Gerry Weber Open: Federer kämpft um neunten Titel – Haas’ letzter Auftritt Starauftritt zur Silberhochzeit

Halle (WB/o.k.). Silberhochzeit feiern in Deutschland immer weniger Paare. 25 Jahre sind ja auch eine beeindruckende Lebensstrecke. Der »Ehe« zwischen den Tennisfans und den Gerry Weber Open hat sie nicht geschadet, die Beziehung ist so glücklich wie am ersten Tag.

Roger Feder schlägt auf.
Roger Feder schlägt auf. Foto: Thomas F. Starke

Deshalb rechnet Turnierdirektor Ralf Weber auch in der Zeit vom 17. bis 25. Juni wieder mit mehr als 100.000 Zuschauern bei dem ATP-500er-Turnier – im vorigen Jahr waren es 111.300. Weber: »Wir liegen bei den Zahlen über denen des Vorjahres.«

Und wie in einer guten Ehe stimmt in diesem Jahr auch die Mischung wieder, auf und neben dem Platz. Rekordgewinner Roger Federer (acht Siege), Publikumsliebling Tommy Haas auf seiner Abschiedstournee nach 20 Jahren im Profizirkus, Rasenentertainer wie Gael Monfils und Dustin Brown (er erhält neben Haas die zweite Wild Card), Alexander Zverev, der deutsche Aufsteiger und München-Sieger, und der GWO-Gewinner des Vorjahres Florian Mayer spielen in dem 32er-Feld um 1 836 660 Euro Preisgeld.

»Tommy hat dieses Turnier geprägt«

Ein bisschen wehmütig wird der Turnierdirektor, wenn er über Haas spricht. Weber: »Tommy hat dieses Turnier geprägt. Und es hat mich sehr beeindruckt, wie er sich nach seinen Verletzungen immer wieder zurückgekämpft hat.« Zwei Mal siegte der Hamburger, der mittlerweile in Los Angeles lebt und seit 2010 auch den US-Pass besitzt, im Gerry-Weber-Stadion: 2009 schlug er im Finale Novak Djokovic, 2012 Roger Federer.

Der Schweizer ist der Publikumsmagnet in Halle – wegen seiner sportlichen Meriten (18 Grand-Slam-Turniersiege) und seiner freundlichen Art. 45 Minuten Autogramme schreiben, auch damit verzaubert er die Zuschauer in Halle. Ralf Weber: »Es ist schon einen besondere Beziehung – nicht nur wegen der Roger-Federer-Allee. Und wir wollen ihn auch weiter als Botschafter an uns binden, wenn er einmal nicht mehr spielt.«

»Was ich geleistet habe mit 32, ist beeindruckend«

Würde es wohl keinen Tennisfan überraschen, sollte Federer am 25. Juni den Pokal auf dem Centre Court in die Höhe strecken, wäre es einen Sensation, sollte Florian Mayer seinen Titel verteidigen. Er ist der Überraschungssieger in der 24-jährigen Turniergeschichte. Der Bayreuther meinte 2016: »Was ich geleistet habe mit 32, ist beeindruckend. Mein größter Sieg in meiner Laufbahn. Ich genieße solche Momente, ich weiß ja nicht mehr, wie lange ich sie noch erleben kann.«

Und natürlich sind in der Feierwoche auch die »Trauzeugen« dabei – wie Henri Leconte, der sich 1993 als Erster in die Siegerliste eintrug. Der Franzose hat seinen Auftritt bei der Champions Trophy, die am ersten Turnierwochenende am Samstag und Sonntag ausgetragen wird. Michael Stich, Yewgeni Kafelnikow, Angelique Kerber Laura Siegemund und Andrea Petkovic sind auch dabei.

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