Reaktionen aus Ostwestfalen-Lippe zur Europawahl Achim Post: »Ein schmerzhafter Tiefpunkt für die SPD«

Europa hat gewählt. WESTFALEN-BLATT-Redakteur Andreas Schnadwinkel hat sich bei Politikern aus Ostwestfalen-Lippe umgehört.

Eingang des Europäischen Parlaments spiegelt sich in einer Glasfassade.
Eingang des Europäischen Parlaments spiegelt sich in einer Glasfassade. Foto: Marcel Kusch/dpa

Achim Post, SPD-Bundestagsabgeordneter aus Espelkamp und SPD-Fraktionsvize: »Der Wahltag heute ist ein schmerzhafter Tiefpunkt für die SPD. Nach der Bundestagswahl und den Wahlniederlagen im letzten Jahr ist uns erneut keine Trendumkehr gelungen. Wir sollten jetzt weder die Lage schönreden noch in Hektik verfallen. Stattdessen müssen wir in einer offenen und ehrlichen Analyse den Problemen auf den Grund gehen. Der Blick auf die Sozialdemokratie in anderen europäischen Ländern zeigt: Sozialdemokratische Erfolge sind weiterhin möglich. Mit Ernsthaftigkeit, inhaltlicher Zuspitzung und dem Mut zu neuen Impulsen kann und muss sich die SPD aus dieser schwierigen Lage Schritt für Schritt herausarbeiten. Gerade in der heutigen Zeit wird die Sozialdemokratie als die politische Kraft für Zusammenhalt und Zukunftsgestaltung mehr denn je gebraucht. Positiv ist, dass von der Europawahl und der hohen Wahlbeteiligung in Deutschland ein starkes Signal für Europa und gegen Nationalismus ausgeht.”

Ralph Brinkhaus, Unions-Bundestagsfraktionsvorsitzender und Bezirksvorsitzender der CDU in Ostwestfalen-Lippe: »Die letzten fünf Tage sind nicht gut für uns gelaufen. Das ist nicht unser Anspruch, wir hatten andere Erwartungen – auch in OWL. Jetzt wollen wir unseren Spitzenkandidaten Manfred Weber ins Ziel bringen.«

Frank Schäffler, FDP-Bundestagsabgeordneter und Bezirksvorsitzender der FDP in Ostwestfalen-Lippe: »Die GroKo aus Union und SPD kann keine Mehrheit der Wähler mehr hinter sich sammeln. Sie ist am Ende. Die nächste Woche wird zeigen, ob die SPD so weitermacht wie bisher oder zerbricht. Die FDP hat sich im Vergleich zur letzten Europawahl zwar gesteigert, dennoch ist das Ergebnis unter unseren Erwartungen und unserem Anspruch. Unsere Inhalte sind zu wenig rübergekommen. Die FDP muss klarer und prägnanter Auftreten und darf nicht dem grünen Zeitgeist hinterherhinken. Der Erfolg der Grünen zeigt, dass der Wähler dann eher das Original wählt.«

Lesen Sie auch ein Interview mit dem Europaabgeordneten Elmar Brok aus Bielefeld.

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