Roman Reeschke möchte beim Osterlauf eine neue 10-Kilometer-Bestzeit aufstellen
Aus der Schwäche eine Stärke machen

Paderborn (WB). Roman Reeschke ist Triathlet. Schwimmradläufer. »Das Laufen ist davon meine schwächste Disziplin«, verrät der Dreikämpfer, der den 73. Paderborner Osterlauf am 20. April ambitioniert angeht. »Ich möchte in dieser Saison intensiv daran arbeiten, aus der Schwäche eine Stärke machen«, erklärt der 30-jährige Sportwissenschaftler, der als hauptamtlicher Schwimmtrainer beim 1. Paderborner Schwimmverein beschäftigt ist.

Freitag, 05.04.2019, 03:00 Uhr
Heimvorteil: Der gebürtige Düsseldorfer strampelnderweise am Rhein unterwegs.

Das erste Etappenziel auf dem Weg dorthin war schon mal vielversprechend. Beim 27. Sälzerlauf stellte Roman Reeschke unlängst in 36:19 Minuten eine neue persönliche 10-km-Bestzeit auf; Gesamtplatz 13. »Der Kurs in Paderborn ist flach und schön schnell. Die Stimmungsnester motivieren einen, Tempo zu machen. Ich bin guter Dinge, dass ich die Zeit noch steigern kann. Diesmal soll eine 35 vorne stehen.« Im Schnitt investiert Roman Reeschke pro Woche etwa 20 Trainingsstunden. Freundin Rebecca, Masterstudentin an der sportmedizinischen Fakultät der Uni, trägt’s klaglos mit. Sie ist schließlich auch Sportlerin, Volleyballerin beim SV Sande.

Ich bin guter Dinge, dass ich die Zeit noch steigern kann.

Roman Reeschke

 

Am 2. Juni geht’s in Hannover mit einem Mitteldistanz-Triathlon weiter. Ebenso Vorbereitung auf den Höhepunkt Reeschkes in diesem Sommer, seinen Start in der fränkischen Triathlon-Legende Roth. Der DATEV Challenge am 7. Juli gilt als weltgrößte Triathlon-Veranstaltung auf der Langdistanz. Erwartet werden zum 35. Jubiläum 3400 Einzelstarter und 650 Staffeln aus 75 Nationen. Etwa 240.000 Zuschauer säumen die Strecke. »Ich war noch nie in Roth. Die Atmosphäre da soll unglaublich sein«, verspürt er unbändige Vorfreude.

Zuletzt war Reeschke 2016 auf der Langdistanz (3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und ein Marathon zum Abschluss) unterwegs, beim Ironman Frankfurt. Plattfuß inklusive. Trotzdem kam er erstmals unter der magischen Zehn-Stunde-Grenze ins Ziel, nach 9:57,59 Stunden. Samt Gänsehaut. Jene Zeit möchte der »Eisenmann« in Roth gerne toppen. »Ich bin gespannt auf meinen Ist-Zustand. Wieviel mir wohl noch zur Hawaii-Qualifikation fehlt.«

Seit kurzem ist der 30-Jährige Vorsitzender des 1. Tri-Clubs Paderborn

Roman Reeschke ist seit kurzem auch 1. Vorsitzender des knapp 100 Mitglieder starken 1. Tri-Clubs Paderborn. Vorgänger Frank Berg hatte ihn im Dezember 2018 sanft mit der Idee konfrontiert. »Ich habe ein paar Nächte drüber geschlafen und dann zugesagt. Es ist eine schöne Möglichkeit, etwas von dem zurückzugeben, was mir der Triathlon über alle Lebensbereiche hinweg gegeben hat. Ohne Triathlon wäre ich nicht da, wo ich heute bin.«

Nach dem Abstieg in die Regionalliga strebt die erste Triathlon-Mannschaft um Reeschke oder Asse wie Malte Bruns und Stephan Berg dort einen vorderen Platz an. Los geht’s am 26. Mai in Hagen. Weitere Wettkämpfe: Bonn (9. Juni), Steinbeck (23. Juni), Sassenberg (4. August) und Xanten (1. September).

Zusammen mit dem Paderborner Extremschwimmer André Wiersig hat Roman Reeschke mal 30 Kindern der fünften und sechsten Klasse in einem zweiwöchigen Crashkurs das Schwimmen beigebracht. »Viele tun sich am Anfang echt schwer. Wir sind in Paderborn zwar ganz gut was am Machen, aber die Schwimmerziehung bleibt eine Baustelle. Die Eltern müssen da noch viel mehr hinterher sein.« Reeschke bildet auch regelmäßig Lehramtsstudenten im Wasser aus. Mitunter ein hartes Brot. »Bitter, wenn sie es nicht können. Und das werden mal die Multiplikatoren sein.«

Am 31. August soll es in Neuhaus einen Jedermann-Triathlon geben

Am 11. August will er in Bremen an der Deutschen Meisterschaft der Altersklassen über die Sprintdistanz teilnehmen. Aktuell ist in Planung, dass sein Klub einen eigenen Triathlon durchführt. Zuletzt hatte Tricity im Sommer 2011 einen solchen Wettkampf organisiert. »Ich bin ja erst im Oktober 2011 zum Studieren nach Paderborn gekommen und wollte in dieser Sportstadt schon immer mal einen Triathlon machen«, grinst Reeschke. Am 31. August soll Start und Ziel im Waldbad Schloß Neuhaus sein. Das Freibad hat ein 50-Meter-Becken und feiert in diesem Jahr sein 60. Jubiläum. »Wir bekommen tolle Unterstützung von der PaderBäder GmbH«, sagt Reeschke. »Das Ganze soll nichts Großes werden. Ein Jedermann-Triathlon über die Volksdistanz, der insbesondere die Breite anspricht.« Ein erstes Veranstaltungskonzept des 1. Tri-Clubs Paderborn hat der Stadt leider nicht gefallen; eine Straße zwischen Sande und Sennelager müsste gesperrt werden.

Faszination Ironman: Hawaii-Siegerin Chrissie Wellington beschreibt sie in ihrem Buch »Ein Leben ohne Grenzen« unter anderem so: »Der Ironman verändert die Leben derjenigen, die ihn angehen. Und die wiederum verändern umgekehrt das Leben anderer durch die Größe ihres Vorhabens. Die Ziellinie eines Ironman ist ein Ort des Lächelns und der Tränen. Die Ironman-Welt ist voller solcher Helden, die das Beste aus ihrem Leben machen und andere mitreißen. Damit zaubern sie ein Lächeln auf alle unsere Gesichter.«

Noch Fragen, warum Roman Reeschke ein durch und durch zufriedener Mensch ist? »Geld ist nicht alles auf der Welt«, sagt der gebürtige Düsseldorfer lächelnd. »Als Schwimmtrainer verdiene ich gewiss keine Millionen. Aber es ist ein Traumjob. Ich kann mein Wissen an andere weitergeben und zugleich auch noch Leistungssport betreiben. Das ist doch der Hammer. Triathlon ist meine große Leidenschaft. Ein 40-Stunden-Job im Büro? Nein, das bin ich nicht!«

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