuten das Prädikat »Extraklasse«, Baumgart fasste den Abschnitt am Freitag noch einmal so zusammen: »Den Hamburgern muss jetzt noch schwindelig sein.« Wie den SCP-Fans. Die erlebten bislang eine Englische Woche mit fünf Paderborner Toren und drei Führungen – das reicht normal für sechs Punkte. Es blieb aber nur einer.

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