Vierte Reinigungsstufe am Verner Abwasserwerk wird vorerst nicht gebaut
Sälzer Wasser ist zu sauber

Salzkotten (WB/sen). 4,8 Millionen Euro sollten am Salzkottener Abwasserwerk investiert werden, um dort eine vierte Reinigungsstufe einzurichten. Ein Bewilligungsbescheid über knapp 3,4 Millionen Euro Fördergelder liegt der Stadt schon vor. Etwa 37.000 Euro Honorarkosten für die Planung sind bereits angefallen. Gebaut wird aber vorerst trotzdem nicht. Grund dafür ist: Das Hederwasser ist in einem guten ökologischen Zustand. In der nächsten Sitzung des Betriebsausschusses am Mittwoch, 10. Juni, soll nun der endgültige Beschluss gefasst werden, den Bau der vierten Reinigungsstufe auszusetzen.

Freitag, 05.06.2020, 22:11 Uhr aktualisiert: 05.06.2020, 22:20 Uhr
Nicht nur idyllisch, sondern auch sauber: Der Heder wie hier am Wallgraben wird ein guter ökologischer Zustand bescheinigt. Eine vierte Reinigungsstufe wird nicht gefordert. Foto: Steines

In einer vierten Reinigungsstufe werden Medikamentenrückstände, kleinste Kunststoffteilchen, die im Shampoo und im Waschmittel vorkommen, sowie Phosphatablagerungen und chemischer Sauerstoff aus dem Abwasser gefiltert. Im Bewirtschaftungsplan Gewässer des Landes NRW für den Zeitraum von 2010 bis 2015 wies die Heder als Vorflut der Kläranlage Verne einen mäßigen ökologischen Zustand auf. Ziel der Europäischen Union ist für alle Gewässer ein guter ökologischer Zustand, so dass der Salzkottener Betriebsausschuss im März 2015 den Bau der vierten Reinigungsstufe am Abwasserwerk in Verne beschlossen hatte. Vom Jahr 2017 an ist der Heder (Bewirtschaftungsplan 2016 bis 2021) jedoch ein guter ökologischer Zustand attestiert worden.

In einem Erlass des Umweltministeriums NRW aus dem April 2019 wird darauf hingewiesen, dass die Förderung einer vierten Reinigungsstufe in Betracht kommt, wenn eine Verbesserung der Gewässergüte darstellbar ist. Nach Informationen der Stadt ist eine Verbesserung der Gewässergüte durch den Bau einer vierten Reinigungsstufe in Salzkotten zurzeit nicht darstellbar, weil dieses Gewässer bereits einen guten ökologischen Zustand aufweise.

„Es gibt derzeit also keinen Handlungsbedarf“, sagt Stadtwerkeleiter Ludwig Bewermeier. Eine Aufforderung der Bezirksregierung, die vierte Stufe zu bauen, werde demnach nicht erfolgen. Damit liefe die Stadt Gefahr, Fördergelder zurückzahlen zu müssen und sich auch bei der Gebührenkalkulation auf rechtlich unsicheres Terrain zu begeben. Es sei schade, dass jetzt nicht gebaut werden könne. Gleichzeitig sei es eine gute Nachricht, dass das Wasser der Salzkottener Heder in einem ökologisch guten Zustand sei. Bewermeier geht aber davon aus, dass in den nächsten Jahren eine Aufforderung der Bezirksregierung zum Bau der vierten Reinigungsstufe erfolgen werde, so dass bereits in die Planung investiertes Geld und geleistete Arbeit nicht verloren seien. Der Stadtwerkeleiter führt die verbesserte Einstufung des Hederwassers unter anderem auf die bereits erfolgten Maßnahmen in der Abwasserklärung sowie eine bedarfsgerechte Düngung der Landwirtschaft zurück.

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