Landrat Tjark Bartels sagt im niedersächsischen Landtag aus Landrat: Mitarbeiter haben Dauercamper Missbrauch nicht zugetraut

Hannover (dpa). Die Mitarbeiter des Jugendamtes Hameln haben dem Hauptverdächtigen im Fall des tausendfachen Kindesmissbrauchs in Lügde nach Angaben von Landrat Tjark Bartels (SPD) keine sexuellen Übergriffe zugetraut. 

Hannover: Tjark Bartels (SPD), Landrat im Landkreis Hameln-Pyrmont, kommt zum Sozialausschuss des niedersächsischen Landtags.
Hannover: Tjark Bartels (SPD), Landrat im Landkreis Hameln-Pyrmont, kommt zum Sozialausschuss des niedersächsischen Landtags. Foto: dpa

»Dass dieser Mensch das getan haben soll, konnten sich viele nicht vorstellen«, sagte der Behördenchef am Donnerstag im Sozialausschuss des niedersächsischen Landtages in Hannover. Der 56-Jährige sei nur als »komischer Typ und ein bisschen verschroben« beschrieben worden.

Bartels räumte erneut den Fehler ein , dass das Jugendamt trotz dreier Hinweise auf Pädophilie und möglichen sexuellen Missbrauch 2016 ein kleines Mädchen bei dem Dauercamper weiter wohnen ließ und ihm sogar die Pflegschaft Anfang 2017 übertrug. 

Der Fall von jahrelangem Kindesmissbrauch und Kinderpornografie auf dem Campingplatz im Kreis Lippe nahe der Landesgrenze zu Niedersachsen hat sich zu einem Behördenskandal entwickelt. Es wird gegen Jugendamtsmitarbeiter und Polizisten ermittelt. Bislang gibt es mehr als 30 Opfer. Drei Verdächtige sitzen in Untersuchungshaft.

Kommentare

Es wird immer schlimmer

Es ist ein himmelweiter Unterschied, ob ich einem Menschen zutraue Kinder zu missbrauchen und nichts weiter unternehme, oder ob ich solchen Menschen die Fürsorge für Kinder übertrage.
Das Jugendamt hat hier nicht nur äußerst unprofessionell gehandelt, sondern besonders grobe Fahrlässigkeit an den Tag gelegt. Das muss rechtlich unbedingt untersucht werden.

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