Hederkampfbahn soll an die Stadt verkauft werden – Stadion steht vor Sanierung
Jetzt entscheiden die VfB-Mitglieder

Salzkotten (WB). Es ist ein Filetgrundstück mitten in der Sälzerstadt, aber dennoch derzeit nicht wirklich nutzbar. Auf der alten Hederkampfbahn in Salzkotten hat schon lange niemand mehr einen Torjubel gehört. Vor vielen Jahren hat der VfB Salzkotten den Spielbetrieb auf diesem Fußballplatz eingestellt. Das Hederauenstadion ist seitdem sein vornehmliches Zuhause.

Mittwoch, 03.06.2020, 22:16 Uhr aktualisiert: 03.06.2020, 22:20 Uhr
Das Hederauenstadion ist sanierungsbedürftig, die Gesamtschule braucht intakte Sporstätten für den Unterricht: Sollten die VfB-Mitglieder am Samstag dem Verkauf der Hederkampfbahn zustimmen, ist die Finanzierung der Sanierung gesichert. Foto: Oliver Schwabe

Am Samstag, 6. Juni, entscheiden nun die VfB-Mitglieder über den Verkauf der Hederkampfbahn, des „Tafelsilbers“ ihres Vereins. Kaufen möchte das rund 14.000 Quadratmeter große Gelände die Stadt Salzkotten.

Spätestens seit 2016, seitdem an den Plänen für die Sanierung des Hederauenstadions gearbeitet wird, hat der VfB über einen Verkauf der Hederkampfbahn nachgedacht, um die Sanierung des Stadions mitfinanzieren zu können. Gleichzeitig ist die städtische Gesamtschule in unmittelbarer Nähe entstanden – diese wächst und braucht Sportstätten für den Unterricht. Eine Zusammenarbeit zwischen Verein und Stadt lag auf der Hand.

Den Zustand des Rasenplatzes, dessen Drainage nicht mehr funktioniert, beklagen die Fußballer seit Jahren. Ebenso unzufrieden sind die VfB-Leichtathleten mit den Lauf- und Sprunganlagen. Für sie ist der Aschebelag ein klarer Wettbewerbsnachteil. Da inzwischen die Förderrichtlinien der Stadt Salzkotten für den Sportstättenbau geändert worden sind, kann im Stadion mit finanzieller Unterstützung der Stadt ein Kunstrasenplatz statt wie zunächst geplant ein günstigerer Rasenplatz gebaut werden. Dennoch reichen die Mittel des Vereins, der erst 2011 den Aschenplatz an der Upsprunger Straße in einen Rasenplatz umgewandelt hat, nicht aus.

Versammlung in der Sälzerhalle

Bereits im April hatte der VfB-Vorstand daher seine Mitglieder zum Votum über den Verkauf der Hederkampfbahn bitten wollen. „Denn in Grundstücksangelegenheiten ist die Zustimmung der Mitglieder mit einer Dreiviertel-Mehrheit zwingend erforderlich“, sagt Vorsitzender Frank Baumann. Doch die Coronakrise hatte eine außerordentliche Mitgliederversammlung unmöglich gemacht. Am Samstag soll diese nun um 14 Uhr mit einem einzigen Tagesordnungspunkt in der Sälzerhalle beginnen. Zwar habe es einige Interessenten für das Grundstück gegeben, so Baumann, entschieden werden soll aber nun, ob die Hederkampfbahn an die Stadt verkauft wird.

Bauland ist die Wiese, auf der derzeit der Zirkus Avalon untergekommen ist und auf der ansonsten Schafe grasen, bisher nicht. „Sollte der VfB den Beschluss fassen, an die Stadt zu verkaufen, werden wir die Hederkampfbahn als Vorratsfläche in unseren Bestand aufnehmen“, sagt Bürgermeister Ulrich Berger.

Aufgrund der Nähe zur Bahnlinie und geltender Immissionsschutzrichtlinien könne dort derzeit aber keine Wohnbebauung ausgewiesen werden. Nicht weit entfernt stehen zwar Wohnhäuser, aber diese sind vor vielen Jahren unter anderen Richtlinien entstanden. Sollte der Verkauf der Hederkampfbahn die Zustimmung der VfB-Mitglieder finden, wäre das der Startschuss für die Sanierung des Stadions. Insgesamt werden dort 930.000 Euro in den Kunstrasenplatz und die leichtathletischen Anlagen investiert.

Planung gemeinsam auf den Punkt gebracht

„Wir haben die gesamte Planung mit dem Verein und der Schule abgestimmt und auf den Punkt gebracht“, sagt Fachbereichsleiter Stadtentwicklung Ludwig Bewermeier. Die Entscheidung der Mitglieder werde jetzt abgewartet. Fällt sie positiv aus, sollen die Ausschreibungen für den Kunstrasen und die weiteren sportlichen Anlagen zusammengestellt werden. Die städtischen Mittel sind bereits im Haushalt eingeplant. Bewermeier rechnet damit, dass die Arbeiten dann noch in diesem Jahr beginnen könnten.

Auch für die Hederkampfbahn soll eine Lösung gefunden werden. „Im Moment ist die Fläche dort aufgrund der Nähe zur Bahnlinie ‚verlärmt‘‘, so. Mit der Deutschen Bahn solle aber das Gespräch gesucht werden.

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