Der SC Paderborn hat dem SV Sandhausen ein Angebot gemacht Hübner im Visier

Paderborn (WB). Vier Tage nach dem Sandsturm in der Benteler-Arena ist Zweitligist SC Paderborn auf der Suche nach einem Innenverteidiger ausgerechnet bei den Gästen fündig geworden: Florian Hübner soll die Lücke schließen, die Uwe Hünemeier hinterlassen hat. 

Von Matthias Reichstein
Torjubel von Florian Hübner: Der Innenverteidiger traf in dieser Saison schon zweimal für Sandhausen.
Torjubel von Florian Hübner: Der Innenverteidiger traf in dieser Saison schon zweimal für Sandhausen. Foto: imago

»Das ist ein sehr interessanter Spieler«, sagt Michael Born. Weiter wollte sich der SCP-Manager gestern nicht zu dieser Personalie äußern. Born nahm am Abend an der »Sport-Bild«-Gala in Hamburg teil.

Zum Feiern war dem 47-Jährigen zwar nach dem 0:6-Debakel gegen Sandhausen auch mit dem zeitlichen Abstand nicht zumute, doch auf der Suche nach weiteren Spielern war die Elbmetropole für einige Stunden eine besonders gute Adresse.So ziemlich alles, was im Bundesliga-Fußball auf Führungsebene arbeitet, war dort vertreten.

Gespräch mit Bruno Hübner

Auch Manager-Kollege Bruno Hübner von Erstligist Eintracht Frankfurt. Er ist der Vater von Florian und so war es sicher kein Zufall, dass die beiden Herren bereits am Samstag beim Zweitligaspiel der Braunschweiger Eintracht gegen RB Leipzig (0:2) bei einem intensiven Informationsaustausch gesichtet wurden.

SV auf Transfererlöse angewiesen

Inzwischen soll der SCP dem Klub aus Baden-Württemberg sogar ein konkretes Angebot für den 24-Jährigen gemacht haben, der noch bis 2017 unter Vertrag steht und in dieser Saison schon zweimal getroffen hat. SV-Präsident Jürgen Machmeier wird in der »Rhein-Neckar-Zeitung« so zitiert: »Wir sind ein Verein, der hin und wieder auf Transfererlöse angewiesen ist.« Der Ausbau des klubeigenen Hardtwald-Stadions soll zu Verbindlichkeiten in Höhe von 8,4 Millionen Euro geführt haben. 

Auf Borns Einkaufsliste soll auch noch ein offensiver Mittelfeldspieler aus der 1. Liga stehen, doch dazu äußerte er sich gar nicht und blockte alle Nachfragen ab: »In diesen Regalen suchen auch andere Vereine. Jedes Wort ist zuviel.«

Keine Erklärung für kollektives Versagen 

Eine sehr deutliche Ansprache mit anschließender Analyse gab’s von Paderborns Trainer Markus Gellhaus bereits am Samstag. Auch in bewegten Bildern sahen seine Spieler noch einmal auf dem Bildschirm, dass gegen den Konkurrenten Sandhausen sämtliche Grundtugenden des Fußballs fehlten. Einen Ansatzpunkt auf der Suche nach Gründen für dieses kollektive Versagen hat der 45-Jährige dabei aber nicht gefunden: »In der vergangenen Trainingswoche gab es keine Anzeichen. Im Gegenteil: Meine Mannschaft war scharf. Ich habe sie sogar gelobt, weil sie besonders gut trainiert hatte.«

Rafa López in der Kritik

Mit Rafa López wurde ein Spieler nicht nur von Präsident Wilfried Finke (in dieser Zeitung vom 17. August) besonders hart attackiert. »Über seine beiden unterirdischen Fehler vor dem 0:1 und 0:4 müssen wir gar nicht diskutieren«, erneuerte auch Born gestern seine Kritik. Er und Gellhaus verwiesen aber auch auf die Statistik. So habe ausgerechnet der Spanier mit 55 Prozent gewonnenen Zweikämpfen (22 geführt, 10 verloren) den zweitbesten Wert. Nur der neue Kapitän Marvin Bakalorz (25 geführt, 8 verloren) war noch besser.

Das 0:6 am Freitagabend war übrigens die höchste Niederlage, die je ein Erstliga-Absteiger hinnehmen musste. Den Paderborner Bundesliga-Rekord hält aber immer noch der TuS Schloß Neuhaus. Im einzigen Zweitligajahr des Vorgängervereins in der Spielzeit 1982/83 ging der Klub beim SV Darmstadt 98 mit 0:7 unter.

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