Neuer Haftbefehl für Andreas V. – Bislang 16 Opfer als Nebenkläger Fall Lügde: Hier wird der Hauptverdächtige vor Gericht geführt

Detmold/Lügde (WB/ca). Im Missbrauchsfall Lügde ist dem Hauptbeschuldigten Andreas V. am Donnerstagnachmittag ein neuer Haftbefehl verkündet worden.

Zwei Justizbeamte führen Andreas V., dessen Oberkörper weit nach unten gebeugt ist, durch einen Hintereingang ins Gericht.
Zwei Justizbeamte führen Andreas V., dessen Oberkörper weit nach unten gebeugt ist, durch einen Hintereingang ins Gericht. Foto: Christian Althoff

Wegen 293-fachen Kindesmissbrauchs, davon 226 Vergewaltigungen und Besitz von 879 Kinderpornos soll sich der Mann verantworten. Am Donnerstag hatte das Landgericht den Eingang einer dritten Anklage in dem Fall bestätigt.

Justizvollzugsbeamte der JVA Hamm brachten den 56-Jährigen am Mittag ins Landgericht Detmold. Das Gesicht des mutmaßlichen Sexualverbrechers war verschleiert, um Reportern keinen Blick auf ihn zu ermöglichen.

Nebenklägerzahl könnte sich noch ändern

Im Fall des massenhaften Kindesmissbrauchs in Lügde hat das Gericht bislang 16 Opfer als Nebenkläger zugelassen. Sie werden nach Angaben von Gerichtssprecher Wolfram Wormuth in der anstehenden Hauptverhandlung von neun Rechtsanwälten vertreten.

Diese Zahl kann sich nach Angaben des Gerichts bis zu einem Prozessauftakt aber noch ändern. Der Prozess könnte nach der bisherigen Planung am 27. Juni beginnen.

42.719 Bild- und Videodateien

Was geschieht nun? Das Gericht werde dem 34-jährigen Beschuldigten die Anklage zuleiten und um Stellungnahme bitten, so ein Sprecher. Details zu den Vorwürfen will das Gericht erst nennen, wenn die Anklage zugestellt ist. Nach den Erkenntnissen der Ermittler soll der Mann aus Steinheim bei Höxter ebenfalls Kinder auf dem Campingplatz missbraucht und dabei gefilmt haben.

Ein Komplize (49) des Mannes aus Stade in Niedersachsen ist mitangeklagt, weil er unter anderem in mindestens vier Fällen an Webcam-Übertragungen des Dauercampers teilgenommen haben soll. Teilweise soll er den Hauptverdächtigen vorher ausdrücklich zum Missbrauch aufgefordert haben. Darüber hinaus sollen bei dem Mann aus Stade im Januar 2019 42.719 Bild- und Videodateien mit kinder- und jugendpornografischem Inhalt gefunden worden sein.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6633756?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F6358488%2F