Champions Trophy am Samstag und Sonntag Gute Laune garantiert

Halle (WB/o.k./dpa). Bevor es bei den 25. Gerry Weber Open um begehrte Weltranglistenpunkte und 1.836.660 Euro Preisgeld geht, steht die Pflege der Tennistradition an.

Königin in der Krise: Angelique Kerber fremdelt noch mit der Führung in der Tennisweltrangliste.
Königin in der Krise: Angelique Kerber fremdelt noch mit der Führung in der Tennisweltrangliste. Foto: dpa

Bei der Champions Trophy treten jene an, die sich um den weißen Sport verdient gemacht haben, vor allem beim Rasenturnier in Halle. Die Spieler sind zwar in die Jahre gekommen, der Bauch spannt schon durchaus sichtbar so manches T-Shirt: Aber mit dem Tennisschläger können die älteren Herren immer noch gut umgehen.

In diesem Jahr schlagen am Samstag und Sonntag unter anderem Henri Leconte (Premierengewinner der GWO 1993), Michael Stich (Einzeltitel 1994, Doppelsieg 1997), Yevgeny Kafelnikov (GWO-Gewinner 1997, 1998, 2002) und Nicolas Kiefer auf. Der Holzmindener hielt 1999 den Siegerpokal auf dem Centre Court in Halle in die Höhe.

Während die männlichen Rasenspezialisten etwas in die Jahre gekommen sind, kämpfen die deutschen Damen an ihrer Seite noch um Weltranglistenpunkte.

»Es fehlt ihr, glaube ich, an Selbstvertrauen«

Dauergast in Halle: Nicolas Kiefer aus Holzminden. Foto: imago

Allerdings läuft es da derzeit nicht besonders gut, weder für Andrea Petkovic noch für Angelique Kerber. Die derzeitige Königin der Tennistour erlebt eine formidable Regierungskrise. Tommy Haas glaubt, dass es für die Kielerin »keine leichte Situation« sei, traut ihr aber den Weg aus der sportlichen Talfahrt zu. »Es fehlt ihr, glaube ich, an Selbstvertrauen im Moment«, sagte der 39-Jährige in Stuttgart. »Wenn man öfter früher verliert und mehr Druck hat, weit zu kommen oder die Turniere eigentlich gewinnen zu müssen, ist es nicht so einfach, damit umzugehen.«

Bei den French Open in Paris war die zweimalige Grand-Slam-Siegerin von 2016 bereits in der ersten Runde gescheitert. Derzeit bereitet sich die 29-Jährige auf die Rasensaison vor. »Ich bin mir sicher: Wenn sie sich fängt und ein paar Matches oder ein Turnier gewinnt, kann sich das ganz schnell wieder drehen«, sagte der gebürtige Hamburger Haas. »Sie ist eine Kämpferin. Deswegen mache ich mir keine Sorgen.«

Auf Formsuche ist auch Andrea Petkovic

Auch die aktuelle French-Open-Gewinnerin Jelena Ostapenko traut Kerber weiterhin viel zu. »Es gibt viele aufstrebende junge Spielerinnen. Es wird hart sein, aber ich denke, sie kann weiter die Nummer eins bleiben«, sagte Osta­penko in dieser Woche in Riga. Kerber spiele »ziemlich gut, aber es ist sehr schwierig, die Nummer eins zu sein und die Position zu halten«. Ostapenko hatte ihren Anteil daran. Hätte sie das Pariser Finale gegen Simona Halep verloren, wäre die Rumänin auf den ersten Platz geklettert.

In den vergangenen Tagen hatte Kerber auf Mallorca trainiert – in Santa Ponça. Und die 29-Jährige haderte dort häufiger ersichtlich mit ihrem Aufschlag.

Auf Formsuche ist auch Andrea Petkovic, aktuell die Nummer 76 der Welt. Zahlreiche Erstrundenpleiten (unter anderem bei den French Open) dürften die Laune der auch schon 29-Jährigen nicht gerade verbessert haben. In dieser Woche scheiterte sie in ‘s-Hertogenbosch im Achtelfinale an der jungen Natalia Wichljanzewa. Doch am Eröffnungswochenende der Gerry Weber Open geht es ja nicht um Punkte, sondern um eine Hommage an die Tradition des Turniers und den Spaß für Publikum und Spieler.

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