Der Turnierdirektor über Vergangenheit und Zukunft der Gerry Weber Open Ralf Weber: »Auch der Bauch ist ein guter Berater«

Halle (WB). Seit den ersten Gerry Weber Open 1993 ist Ralf Weber Turnierdirektor. Unter Führung des Vorstandsvorsitzenden der Gerry Weber International AG entwickelte sich das Rasenturnier zu einer der Topveranstaltungen der Tennistour. Mit dem 53-Jährigen sprach Oliver Kreth über die ersten Jahre, die Bedeutung von Roger Federer und die Zukunft von Alexander Zverev.

Turnierdirektor und Tennisfan: der 53-jährige Ralf Weber.
Turnierdirektor und Tennisfan: der 53-jährige Ralf Weber. Foto: Mike-Dennis Müller

Erinnern Sie sich noch an die ersten GWO, an die Gefühle, die Anspannungen, die Erwartungen?

Ralf Weber: Die Jahre 1992, 1993 und 1994 waren schon sehr, sehr prägnant. Zunächst war ja nicht klar, ob wir das Turnier bekommen, es hatten sich schließlich auch 20 weitere Städte beworben. Allerdings waren wir von Anfang an sehr optimistisch, dass wir angesichts unserer Idee, auf Rasen spielen zu lassen, den Zuschlag bekommen würden. Und dann war da der Zeitdruck: Wie können wir einen optimalen Rasen hinbekommen? Wimbledon investiert etwa zwei bis vier Jahre in einen neuen Belag. Im Nachhinein war aber der entscheidende Moment, als der Turnierdirektor in Wimbledon uns sagte: Das ist Jim Thorn, unser Greenkeeper, er wird nun euch unterstützen.

Gab es einen Moment, in dem Sie dachten, das Ganze könnte schiefgehen?

Weber: Den habe ich nie gehabt. Wir haben von Anfang an sehr konzentriert und strukturiert gearbeitet. Neben dem Rasen haben wir uns auch mit den baulichen Gegebenheiten beschäftigt. Wie viele Rasenplätze brauchen wir? Wir sind viel herumgereist, waren bei 12 bis 15 Turnieren, haben uns angeschaut, was machen die gut, was ist schlecht. Wichtig war uns nämlich, dass sich die Zuschauer auf der gesamten Anlage wohlfühlen.

Würden Sie so ein Wagnis heute noch mal eingehen?

Weber: Sicherlich würde man heute viel professioneller daran gehen, mit Umfragen, Erhebungen und Businessplänen. Aber letztlich hatten wir eine gute Idee, aber nicht viel Zeit, so dass man auch etwas wagen musste. Und der Bauch ist manchmal ja auch ein guter Berater.

Musste es Rasen sein?

Weber: Es gab drei deutsche Wimbledonsieger, was war das damals für ein Tennishype in den 80er-Jahren. Das hat viele geprägt – auch mich. Rasen ist immer etwas Besonderes: diese Eleganz, die Atmosphäre, dieses gewisse Etwas.

Das ganze Interview lesen Sie am Samstag, 10. Juni, im WESTFALEN-BLATT.

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