Tor des Monats: ARD ehrt Paderborns Marcel Ndjeng im Hermann-Löns-Stadion Glänzende Erinnerungen an alter Stätte

Paderborn (WB). »Hier fing alles an.« Als Marcel Ndjeng das Hermann-Löns-Stadion im Paderborner Ortsteil Schloß Neuhaus betrat, wurden Erinnerungen wach. Vor  zehn Jahren begann dort die bemerkenswerte Bundesliga-Karriere des SCP-Profis. An alter Stätte gab’s gestern eine besondere Medaille.

Von Matthias Reichstein
Ein echter Hingucker: Marcel Ndjeng ist gestern mit einer Medaille für sein Tor des Monats ausgezeichnet worden.
Ein echter Hingucker: Marcel Ndjeng ist gestern mit einer Medaille für sein Tor des Monats ausgezeichnet worden. Foto: Besim Mazhiqi

Der 33-Jährige hatte am 15. August die ARD-Wahl zum »Tor des Monats« gewonnen, gestern wurde das obligatorische Edelmetall der »Sportschau« überreicht und im Film festgehalten. »Das ist eine tolle Erinnerung«, freute er sich über die Auszeichnung. Ndjengs Weitschuss zum 3:1 im Test gegen den englischen Zweitligisten Bolton Wanderers (Endstand: 4:1) war für 40 Prozent der TV-Zuschauer das schönste Tor im Monat Juli.

Mit wenigen Mitteln richtig guten Fußball gespielt

Eine gute Wahl war vor zehn Jahren auch Ndjengs Wechsel vom damaligen Drittligisten Fortuna Düsseldorf zum Zweitliga-Aufsteiger SC Paderborn. »Wir hatten zwar kein richtiges Fußballstadion und auch nicht viel Geld. Aber wir haben mit wenigen Mitteln richtig guten Fußball gespielt«, blickt Ndjeng auf die Anfangsjahre des Paderborner Profifußballs zurück.

Ein stummer Zeitzeuge ist noch das Stadion. Hier rollt schon seit sieben Jahren kein Fußball mehr, das bröckelnde Bauwerk ist heute Heimat der Footballer. »Das Stadion und der Verein werden immer für meinen Start in den Profifußball stehen«, sagt Ndjeng. Der stand deshalb gestern auch gemeinsam mit Markus Gellhaus vor der Kamera. Für den heutigen Paderborner Chefcoach begann 2005 nicht nur die Zusammenarbeit mit Marcel Ndjeng, sondern auch die mit Jos Luhukay.

Es läuft noch nicht alles rund

Das Trio traf sich danach immer wieder, stieg gemeinsam mit Borussia Mönchengladbach, dem FC Augsburg und Hertha BSC Berlin in die 1. Liga auf. »Das schweißt zusammen«, sagt Ndjeng, für den sich aktuell in Paderborn der Kreis wieder schließt. Wobei sportlich, im Vergleich zum ersten Einstieg vor etwas mehr als zehn Jahren, noch längst nicht alles rund läuft. »Paderborn ist abgestiegen, hat einen neuen Trainer und viele neue Spieler. Daraus mitten im Spielbetrieb wieder eine intakte Mannschaft zu formen, ist sehr schwierig und braucht Zeit«, sagt Ndjeng.

Geduld werden die Anhänger des Fusionsklubs beim Neuaufbau haben müssen. Eine Ausnahme bilden da nur die kommenden 90 Minuten. Die Bedeutung des Derbys muss Marcel Ndjeng niemand erklären. Der gebürtige Bonner war in der Saison 2006/2007 auch für die Arminen in der Bundesliga am Ball und freut sich auf das Duell der Nachbarn, das für ihn eine ganz besondere Pflichtspiel-Premiere ist: »Obwohl ich für beide Vereine gespielt habe, kenne ich das Derby nur als Testkick oder aus dem Fernsehen.«

Beim Derby reinhauen

Dass Niederlagen hier besonders weh tun, muss ihm trotzdem keiner erklären. »Wir müssen alles aus uns raushauen und in dieses eine Spiel reinhauen«, sagt Ndjeng und nennt den Sieg in Düsseldorf und die erste Halbzeit am Montag beim 1. FC Kaiserslautern als gute Beispiele: »Da haben wir als Mannschaft ein Zeichen gesetzt.«

Stichwort Derby: Zu sehen gibt’s den Beitrag über Marcel Ndjeng am Samstag im Rahmen der »Sportschau« und zur Einstimmung auf die Berichterstattung über das OWL-Duell. Das nächste »Tor des Monats« erwarten die SCP-Fans nach zuletzt zwei punktlosen Auftritten mit sieben Gegentoren nicht. Ein »Tor im August« würde den meisten Anhängern reichen. Denn in dieser Saison trafen in der Arena bislang nur die Gäste.

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