Machbarkeitsstudie finanziell gesichert – Reaktivierung der Unitas-Quelle im Fokus
Der Sole auf der Spur

Salzkotten (WB). Gibt es in Salzkotten noch Grundwasser mit einem lohnenswerten Salzgehalt? Kann vielleicht doch noch der Traum vom Bad Salzkotten geträumt werden? Diesen Fragen umtreibt viele Sälzer und insbesondere die Mitglieder des Sälzer Kollegiums seit Jahren. Eine Machbarkeitsstudie soll jetzt Antworten geben.

Mittwoch, 03.06.2020, 22:32 Uhr aktualisiert: 03.06.2020, 23:20 Uhr
Die Bürgermeister des südlichen Paderborner Landes sowie das Sälzerkollegium mit (von links) Ludwig Bewermeier (Fachbereichsleiter Stadtentwicklung), Ulrich Berger, Burkhard Schwuchow, Ralf Zumbrock (Regionalforum), Reiner Allerdissen, Dr. Klaus Michels (Werkmeister Sälzerkollegium), Christoph Rüther, Heinz Sonntag (Direktor Sälzerkollegium) und Josef Hartmann (Lichtenau).

„Das Leader-Projekt dient dazu, die Geschichte Salzkottens als Salzsiedestadt lebendig zu erhalten und generationsübergreifend zu vermitteln“, sagt Heinz Sonntag Direktor des Sälzer Kollegiums. Das Sälzer Kollegium, bestehend aus 24 Sälzern, hat es sich zum Ziel gesetzt, die lange Tradition der Salzgewinnung wieder mehr in das Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken. Durch Maßnahmen wie die Sanierung des Gradierwerkes, die Errichtung einer Salzsiedepfanne mit Vorführung der Siedetechnik und die geplante Wiederherstellung eines Sole-Brunnens soll die frühere, fast 1000-jährige Produktion des Salzes veranschaulicht werden.

Beim aktuellen Leader-Projekt steht nun die Lokalisierung der salzhaltigen Wasserschicht im Bereich Salzkotten mit dem Ziel der Reaktivierung der Unitas-Quelle im Fokus. Diese Quelle hatte im Jahr 1800 einen Solegehalt von vier bis fünf Prozent und lieferte die Sole für die Salzproduktion im Gradierwerk. Durch hydrogeologische Veränderungen ist der Salzgehalt bis unter ein Prozent gesunken. In der jetzt geförderten Machbarkeitsstudie soll untersucht werden, ob sich durch eine mögliche Neubohrung eines Brunnens an anderer Stelle im Stadtgebiet wieder Wasser mit höherem Salzgehalt für das Gradierwerk in Salzkotten finden lässt. Ferner sollen Antworten auf die Frage gefunden werden, mit welchem Aufwand und mit welcher Wahrscheinlichkeit bei einer neuen Quellbohrung mit salzhaltigem Wasser zu rechnen ist. Eine Kostenschätzung für das Anlegen des neuen Brunnens soll die Studie ebenfalls mitliefern.

Das Untersuchungsgebiet erstreckt sich über die Fläche der Stadt Salzkotten, insbesondere den Bereich Kütfelsen. Ralf Zumbrock, Geschäftsführer Regionalforum Südliches Paderborner Land, rechnet mit Kosten von etwa 11.000 Euro. Die Leader-Förderung setzt sich aus rund 7.200 Euro EU- und NRW-Fördergeldern zusammen. Das Programm ist eine Maßnahmen der Europäischen Union. Es dient der Strukturförderung und wird aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) finanziert.

Das Land Nordrhein-Westfalen stellt zu den EU-Mitteln ergänzend Landesmittel bereit. So kann eine Projektförderung von 65 Prozent der Gesamtkosten erreicht werden.

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