Gerry Weber Open: Frühe Kontakte zu den Topstars erleichtern die Zusammenarbeit Mit zwölf Jahren: Zverev siegt in Halle

Halle (WB). Was haben die Topstars Alexander Zverev und Dominic Thiem mit der Nachwuchshoffnung Andrey Rublev gemeinsam? Sie alle haben einige Jahre vor ihrem ersten Auftritt bei den Gerry Weber Open bereits in Halle Tennis gespielt.

Von Stephan Arend
Alexander Zverev mit zwölf Jahren: »Gut erzogen, total fokussiert und weiter als seine Gegner im gleichen Alter.«
Alexander Zverev mit zwölf Jahren: »Gut erzogen, total fokussiert und weiter als seine Gegner im gleichen Alter.« Foto: Stephan Arend (Archiv)

Und das kann durchaus von Vorteil sein, wenn sich ein Spieler entscheiden muss, ob er zwei Wochen vor dem Saisonhöhepunkt in Wimbledon lieber in Queens oder in Halle um Weltranglisten-Punkte kämpft. »Ein Dominic Thiem zum Beispiel hat an Halle durchweg gute Erinnerungen, weil er hier 2011 die Gerry Weber Open Juniors gewonnen und sich bei uns sehr wohl gefühlt hat«, sagt Thorsten Liebich. Turnierdirektor Ralf Weber plant das Teilnehmerfeld. Liebich stellt Kontakte zu den Spielern und Managern her, schreibt Mails und führt viele Gespräche in Abstimmung mit Ralf Weber, ehe der Turnierdirektor die finale Entscheidung trifft.

Hochgehandelte Nachwuchshoffnung

Sich als Veranstalter früh zu positionieren und eine Zusammenarbeit schon vor dem großen Durchbruch zu starten, kann ein Schlüssel zum Erfolg sein. Liebich hat als Turnierleiter des mittlerweile eingestellten ITF-Jugend-Weltranglistenturniers Dominic Thiem bereits vor sechs Jahren nicht als Top 10-Spieler, sondern als hochgehandelte Nachwuchshoffnung eine Woche lang persönlich kennengelernt und ihm bei der Siegerehrung den Pokal überreicht.

Alexander Zverev war erst zwölf Jahre alt, als er 2009 in Halle souverän das Deutschland-Finale der Nike-Junior-Tour gewann und sich für das Weltfinale in der Dominikanischen Republik qualifizierte. Alles war bereits zu dieser Zeit auf eine erfolgreiche Profikarriere ausgerichtet. »Am liebsten möchte ich alle vier Grand-Slams gewinnen«, strotzte der kleine »Sascha« auch als Kind vor Selbstvertrauen. Thorsten Liebich hat das Top-Talent als »angenehm freundlich, offen und gut erzogenen« wahrgenommen: »Auf dem Platz war er schon damals total fokussiert und wie heute weiter als seine Gegner im gleichen Alter.«

Die »Next-Generation«

Andrey Rublev (19), der in diesem Jahr bei den Gerry Weber Open eine Wildcard erhalten hat, zählt auf der Tour zur »Next-Generation«. Liebich findet es »super, dass nicht nur Deutsche, sondern auch ein solches Talent mit viel Potenzial die Chance erhält, sich frühzeitig bei den Gerry Weber Open zu präsentieren.« In der Haller Breakpointbase war man von den außergewöhnlichen Fähigkeiten des jungen Russen schon überzeugt, schon bevor dieser 2014 mit dem Sieg beim Junioren-Turnier der French Open für Schlagzeilen sorgte. Bereits vor fünf Jahren trainierte Rublev einige Monate in Halle, wohnte bei Coach Thomas Dappers.

Eine langfristige Zusammenarbeit kam damals zwar nicht zustande. Doch vielleicht erinnert sich Andrey Rublev gerne an diese Zeit und auch an die Wildcard 2017, wenn er in einigen Jahren als Top 10-Spieler vor der Entscheidung steht, ob er lieber in Queens oder Halle die Weichen für den ersten Wimbledon-Sieg stellen soll. Thorsten Liebich gefällt diese Vorstellung und blickt auf das Jahr 2000 zurück: »Auch ein Roger Federer war in seinem ersten Match bei den Gerry Weber Open noch kein Star.«

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