Anklageschrift gegen ehemaligen SS-Mann aus Lippe listet monströse Verbrechen auf Der Beihilfe zum Mord in 170.000 Fällen bezichtigt

Detmold (WB). Er soll als Wachmann geholfen haben, die Mordmaschinerie im KZ Auschwitz in Gang zu halten: Die Staatsanwaltschaft Dortmund wirft dem 93-jährigen Rentner aus dem lippischen Lage Beihilfe zum Mord in mindestens 170.000 Fällen vor. Am Montag wurden Details der Anklage gegen den ehemaligen SS-Unterscharführer bekannt.

Von Bernd Bexte
Auschwitz-Birkenau war das größte Vernichtungslager der Nazis. An der Todesrampe soll der heute 93-jährige Rentner aus Lage die Selektion von Deportierten bewacht haben. Die Staatsanwaltschaft Dortmund hat ihn jetzt angeklagt.
Auschwitz-Birkenau war das größte Vernichtungslager der Nazis. An der Todesrampe soll der heute 93-jährige Rentner aus Lage die Selektion von Deportierten bewacht haben. Die Staatsanwaltschaft Dortmund hat ihn jetzt angeklagt. Foto: dpa

Wie am Samstag exklusiv berichtet, hat die bei der Staatsanwaltschaft Dortmund ansässige NRW-Zentralstelle für die Bearbeitung von NS-Massenverbrechen den Mann angeklagt. Sein Name stand auf Bekleidungslisten des KZ Auschwitz. »Er bestreitet weiterhin die Beteiligung an Tötungen«, erklärte gestern Rechtsanwalt Johannes Salmen aus Lage, der den 93-Jährigen vertritt. Der Angeschuldigte hatte aber bei einer Hausdurchsuchung vor einem Jahr eingeräumt, von Anfang 1942 bis Juni 1944 Wachmann in Auschwitz gewesen zu sein.

Laut Anklage soll er im Januar 1942 ins KZ Auschwitz versetzt worden sein. Zuletzt war er im Rang eines Unterscharführers. Als Angehöriger des SS-Totenkopfsturmbanns soll er unter anderem für die Bewachung des Lagers Auschwitz I (Stammlager) zuständig gewesen sein, heißt es in einer Mitteilung des Landgerichts Detmold.

Außerdem hätte er als Angehöriger der Wachmannschaft bei ankommenden Transporten die Ausladung und Selektion der Deportierten bewacht – auch im deutlich größeren Vernichtungslager Lager Auschwitz II (Birkenau). Dabei habe er von Januar 1943 bis Juni 1944 Beihilfe zum Mord in mindestens 170.000 Fällen geleistet.

Den ausführlichen Bericht lesen Sie in der Dienstagausgabe des WESTFALEN-BLATTS.

Kommentare

und

wann wird der SS Mann Grass zur Rechenschaft gezogen? Wann endlich ist Schluss damit? Dann fangt bitte auch damit an, die SED-Stasi Verbrechen zu bestrafen.

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