Kevin R. soll in Haft über Taten geplaudert haben Dreifachmord von Hille: Zeuge verwickelt sich in Widersprüche

Bielefeld (dpa). Im Prozess um den Dreifachmord von Hille hat sich ein Zeuge am Dienstag in Widersprüche verwickelt. Der Mithäftling des Angeklagten Kevin R. sagte vier Stunden lang in dem Verfahren am Landgericht Bielefeld aus.

Im Prozess um den Dreifachmord von Hille sagt ein Mithäftling des Angeklagten Kevin R. als Zeuge aus.
Im Prozess um den Dreifachmord von Hille sagt ein Mithäftling des Angeklagten Kevin R. als Zeuge aus. Foto: Oliver Schwabe/Archiv

Angekündigt hatte er gegenüber der Staatsanwaltschaft, dass er Belastendes über den 24-Jährigen aussagen könne. Während ihrer gemeinsamen Zeit im Gefängnis in Detmold habe Kevin R. sich selbst in der U-Haft belastet.

Am Ende zog der Vorsitzende Richter allerdings ein ernüchterndes Fazit. »Ich bin abgeneigt, mich auf diesen Zeugen zu stützen«, sagte Georg Zimmermann. Der 38-jährige Zeuge hatte zwar erstaunliches Detailwissen zu den drei Opfern und deren gewaltsamen Tod in Ostwestfalen offenbart.

Allerdings hatte sich der Mann auf Nachfragen zum Teil in Widersprüche verwickelt und war an mehreren Stellen von seiner Zeugenaussage gegenüber einem Polizeibeamten im Gefängnis abgewichen.

Auf Dolmetscher angewiesen

»Ich gehe daher davon aus, dass sich die Angaben des Zeugen auf öffentliche Quellen beziehen«, sagte Zimmermann. Der Vorsitzender Richter wunderte sich auch über ein Sprachproblem. Auf Nachfragen des Gerichts war der Zeuge auf einen Dolmetscher angewiesen. Im Gefängnis will er sich dagegen mit dem Angeklagten über komplizierte Themen wie Tatwerkwerkzeuge, Spuren, DNA, Leichenverwesung und Finanzprobleme unterhalten haben.

Kevin R. und sein 51-jähriger Mitangeklagter Jörg W. sollen laut Anklage für einen dreifachen Mord aus Habgier verantwortlich sein. Die beiden Deutschen sollen zuerst einen Nachbarn (72), dann einen Hilfsarbeiter (64) und später einen Geschäftspartner (30) brutal erschlagen haben, um sich zu bereichern.

Die Leichenfunde auf zwei angrenzenden Höfen in Hille hatten im Frühjahr 2018 für Aufsehen gesorgt.

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