Geringeres Medieninteresse: Landgericht lässt 85 statt 60 Zuschauer zu Mehr Plätze im Auschwitz-Prozess

Detmold (WB/bex). Wegen des anhaltend großen Andrangs beim Auschwitz-Prozess hat das Landgericht Detmold jetzt weitere 25 Zuschauerplätze freigegeben.

Blick in den Gerichtssaal: Die bislang 60 Plätze für Zuschauer waren immer schnell besetzt, jetzt kommen 25 hinzu.
Blick in den Gerichtssaal: Die bislang 60 Plätze für Zuschauer waren immer schnell besetzt, jetzt kommen 25 hinzu. Foto: Oliver Schwabe

An den bislang fünf Verhandlungstagen bot sich immer das gleiche Bild: Vor dem Detmolder IHK-Gebäude, in dessen Saal die Verhandlung gegen den ehemaligen SS-Wachmann Reinhold Hanning (94) aus Lage stattfindet, bildete sich bereits mehrere Stunden vor Beginn eine lange Schlange. Viele Interessierte warteten jedoch vergebens auf Einlass.

Die Vorsitzende der Schwurgerichtskammer, Richterin Anke Grudda, hat deshalb gestern eine Vergrößerung des Zuschauerkontingents verfügt. Denn während das Interesse privater Zuschauer an dem Prozess ungebrochen groß ist, blieben zuletzt immer mehr Plätze von Medienvertretern frei. Bis auf Weiteres werden vom nächsten Verhandlungstag an 85 Plätze für Zuschauer zur Verfügung gestellt. Der Einlass in den Sitzungssaal beginnt um 8.15 Uhr.

Bislang waren für Zuschauer und Journalisten jeweils 60 Plätze vorgesehen. Von den jetzt nur noch 35 Plätzen für Medienvertreter werden weiterhin 30 Plätze für die akkreditierten Medienvertreter bereitgehalten; fünf Plätze können am jeweiligen Verhandlungstag frei vergeben werden.

Um die sitzungspolizeiliche Anordnung zur festen Vergabe der Platzkontingente hatte es zuletzt Diskussionen gegeben. Denn eine Veränderung hätte möglicherweise ein Revisionsgrund sein können. Die Verteidiger von Reinhold Hanning, die Rechtsanwälte Andreas R. Scharmer (Detmold) und Johannes Salmen (Lage), hatten am bislang letzten Verhandlungstag allerdings erklärt, einer veränderten Platzverteilung nicht im Wege zu stehen. »Wir werden dies später nicht als Grund für eine mögliche Revision anführen«, hatte Scharmer erklärt.

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