Am kommenden Sonntag wird in Nordrhein-Westfalen gewählt Nach Waterkant-Wahl: NRW-CDU beflügelt, SPD will kämpfen

Düsseldorf (dpa). Eine Woche vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen hat der Wahlsieg der CDU in Schleswig-Holstein die oppositionelle NRW-CDU beflügelt. Die NRW-SPD will nach der Niederlage der Sozialdemokraten an der Waterkant »rund um die Uhr« für ihren Machterhalt im bevölkerungsreichsten Bundesland bei der Wahl am nächsten Sonntag kämpfen.

Torsten Albig (l) , Ministerpräsident und SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl, und Daniel Günther, Spitzenlkandidat der CDU, im Wahlstudio.
Torsten Albig (l) , Ministerpräsident und SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl, und Daniel Günther, Spitzenlkandidat der CDU, im Wahlstudio. Foto: Axel Heimken/dpa

NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) bezeichnete das Ergebnis der Wahl an der Küste als »bittere Niederlage und eine schwere Enttäuschung für die SPD«. »Da gibt es nichts zu beschönigen«, erklärte Kraft. »Die NRW-SPD wird die kommenden sieben Tage nutzen und rund um die Uhr kämpfen.« Es komme jetzt vor allem darauf an, die vielen noch unentschiedenen Wähler zu erreichen. Bei der SPD-Niederlage in Schleswig-Holstein hätten »spezielle Gegebenheiten vor Ort eine wichtige Rolle gespielt«, sagte Kraft. »Schleswig-Holstein ist nicht Nordrhein-Westfalen.«

Umfragen: SPD und CDU in NRW etwa gleichauf

Auch in Nordrhein-Westfalen ist eine Fortsetzung der rot-grünen Koalition zweifelhaft. SPD und CDU in NRW liegen Umfragen zufolge etwa gleichauf. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte: »Die ganze SPD wird jetzt im Schlussspurt an der Seite von Hannelore Kraft und ihrer SPD für ein gutes Ergebnis nächste Woche in NRW kämpfen.«

Hintergrund

Es wird sehr spannend: Kurz vor der NRW-Wahl am 14. Mai liegen SPD und CDU in Umfragen nahezu gleich auf. Mehr zur Wahl und zu Umfragen auf der Wahl-Sonderseite des WESTFALEN-BLATTS mit interaktiven Grafiken.

Auch die CDU gab sich kämpferisch. »Wir kämpfen um Platz 1«, erklärte Landeschef und Spitzenkandidat Armin Laschet. »Dieser starke Rückenwind aus dem Norden befeuert uns, noch einmal alles zu geben, damit der Wechsel auch in Nordrhein-Westfalen gelingt.« In NRW gebe es eine Wechselstimmung für eine andere Wirtschafts-, Bildungs- und Innenpolitik. »Wir werden weiter bis zuletzt um jede Stimme kämpfen, um auch in NRW stärkste Partei zu werden.«

Grüne hoffen auf Schwung

Auch die Grünen in NRW erhoffen sich vom guten Abschneiden ihrer Parteifreunde in Schleswig-Holstein Schwung für ihren eigenen Wahlkampfendspurt. »Ein Woche vor der Wahl bekommen wir damit ordentlich Rückenwind«, erklärte Spitzenkandidatin Sylvia Löhrmann. »NRW kann sich auf einen leidenschaftlichen Endspurt der Grünen in diesem Wahlkampf freuen.«

Die NRW-Grünen sind von 11,3 Prozent bei der Landtagswahl 2012 auf nur noch etwa 7 Prozent in letzten Umfragen gestürzt und bangen sogar um ihren Wiedereinzug in den Landtag. Die Spitzenkandidatin der Grünen für die Bundestagswahl, Katrin Göring-Eckardt, sagte an die Adresse der Wahlkämpfer in NRW: »Ihr dreht das, ihr packt das.«

Nach allen Umfragen der vergangenen Wochen zeichnet sich in NRW eine große Koalition ab, wobei unklar ist, ob Kraft das Amt behalten kann oder Laschet übernimmt. Rechnerisch in Betracht käme zwar auch eine Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP - die haben aber die Liberalen per Parteitagsbeschluss ausgeschlossen.

Lindner: »Tolle Ergebnis der Freien Demokraten an der Küste «

Nach den Zugewinnen der FDP bei der Wahl an der Waterkant sehen sich auch die Liberalen in NRW für die Landtagswahl am Sonntag gestärkt. FDP-Chef Christian Lindner sagte im ZDF, es gelte, auch in NRW »moderne Themen« in den Vordergrund zu stellen – etwa die Wirtschaftspolitik am Mittelstand zu orientieren. Während eine Zusammenarbeit der FDP mit den Grünen in Schleswig-Holstein durchaus denkbar sei, schloss Lindner dies für NRW erneut aus.

»Das tolle Ergebnis der Freien Demokraten an der Küste gibt uns starken Rückenwind für den Schlussspurt im NRW-Wahlkampf«, erklärte der Generalsekretär der FDP NRW, Johannes Vogel. Wie die rot-grüne Regierung an der Küste werde auch die rot-grüne Regierung in NRW scheitern.

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