Konstituierende Sitzung in Salzkotten: bewährte Kräfte noch einmal gewürdigt
17 Neue im Stadtrat

Salzkotten (WB). „Die politische Arbeit kann jetzt beginnen“, mit diesen Worten schloss Salzkottens wiedergewählter Bürgermeister Ulrich Berger am Montag die erste Sitzung des neuen Stadtrates. Angesichts der langen Tagesordnung war die Sitzung eine halbe Stunde früher angesetzt worden als üblich. Doch schon nach zwei Stunden waren alle Tagesordnungspunkte überwiegend einstimmig abgehakt. Dass es bei solcher Einmütigkeit in den kommenden fünf Jahren bleiben werde, glaubte Berger allerdings nicht.

Mittwoch, 04.11.2020, 06:00 Uhr
Christina Wilmes führte als Altersvorsitzende den alten und neuen Bürgermeister Ulrich Berger in sein Amt ein. Die konstituierende Ratssitzung stand ganz unter dem Eindruck der Corona-Schutzverordnung und war in die Sälzerhalle verlegt worden. 17 neue Ratsmitglieder wurden in ihr Amt eingeführt. Foto: Neesen

Zu Beginn hatte Christina Wilmes (Grüne) als Altersvorsitzende des Rates den Bürgermeister in sein Amt eingeführt. Sie sah das Gremien vor bisher nicht gekannten Herausforderungen, denn auch Salzkotten sei von Rassismus, Antisemitismus und Sexismus nicht ausgenommen. Sie appellierte an den Bürgermeister, beherzt und klug vorzugehen und die Bedürfnisse von Minderheiten zu berücksichtigen. Nur in sozialem Frieden könne Demokratie gelingen. Auch die Ratsmitglieder seien gefordert, in der politischen Diskussion gegenseitige Achtung zu wahren, sagte Wilmes.

„Ich bin mir der Verantwortung bewusst und hoffe wie bisher, zwischen den verschiedenen Interessen ausgleichen zu können“, bedankte sich Berger für die einführenden Worte der Altersvorsitzendenden. Der Salzkottener Stadtrat zeigt unter den 39 Mitgliedern viele neue Gesichter. Insgesamt 17 neue Mandatsträger begrüßte Berger in den Reihen der Fraktionen. Für die CDU sind dies Gregor Segin, Robin Kramer, Dr. Reinhard Michel, Hubertus Kaiser, Vanessa Vieth, Andrea Lenzmeier, Sonja Eschenbüscher, Michael Bolte und Uwe Zimmermeier. Die SPD vertreten als neue Ratsmitglieder Johanna Lindenblatt und Nele Czaniera. Für die Grünen sind René Scherf, Christina Wilmes, Andrea König und Dr. Hendrik Schlune dabei. Die erstmals in den Rat gewählte AfD werden Günter Koch und Ingo Kuhoff vertreten

Elisabeth Keuper war 35 Jahre politisch aktiv

Platz gemacht für die neuen Mandatsträger haben viele altbewährte Kräfte. Unter ihnen auch Betty Keuper (CDU), die insgesamt 30 Jahre ein Ratsmandat inne hatte, 16 Jahre lang erste und fünf Jahre zweite stellvertretende Bürgermeisterin, zehn Jahre sachkundige Bürgerin und 21 Jahre Ortsvorsteherin in Salzkotten war. Ihren ersten Sitz im Rat hatte sie bereits 1975. Von 1989 bis 1994 vertrat Betty Keuper die Stadt Salzkotten im Kreistag. Sie war die zweite Frau in Salzkottens Nachkriegsgeschichte überhaupt, die ein Ratsmandat bekleidete.

