Erstmals vergibt Paderborn eine solche Auszeichnung – am Mittwoch Abschiedsspiel gegen Leverkusen Krösche wird Ehrenspielführer

Paderborn/Leverkusen (WB). Ehrenspielführer – mit diesem Titel würdigt der Deutsche Fußball-Bund besonders verdiente Nationalspieler. Mittwochabend sieht sich auch der SC Paderborn erstmals veranlasst, eine solche Auszeichnung zu vergeben. Dem langjährigen Kapitän  Markus Krösche wird diese Ehre zuteil.

Von Elmar Neumann
Hier feiert Co-Trainer Markus Krösche mit  Roger Schmidt den Champions-League-Einzug, am Mittwoch gastiert er mit Bayer in Paderborn.
Hier feiert Co-Trainer Markus Krösche mit Roger Schmidt den Champions-League-Einzug, am Mittwoch gastiert er mit Bayer in Paderborn. Foto: imago

Im Gegensatz zu Fritz Walter, Uwe Seeler, Franz Beckenbauer und  Lothar Matthäus sowie  – in der weiblichen Ausgabe – Bettina Wiegmann und Birgit Prinz wird der 34-Jährige von Seiten des DFB keine Berücksichtigung mehr finden. Dafür ist der einmalige  Auftritt im Trikot der U21-Nationalmannschaft  doch ein Hauch  zu wenig. Beim SCP aber  hat sich der gebürtige Hannoveraner  mit 194 Zweitligaeinsätzen  als Rekordspieler in der Vereinsgeschichte verewigt und  wird in Form einer doppelten Premiere belohnt: Mit der Partie des Zweitligisten gegen  seinen neuen Arbeitgeber Bayer 04 Leverkusen (19 Uhr, Benteler-Arena) gibt’s zum ersten Mal ein offizielles Abschiedsspiel für einen ehemaligen Paderborner Profi und vor dem Anpfiff wird »Kröschi« zur  ostwestfälischen Variante von »Uns Uwe« ernannt.

Lobeshymne von Präsident Finke

Die entsprechende Lobeshymne hat Präsident Wilfried Finke schon jetzt verfasst: »Der Name Markus Krösche wird immer mit unserem Weg von der Regionalliga in die Bundesliga verbunden bleiben. Er hat sich stets mit den Zielen unseres Vereins voll  identifiziert und als Kapitän eine herausragende Rolle gespielt.« Worte, die der neue Co-Trainer des Champions-League-Teilnehmers  natürlich sehr gerne vernimmt. »Das ist eine tolle Geste vom Verein und eine Bestätigung dafür, dass wir   sehr, sehr gute Zeiten zusammen hatten«, sagt Krösche vor seinem letzten (Kurz-)Auftritt  im SCP-Trikot mit der Nummer 18.

13 Jahre lang war er für Paderborn am Ball, stieg zweimal in die 2. und –  in seinem letzten Spiel –  einmal in die 1. Liga auf.  Das nächste Kapitel dieser Erfolgsgeschichte schrieb er gleich in seinem ersten Jahr als Trainer, in dem er mit der U 23 auf Anhieb in die Oberliga aufstieg, ehe sein Freund Roger Schmidt in Leverkusen nach ihm verlangte. Dort heißen die Gegner nun nicht   SV Zweckel oder  SV   Schermbeck, wie es in  Liga fünf  gewesen wäre, sondern   FC Bayern München und   FC Barcelona. »Der Wechsel ging so schnell über die Bühne, dass ich das Ganze erst nach und nach realisiere. Das ist schon der Wahnsinn, macht aber vor allem unheimlich viel  Spaß«, sagt der A-Lizenzinhaber. Derzeit pendelt Krösche  zwischen Paderborn und Leverkusen,  am  1. November  bezieht er am Rhein eine Wohnung, aber der  Lebensmittelpunkt wird an der Pader bleiben. Hier  leben   seine Frau und seine beiden Kinder, hier hat er aber auch den Weg seines Ex-Clubs im Blick: »Ein Problem ist, dass der Verein jetzt nicht mehr als SCP, sondern als der Erstliga-Absteiger wahrgenommen wird. Die Mannschaft aber ist gut und benötigt einfach nur noch etwas Zeit.«

3000 Fans werden erwartet

Auf eine schöne Zeit freut sich  Krösche heute Abend.  Bis zu 3000 Fans werden ihm einen standesgemäßen Abschied bereiten wollen. Auch wenn der Erstligist nicht mit der kompletten Prominenz auflaufen wird. Beim SCP fehlen die U 21-Nationalspieler Dominik Wydra (Österreich) und Mirnes Pepic (Montenegro), bei Bayer Leverkusen gleich 13 Auswahlspieler. Ein Geschenk hat der angehende Ehrenspielführer aber doch mit an Bord. Der neue Star Javier »Chicharito« Hernandez sollte eigentlich am   Freitag mit Mexiko gegen Trinidad und Tobago antreten, stattdessen  läuft »die kleine Erbse« nun  in der Benteler-Arena  auf.

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