Krauße war dabei: SCP-Klatsche in Aalen steht auch für eine Wende Ein 0:4 mit Folgen

Paderborn (WB). Auswärtsspiel des Drittligisten SC Paderborn am Samstag vor Ostern beim VfR Aalen – genau vor einem Jahr trafen beide Vereine zum gleichen Zeitpunkt aufeinander. Damals kämpfte der SCP gegen den Abstieg, aktuell geht es um den Aufstieg.

Von Matthias Reichstein
Voller Einsatz: Der zweikampfstarke Robin Krauße ist im defensiven Mittelfeld der Paderborner gesetzt.
Voller Einsatz: Der zweikampfstarke Robin Krauße ist im defensiven Mittelfeld der Paderborner gesetzt. Foto: Besim Mazhiqi

Wenn am Samstag um 14 Uhr die 90 Minuten in der Ostalb-Arena angepfiffen werden, kommt Robin Krauße als Tabellenführer. Gleichzeitig ist der 23-Jährige auch nur noch einer von drei Spielern, die im Vorjahr an gleicher Stätte untergingen. Nach einer akzeptablen ersten Hälfte kassierte der SCP am 15. April 2017 eine deftige 0:4-Klatsche.

Einen Tag später wurde mit Stefan Emmerling der nächste Trainer entlassen – auf ihn folgte Steffen Baumgart. Ein Trainer-Tausch, der weitreichende Folgen haben sollte.

»Dass es damals wieder einen Wechsel auf der Bank gab, davon wurden wir Spieler völlig überrascht. Da hatte sich im Vorfeld nichts angedeutet. Auch auf der sehr stillen Rückfahrt nicht«, erinnert sich Krauße.  Für den Zweitliga-Absteiger SC Paderborn war es an dem denkwürdigen 33. Spieltag bereits der 18 punktlose Auftritt, gleichbedeutend mit dem Abrutsch auf Abstiegsplatz 19.

Blutleerer Auftritt zuviel

Für Markus Krösche, damals wie heute der Manager, war es ein blutleerer Auftritt zuviel. Er zog 24 Stunden später die Konsequenzen. Baumgart mag Vergleiche mit Spielen aus der Vergangenheit nicht, will deshalb auch gar nicht groß zurückblicken und sagt nur: »Für mich war das Angebot aus Paderborn nie ein Himmelfahrtskommando, für mich war es eine Chance. Schließlich hatte ich zuvor noch nie als Trainer in der 3. Liga gearbeitet.«

Die weitere Geschichte ist bekannt: Der SCP verlor bis Saisonende kein Spiel mehr, der Weg über den Ligaerhalt bis zum aktuellen Aufstiegsplatz glich dennoch einer Achterbahnfahrt. Eine, die Krauße aber auch genießen kann: »Ich muss mich nicht kneifen, um zu kapieren, was sich seitdem verändert hat. Wir haben für die brutale Entwicklung im Verein hart gearbeitet und wissen genau, was wir geleistet haben.«

»Auch privat läuft es rund«

Doch nicht nur sportlich hat Krauße bewegte Zeiten hinter sich, auch privat änderte sich fast alles: Verlobung an Silvester 2016, Hochzeit kurz vor Weihnachten 2017, und im August 2018 werden er und seine Angelina Eltern. »Auch privat läuft es rund«, strahlt der eisenharte Mittelfeldspieler und verrät stolz: »Es wird ein Junge.«

Das werden emotionale Momente, die schiebt Krauße aber noch beiseite. Auf Aalen folgt das Heimspiel gegen Heimatklub Carl Zeiss Jena, danach geht’s nach Osnabrück. »Dort wurde uns einiges genommen«, sagt Krauße mit Blick auf das 0:0 vor einem Jahr gegen den VfL und dem damit verbundenen Abstieg.

Jena und Osnabrück sind die Zukunft, die Gegenwart heißt VfR Aalen. Mit dem Verein verbindet Paderborn aber nicht nur eine deftige Pleite: Der 2:1-Sieg am 11. Mai 2014 ist gleichbedeutend mit dem einzigen Erstliga-Aufstieg.

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