Zu den Urgesteinen des Salzkottener Stadtrates zählte auch Heinz Niggemeier (CDU). Er gestaltete 36 Jahre lang die Ratspolitik mit und war 21 Jahre Ortsvorsteher in Niederntudorf. Ebenso nicht mehr im Rat ist nach 31 Jahren Marietheres Strunz (CDU), die außerdem seit 19 Jahren Ortsvorsteherin in Thüle ist. 26 Jahre im Stadtrat war Diethelm Krause (CDU), der Salzkotten nun im Kreistag vertritt. Ulrike Weißenborn (SPD) war ebenfalls 26 Jahre dabei. Ihr Parteikollege Meinolf Glahe gehörte 18 Jahre dem Rat an und war 13 Jahre Fraktionsvorsitzender der Sozialdemokraten. Jürgen Kemper, der 18 Jahre Ratsmitglied und zwei Jahre Fraktionsvorsitzender der Grünen war, trat ebenso nicht mehr zur Wahl an. Lothar Mäcker (CDU) verlässt nach 16 Jahren den Rat.

Ebenso lange war er Ortsvorsteher in Verne. Die Ortschaft Oberntudorf vertrat ebenfalls 16 Jahre im Rat Hans Werner Wessel (CDU). Seit ebenso vielen Jahren ist er Ortsvorsteher in Oberntudorf. Brigitte Kesternich (FDP) trat ebenfalls nach 16 Jahren nicht mehr an. Lothar Spranke setzte sich 14 Jahre als Sozialdemokrat im Rat ein. Elf Jahre war Karl-Heinz Schrewe für die CDU dabei. Jeweils sechs Jahre engagierten sich im Salzkottener Stadtrat Petra Hundt (Grüne), Barbara Weidlich (CDU), Paul Weitkamp (Linke) und Rainer Wester (CDU). Ein Jahr lang gehörte Alfons Ernst (Linke) dem Rat an. Ulrich Berger verabschiedete alle scheidenden Ratsmitglieder, die in die Sälzerhalle gekommen waren, mit einem Blumenstrauß und einem Bildband über Salzkotten.

Menke und Lindenblatt sind neue Stellvertreter

Zu neuen Stellvertretern des Bürgermeisters wurden mit 38 Ja- und einer Nein-Stimme Norbert Menke (CDU) und Johanna Lindenblatt (SPD) gewählt. Der CDU-Fraktion mit ihrer neuen Fraktionsvorsitzenden Annette Stracke blieb es vorbehalten, alle Ortsvorsteher für die zehn Ortschaften vorzuschlagen. Bei einer Enthaltung wurden gewählt: Winfried Deppe (Mantinghausen), Diethelm Krause (Niederntudorf), Hans Werner Wessel (Oberntudorf), Norbert Menke (Salzkotten), Giesela Buschmeier (Scharmede), Christian Heber (Schwelle), Marietheres Strunz (Thüle), Klaus Zacharias (Upsprunge), Andre Bertelsmeier (Verlar) und Michael Nolte (Verne).

Einig waren sich die neuen Ratsmitglieder bei der Bildung und Besetzung der Ausschüsse. „Mit dieser Struktur haben wir gute Erfahrungen gemacht, und wir sollten sie beibehalten“, sagte Annette Stracke. Neben den Pflichtausschüssen Hauptausschuss, Rechnungsprüfungsausschuss und Wahlausschuss wird es auch weiterhin einen Betriebsausschuss, einen Bau- und Planungsausschuss, einen Schul-, Familien- und Sozialausschuss sowie einen Jugend-, Kultur- und Sportausschuss geben. Den Vorsitz übernehmen im Hauptausschuss der Bürgermeister, im Rechnungsprüfungsausschuss Michael Fechtler (CDU), im Wahlausschuss Franz-Josef Käuper (CDU), im Betriebsausschuss Dr. Reinhard Michel (CDU), im Bau- und Planungsausschuss Hubertus Kaiser (CDU), im Schul-, Familien- und Sozialausschuss Marc Svensson (Grüne) und im Jugend-, Kultur- und Sportausschuss René Scherf (Grüne). Ernst wird es für den neuen Salzkottener Stadtrat bereits in gut einer Woche. Die erste Ratssitzung ist für den 12. November geplant.

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