Polizei geht noch elf Verdachtsfällen nach – bislang 45 Opferschutzgespräche
41 Opfer im Fall Lügde bekannt

Lügde/Lippe (WB). Im Missbrauchsfall Lügde haben die Staatsanwaltschaft Detmold und die Polizei Bielefeld mittlerweile 41 Opfer identifiziert und gehen noch elf Verdachtsfällen nach.

Freitag, 03.05.2019, 13:44 Uhr aktualisiert: 03.05.2019, 13:46 Uhr
Die Zahl der Missbrauchsopfer im Fall Lügde ist auf 41 gestiegen. Foto: Christian Althoff

»Ermittlungen führten dazu, dass aus einem der bislang zwölf Verdachtsfälle ein Opferfall wurde «, heißt es in einer Presseerklärung. Darüber hinaus sei ein Verdachtsfall ausgeräumt worden und ein neuer hinzugekommen. Die Polizei Bielefeld führe umfangreiche Opferschutzmaßnahmen durch, darunter seien bislang 45 Opferschutzgespräche geführt worde.

Das Ziel bei den polizeilichen Opferschutzmaßnahmen sei es, eine umfängliche verfahrensbegleitende Betreuung – insbesondere der betroffenen Opfer und deren Angehörigen – vor, während und nach den polizeilichen Vernehmungen zu gewährleisten. »In allen Fällen werden entsprechende Erreichbarkeiten der Betreuungsbeamten bei den Opferfamilien hinterlassen, so dass fortwährend eine Kontaktaufnahme mit der Polizei möglich ist«, heißt es in der Mitteilung weiter.

Opferbetreuung soll Traumatisierung verhindern

Die intensive Betreuung der Opferfamilien finde durch ausführliche Vorstellung der Opferschutzmaßnahmen, Aushändigung von Informationsmaterial und Vermittlung an Hilfsorganisationen statt. Die Sorgeberechtigten würden in diesem Rahmen über den Ablauf des Strafverfahrens, rechtliche Möglichkeiten der Nebenklage, Opferanwalt, Adhäsion und über die Stellung eines Antrags nach dem Opferentschädigungsgesetz informiert.

Die kindlichen Opfer würden nach individueller Auswahl und mit Einverständnis der Eltern durch qualifizierte Betreuung über die ärztlichen Beratungsstellen auf die Durchführung der polizeilichen Maßnahmen vorbereitet. Dies stabilisiere sie auch psychologisch, um beispielsweise eine Traumatisierung durch Vernehmungssituationen zu verhindern. »Mit allen Opferfamilien wird mehrfach und eigenveranlasst Kontakt aufgenommen mit dem Ziel, dass diese entsprechende Angebote in Anspruch nehmen«, so die Pressemitteilung.

Darüber hinaus bestehe eine fortlaufende Kooperation mit der Opferschutzbeauftragten des Landes NRW sowie den polizeilichen Betreuungsdienststellen in Niedersachsen.

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