Nach Wasserrohrbruch Satzung der Stadt Salzkotten erneut geändert
Hauseigentümer Jens Winkler findet: „Das war einfach unfair“

Salzkotten -

Die Stadt Salzkotten hat ihre Beitrags- und Gebührensatzung zur Wasserversorgungssatzung noch einmal geändert. Hintergrund ist eine Unstimmigkeit in der bisher gültigen Bestimmung. Aufgefallen war das durch einen Wasserrohrbruch, der Jens Winkler teuer zu stehen kam.

Freitag, 01.01.2021, 05:05 Uhr aktualisiert: 01.01.2021, 15:30 Uhr
Im Juni war ein Teilstück der Wasserleitung defekt, die zum Haus Jens Winklers in Verne führt. Obwohl der Schaden außerhalb seines Grundstückes lag, musste er zahlen. Foto: Neesen

Rückblick: Im vergangenen Juni brach ein Teilstück der Wasserleitung vor dem Haus Winklers in Verne an der Straße Sundern. Das Leck befand sich aber gar nicht auf Winklers Grundstück, sondern im Bereich zwischen Straße und Gehweg. Dennoch musste er rund 3500 Euro für den Schaden bezahlen, obwohl Nachbarn in einem ähnlich Fall zuvor die Kosten nicht übernehmen mussten.

Schuld daran war eine Satzungsänderung aus dem Dezember 2019. Demnach sollten Hauseigentümer im Salzkottener Stadtgebiet für Schäden an der Hauszuleitung schon vom Abzweig der Hauptleitung bis zu ihrem Gebäude selbst aufkommen. Vor der Änderung mussten Hauseigentümer allerdings nicht bezahlen, wenn der Schaden auf öffentlicher Fläche aufgetreten war. Die neuerliche Regelung befand Winkler als unfair und machte seinen Fall öffentlich; insbesondere, weil Hauseigentümer für etwas zahlen müssten, das sie selbst nicht warten könnten und auch keinen Einfluss auf das verwendete Material hätten.

Ziel der Satzungsänderung sei es gewesen, so die Stadtverwaltung, die Umstellung auf die Funk-Wasserzähler und neue Tarife mit aufzunehmen. Bei der Gelegenheit sei die 20 Jahre alte Satzung insgesamt überarbeitet worden. Dazu sei eine Mustersatzung des Städte- und Gemeindebundes genutzt worden, was zur neuen Praxis zu Lasten der Eigentümer geführt hat. Somit waren Anschlussnehmer in der Zahlungspflicht für alle Schäden, die auf der gesamten Länge zwischen der Abzweigstelle und ihrem eigenen Anschluss entstehen. Im Fall von Jens Winkler sind das viele Meter. Denn der Abzweig liegt hinter dem Gehweg und der Straße in der gegenüberliegenden Wiese.

Am 1. Januar tritt nun die erneute Änderung in Kraft, der zufolge die Eigentümer wie früher nur für Leckagen auf dem eigenen Grundstück zahlen müssen. „Ich freue mich darüber, weil es sonst einfach eine unfaire Sache ist“, sagt Jens Winkler auch mit Blick auf künftige Schäden für ihn und andere Betroffene. Auf seinen Kosten aus dem Sommer wird er aber vermutlich sitzen bleiben, jedenfalls hat er von der Stadt nichts Gegenteiliges gehört.

„Es wäre schön gewesen, wenn die Stadt eingestanden hätte, dass da etwas dumm gelaufen ist“, meint Winkler. Da aber der Weg von seinem Anschluss bis zum Hauptabzweig ein langer und die Leitung rund 30 Jahre alt ist, wird ihm die Satzungsänderung vielleicht künftig trotzdem zugute kommen.

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