SC Paderborn 07 verliert beim FC St. Pauli in letzter Minute mit 1:2 K.o.-Schlag in der Nachspielzeit

Hamburg (WB). Die kleine Serie des SC Paderborn ist gerissen: In der Nachspielzeit und in Unterzahl verlor der SCP beim FC St. Pauli unglücklich mit 1:2 (1:1). Das war der erste punktlose Auftritt nach fünf Spielen. Nach einer tollen ersten Hälfte des SCP flachte die Partie im zweiten Abschnitt etwas ab. Babacar Gueye sah vier Minuten vor dem Ende die Ampelkarte. Mit nur noch neun Feldspielern kassierten die Ostwestfalen die zweite Auswärtsniederlage.

Von Matthias Reichstein
Ben Zolinski (Mitte), Paderborns Torschütze zum 1:0, im Zweikampf mit St. Paulis Jeremy Dudziak.
Ben Zolinski (Mitte), Paderborns Torschütze zum 1:0, im Zweikampf mit St. Paulis Jeremy Dudziak. Foto: Oliver Schwabe

Auf zwei Positionen änderte Paderborns Trainer Steffen Baumgart, der nach seinem Magen-Darm-Virus wieder an der Seitenlinie stand, seine Elf: Für Uwe Hünemeier rückte Sebastian Schonlau wieder ins Abwehrzentrum. »Uwe hatte in der vergangenen Saison in Brighton nicht so viele Einsätze, hat jetzt oft gespielt und braucht mal eine Pause«, begründete der SCP-Coach.

Außerdem spielte Tobias Schwede an, für ihn musste erstmals Christopher Antwi-Adjei auf die Bank. Nach dem 1:0-Erfolg in Ingolstadt nahm Pauli-Trainer Markus Kauczinski nur einen Wechsel vor: Dimitrios Diamantakos begann für Henk Veermann in der Sturmspitze.

Offensiv und überlegen

»Wir wollen nicht so wild spielen, wie zuletzt«, hatte Baumgart mit Blick auf die vergangenen beiden Punktspiele in Köln (5:3) und gegen Magdeburg (4:4) angekündigt. Sein Team hielt Wort.

Die Ostwestfalen waren in der ersten halben Stunde klar überlegen, hatten in dieser Phase 68 Prozent Ballbesitz, 9:2 Torchancen und mussten bereits nach zehn Minuten in Führung gehen: »Mo« Dräger legte auf der rechten Seite zurück auf Bernard Tekpetey, dessen Abschluss wehrte Philipp Ziereis genau vor die Füße von Babacar Gueye ab, doch der Angreifer scheiterte freistehend aus nur sieben Metern an Robin Himmelmann im Kasten der Paulianer.

Von den Hamburgern war zunächst nichts zu sehen, erst das Zuspiel von Diamantakos (26.) auf Christopher Buchtmann sorgte für Gefahr, doch der schoss den Ball von der Strafraumgrenze knapp am Tor vorbei.

Beste Chancen ausgelassen – dann sieht Gueye Gelb-Rot

Dann wurde es turbulent. Zunächst traf Paulis Kapitän Johannes Flum (31.) nur das Außennetz, die Antwort der SCP war die Führung: Nach Pass von Dräger schob Ben Zolinski (32.) mit seinem ersten Saisontor zum 1:0 ein. Der SCP führte zu diesem Zeitpunkt hochverdient und rückte damit auf Rang drei vor, doch die Freude endete nach nur fünf Minuten. Diesmal machten es Zuspieler Flum und Vollstrecker Diamantakos besser, SCP-Keeper Leopold Zingerle war beim 1:1-Ausgleich ohne Chance.

Das Remis war für die Hamburger Hausherren schmeichelhaft, im zweiten Abschnitt sahen die 29.546 Zuschauer im ausverkauften Millerntor-Stadion zunächst ein zerfahrenes Spiel. Der SCP spielte zunächst nicht mehr so konsequent nach vorne, Pauli bekam mehr Spielanteile. Doch zunächst war es Schwede (62./70.), der Himmelmann zu zwei weiteren Glanztaten zwang.

Die zweite Halbzeit war arm an Höhepunkten, einzig Gueye brachte sich noch in den Blickpunkt: Nach einem weiteren Foul an Buballa sah er die Ampelkarte und musste runter.

Vorlage zum 1:2 aus abseitsverdächtiger Position

In Unterzahl kassierte der SCP dann noch den Knock out: Der eingewechselte Zehir schickte den ebenfalls erst spät ins Spiel gebrachten Veerman über die rechte Seite, der Angreifer stand da zumindest in abseitsverdächtiger Position.

Der Schiri pfiff nicht, der Ball kam zu Neudecker, der war ebenfalls erst im zweiten Abschnitt gekommen, schob zum 2:1 ein und knallte noch mit dem Bein gegen den Pfosten. Er stand später aber wieder.

Statistik

St. Pauli: Himmelmann – Dudziak, Ziereis, Avevor, Buballa, Flum (80. Zehir), Knoll, Sahin, Buchtmann, Möller Daehli (75. Neudecker), Diamantakos (77. Veermann)

SC Paderborn: Zingerle, Dräger, Schonlau, Strohdiek, Collins, Gjasula (81. Vasiliadis), Klement, Schwede, Tekpetey (68. Antwi-Adjej), Zolinski (76. Ritter), Gueye

Schiedsrichter: Waschitzki (Essen)

Zuschauer: 29.546

Tore: 0:1 (25.) Zolinski, 1:1 (37.) Diamantakos, 2:1 (90.+2) Neudecker

Gelbe Karten: Knoll / Schwede, Gjasula (4), Klement (2), Schwede (2)

Gelb-Rote Karte: Gueye (86.)

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6081426?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198358%2F